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Trotz Milliardeninvestments und grüner Finanzprodukte: Ausbau der Windkraft stockt

Witsch, Kathrin
·Lesedauer: 3 Min.

In der Bevölkerung wächst der Widerstand gegen den Bau neuer Windkraftanlagen. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum der Ausbau erneuerbarer Energien nur schleppend vorangeht.

Der deutsche Windmarkt bleibt auf niedrigem Niveau.  Foto: dpa
Der deutsche Windmarkt bleibt auf niedrigem Niveau. Foto: dpa

Der Windkraftausbau in Deutschland lag im vergangenen Jahr weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Zwar wurde mit 1431 Megawatt (420 Anlagen) wieder mehr Windenergie neu installiert als 2019, aber werde im bisherigen Tempo weitergebaut, reiche die Menge „weder für die Klimaziele noch für den steigenden Bedarf der Industrie nach klimaneutraler Energie“, warnte die Windenergiebranche bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen am Dienstag.

Während die Energiewirtschaft Milliarden investiert und auch die Finanzwelt grüne Investments für sich entdeckt, kommt der Ausbau erneuerbarer Energie in Deutschland seit mehreren Jahren nur schleppend voran.

Neue Windkraftanlagen werden kaum noch gebaut, auch weil es in der Bevölkerung erhebliche Widerstände dagegen gibt. Experten warnen, dass Deutschland mit Blick auf den geplanten Kohle- und Atomausstieg in eine Ökostromlücke laufen könnte, wenn sich der Ausbau nicht beschleunige.

„Dreh- und Angelpunkt für Wettbewerb in den Ausschreibungen sowie für den notwendigen deutlichen Anstieg beim Zubau bleiben die Bereitstellung von Flächen und die Genehmigung von Projekten“, sagte Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie (BWE).

2020 ist das dritte Jahr in Folge, in dem noch nicht einmal die von der Bundesregierung als Zielmarke gesetzte Bruttoleistung von 2800 Megawatt (MW) erreicht wurde. Mit Nordrhein-Westfalen führt außerdem zum ersten Mal ein anderes Bundesland als Niedersachsen, Brandenburg oder Schleswig-Holstein die Ausbaustatistik an.

„Die Zahlen sind erwartbar schlecht. Der deutsche Markt ist eine kurzfristige Katastrophe, viele Anbieter mussten Personal abbauen oder aufgeben“, sagte auch Windexperte Dirk Briese, von dem Marktforschungsunternehmen Trendresearch im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die langfristigen Perspektiven seien zwar „sehr gut“, weil die Bundesregierung die Ausbauziele erhöht habe, aber „jetzt blockiert sie den Weg dorthin.“ Hier müsse sich schleunigst etwas ändern, mahnte der Experte.

Wie sich der Windmarkt hierzulande weiterentwickelt, hängt auch davon ab, wie viele der sogenannten Altanlagen weiter in Betrieb bleiben. Damit sind Windräder gemeint, die nach 20 Jahren der staatlichen Vergütung ab diesem Jahr erstmals aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen und somit keine Fördergelder mehr bekommen. Das betrifft allein in diesem Jahr rund 4000 Anlagen mit insgesamt 3600 MW Leistung.

Klimaziele drohen verfehlt zu werden

Zwar hat die Bundesregierung bei der jüngsten EEG-Novelle eine befristete Zusatzzahlung für zunächst zwei Jahre beschlossen. Wie viele Anlagenbetreiber das Angebot nutzen wollen, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die Alternative Repowering, also das Aufbauen neuer, leistungsstärkerer Windräder dort, wo alte abgebaut werden, müsse von der Politik zudem deutlich leichter gemacht werden. Nur so könne dafür gesorgt werden, dass in den nächsten Jahren wieder mehr neue Windräder aufgestellt, als alte zurückgebaut werden.

Für das Jahr 2021 prognostizieren die Verbände einen leicht optimistischeren Ausbau von 2000 bis 2500 Megawatt (MW). Für das Erreichen der Klimaziele müssten in Deutschland laut Experten allerdings 4500 bis 5000 MW jedes Jahr neu dazukommen.

Währenddessen läuft der Ausbau der Windkraft global gesehen gut: Mit rund 82 Gigawatt (GW) neu installierter Kapazität war 2020 trotz Krise ein Rekordjahr für die Branche. Vorreiter ist China, das mit 45 GW fast die Hälfte des weltweiten Windkraftzubaus stemmte.