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Trotz Sanktionen: Russland nutzt westliche Versicherungen für den Transport seines Öls

Berichten zufolge haben das Vereinigte Königreich und die EU vereinbart, die Versicherung für russische Ölladungen zu verbieten. - Copyright:  VCG/Getty Images
Berichten zufolge haben das Vereinigte Königreich und die EU vereinbart, die Versicherung für russische Ölladungen zu verbieten. - Copyright: VCG/Getty Images

Trotz der Kaskade von Sanktionen gegen russische Öllieferanten hat Russland laut "Bloomberg" weiterhin westliche Versicherungs- und Schifffahrtsdienstleistungen für den Transport von etwa der Hälfte seiner Öllieferungen in Anspruch genommen.

Rund 50 bis 60 Prozent der russischen Ölschiffe seien immer noch bei Partnern der International Group of P&I Clubs, der in London ansässigen Schiffsversicherungsgruppe, versichert, berichtete "Bloomberg" am Donnerstag. Das entspricht den Schätzungen des Zentrums für Forschung, Energie und saubere Luft, das feststellte, dass im Februar dieses Jahres noch 60 Prozent der russischen Tanker bei westlichen Anbietern versichert waren, was nur einen leichten Rückgang im Vergleich zu 80 Prozent Anfang 2022 bedeutet.

Tanker, die nicht über westliche Anbieter versichert sind, könnten von Russland selbst oder von unbekannten Versicherungsunternehmen versichert werden, so "Bloomberg" weiter. Und das geschieht nur wenige Monate, nachdem die Europäische Union einen Importstopp verhängt und eine Preisobergrenze von 60 Dollar (55,14 Euro) pro Barrel für russisches Öl eingeführt hat. Damit ist es verboten, russisches Rohöl mit westlichen Versicherungs- und Schifffahrtsdiensten zu transportieren, es sei denn, es wird unter dieser Preisgrenze verkauft.

Kritiker bemängeln jedoch, dass die Preisobergrenze unwirksam sei und kaum Auswirkungen auf die Kriegseinnahmen Russlands habe. Obwohl das Land auf westliche Versicherungen angewiesen zu sein scheint, wird einigen Schätzungen zufolge der Großteil des russischen Rohöls immer noch oberhalb der Preisobergrenze verkauft. Das US-Finanzministerium schätzt, dass bis zu 75 Prozent des russischen Öls oberhalb der Preisgrenze gekauft wird, berichtet "Bloomberg".

Das liege daran, dass es keine wirkliche Möglichkeit gebe, den Preisdeckungsmechanismus durchzusetzen, sagt ein Beamter des US-Finanzministeriums. Er schätzt, dass Russland potenziell bis zu 90 Prozent seines Öls für mehr als 60 US-Dollar (55,14 Euro) pro Barrel exportieren könnte.

Die Versicherer müssen zwar überprüfen, ob russische Ölladungen unter 60 Dollar (55,14 Euro) verkauft werden, aber die Überprüfung könnte so einfach sein wie die Aufforderung an die Öllieferanten, schriftlich zu versprechen, dass sie die Preisobergrenzen einhalten werden. Es gibt auch keine Strafe für falsche Überprüfungen, wenn die Versicherer nachweisen können, dass sie ehrliche Absichten hatten.

Weitere Schätzungen zeichnen ein anderes Bild: Die Internationale Energieagentur lobt den Mechanismus der Preisobergrenze und schätzt, dass der größte Teil des russischen Rohöls weit unter der Obergrenze von 60 Dollar (55,14 Euro) verkauft werde.

Russische Führungskräfte aus dem Energiesektor haben ebenfalls vor einem schwierigeren Jahr gewarnt. Die Sanktionen wirken sich weiter aus, insbesondere da die Europäische Union überlegt, die Obergrenze für den russischen Ölpreis zu senken.

Russland müsse sich darauf konzentrieren, seine eigenen Schiffsversicherungsanbieter zu gründen oder eine Alternative zu westlichen Versicherungen zu finden, so Russlands stellvertretender Premierminister Alexander Novak am Dienstag.

"Unter den derzeitigen Bedingungen ist es wichtig, neue Instrumente, neue Versicherungs- und Rückversicherungssysteme zu schaffen, die von unseren Kunden und Partnern akzeptiert werden", fügte Novak hinzu.

Dieser Artikel wurde von Melanie Gelo aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.