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US-Präsident Trump wird wegen Corona-Infektion in Militärklinik behandelt

Fabian Erik SCHLÜTER
·Lesedauer: 3 Min.
Trump bei der Ankunft an der Walter-Reed-Klinik

US-Präsident Trump wird wegen Corona-Infektion in Militärklinik behandelt

Trump bei der Ankunft an der Walter-Reed-Klinik

US-Präsident Donald Trump wird wegen seiner Corona-Infektion in einem Militärkrankenhaus behandelt. Der 74-Jährige wurde am Freitag per Hubschrauber in die nahe der Hauptstadt Washington gelegene Klinik Walter Reed gebracht. Seine Sprecherin erklärte, es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme auf Anraten der Ärzte. Trump sagte, er denke, er gehe ihm "sehr gut". Der Präsident erhielt einen experimentellen Antikörper-Cocktail und wird im Krankenhaus mit dem Antivirus-Mittel Remdesivir behandelt.

"Ich denke, dass es mir sehr gut geht", sagt der 74-jährige Trump in einem vor seinem Flug ins Krankenhaus im Weißen Haus aufgezeichneten Video. Auch seiner ebenfalls mit dem Coronavirus infizierten Ehefrau Melania gehe es "sehr gut". 

Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany erklärte, der Präsident werde in den "kommenden Tagen" vom Krankenhaus aus arbeiten. Trump erhalte das Antivirus-Mittel Remdesivir, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt worden war und derzeit weltweit gegen Corona zum Einsatz kommt. Auf zusätzlichen Sauerstoff sei er nicht angewiesen, betonte McEnany. 

Trump lief am frühen Freitagabend (Ortszeit) zu dem auf dem Rasen des Weißen Hauses wartenden Präsidentenhubschrauber Marine One. Der Präsident trug dabei eine Schutzmaske und reckte seinen Daumen in Richtung der Fotografen. 

Der Hubschrauber landete nach kurzem Flug am Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda im Bundesstaat Maryland. Dort unterzieht sich Trump auch seinen alljährlichen medizinischen Untersuchungen. Mit seinen 74 Jahren und deutlichem Übergewicht gehört Trump zur Gruppe der Corona-Risikopatienten.

Sein Leibarzt Sean Conley erklärte, Trump sei mit einem experimentellen Antikörper-Cocktail behandelt worden. Der Präsident habe "als Vorsichtsmaßnahme" eine Acht-Gramm-Dosis synthetischer Antikörper des US-Pharmakonzerns Regeneron erhalten. 

Trump sei "ermüdet, aber guter Dinge", versicherte Conley. Die First Lady habe lediglich "leichten Husten und Kopfschmerzen". Der 14-jährige Sohn Barron des Präsidentenpaars wurde negativ getestet. 

Bei Experten sorgte die Behandlung des Präsidenten mit dem noch nicht zugelassenen Antikörper-Cocktail für Kritik. "Wir sollten dem Präsidenten dieses Medikament nicht verabreichen, bevor seine Wirksamkeit bewiesen ist", twitterte etwa der Bostoner Notfallmediziner Jeremy Faust. 

Die Wirksamkeit des Antikörper-Cocktails wird derzeit in klinischen Studien untersucht. Regeneron-Chef Leonard Schleifer sagte der "New York Times", Trump sei nicht der erste Patient, der das Mittel erhalte. Sein Unternehmen habe das Medikament auf Bitten des Weißen Hauses zur Verfügung gestellt. 

Nach der Ansteckung des Präsidenten, der die Gefahr durch das Coronavirus über Monate heruntergespielt hatte, wurden auch weitere Infektionen in seinem Umfeld bekannt. 

So wurde sein Wahlkampfmanager Bill Stepien positiv getestet, berichteten US-Medien am Freitagabend (Ortszeit). Auch die Vorsitzende der Republikanischen Partei, Ronna McDaniel, und Trumps Ex-Beraterin Kellyanne Conway, machten öffentlich, dass sie positiv auf Corona getestet worden seien. Zuvor war bereits Trumps enge Mitarbeiterin Hope Hicks positiv getestet worden.

Negativ getestet wurde dagegen nach Angaben des Weißen Hauses die von Trump für den freien Posten am Supreme Court nominierte Richterin Amy Coney Barrett. Trump hatte die 48-Jährige am vergangenen Wochenende bei einer großen Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses vorgestellt.

Genesungswünsche für Trump, der alle bislang geplanten Wahlkampfveranstaltungen für die Wahl in einem Monat verschoben hat oder sie virtuell abhalten will, kamen derweil von Chinas Präsident Xi Jinping und dessen Frau, wie das Außenministerium in Peking am Samstag mitteilte. Trump hatte China für die Pandemie verantwortlich gemacht und mehrfach vom "chinesischen Virus" gesprochen.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama sandte dem Präsidenten seine "besten Wünsche". Zuvor hatte bereits der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, dem Republikaner eine rasche Genesung gewünscht. Der 77-jährige Biden absolvierte einen geplanten Wahlkampfauftritt in Michigan, sein Wahlkampfteam kündigte aber an, sämtliche Wahlwerbung zurückzuziehen, die Trump in ein schlechtes Licht rückt. 

cp/pw