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Trotz Milliardenbewertung: „Mir fehlt nach wie vor die Unbeschwertheit“

·Lesedauer: 3 Min.
Julius Köhler hat mit seinem Logistik-Startup Sennder in diesem Jahr die Milliardenbewertung geknackt.
Julius Köhler hat mit seinem Logistik-Startup Sennder in diesem Jahr die Milliardenbewertung geknackt.

2021 war für Julius Köhler und seine beiden Mitgründer Nicolaus Schefenacker sowie David Nothacker ein ganz besonderes Jahr: Ihre 2015 gegründete Firma Sennder stieg im Januar in den Club der Unicorns auf. Das Logistik-Unternehmen erreichte also eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Prominente VC-Fonds wie Accel, Lakestar oder HV Capital steckten damals rund 130 Millionen Euro (160 Millionen Dollar) in das Startup. Sennder kümmert sich um die LKW-Logistik von Unternehmen. Um sich breiter aufzustellen, ist die Logistik-Firma 2021 sogar mit einer eigenen Plattform ins Softwaregeschäft eingestiegen.

Im Gründerszene-Fragebogen lässt Julius Köhler das vergangene Jahr Revue passieren.

Julius, was hast du 2021 neu über dich gelernt?

Auch in dem Jahr hat uns die Corona-Pandemie gezeigt, dass nicht alles in unserer Hand liegt und vieles nicht planbar ist. Daher musste ich mich selbst verstärkt in Geduld üben – für die Zukunft sicherlich ein positiver Lerneffekt.

Stichwort Mental Health: Wie hältst du dich psychisch fit?

Für mich ist Sport der perfekte Ausgleich, um meinen Kopf am Abend frei zu bekommen. Insbesondere nach den langen Zeiten im Homeoffice war ich viel joggen und habe dabei den vergangenen Tag reflektiert und den bevorstehenden schon einmal mental strukturiert. Das hat mir viel Druck genommen und die Möglichkeit gegeben, am Abend abzuschalten. Gerade im Lockdown war es besonders wichtig, klare Grenzen zwischen Business und Privatem zu setzen.

Wie würdest Du die Entwicklung der Startup-Szene im vergangenen Jahr beschreiben?

Die Startup-Szene hat sich trotz der Pandemie unglaublich dynamisch entwickelt. Innovative Ideen, die bestehende Prozesse optimieren und Herausforderungen in der Gesellschaft angehen, sind gefragter denn je. Sowohl die Motivation von Gründern als auch die Offenheit der Investoren war klar am Markt zu spüren. Die Erfolge, die viele Jungfirmen aufweisen konnten, machen einen gespannt darauf, was im nächsten Jahr noch alles kommen wird.

Was hast du 2021 besonders vermisst?

Mir fehlt nach wie vor die Unbeschwertheit, die wir in den Jahren vor Covid-19 hatten. So viele Freunde zu treffen, wie man möchte, mit Kolleginnen und Kollegen ein Feierabendbier genießen oder eine Reise zu unseren Auslandsbüros zu buchen, das sind die Sachen, die ich nun seit über zwei Jahren vermisse.

Hast du ein Hobby neu für dich entdeckt?

In meiner Jugend habe ich eine Vorliebe für alte Vespa-Roller entwickelt, welche ich früher oft selbst restauriert habe. Durch den Lockdown und die Kontaktbeschränkungen konnte ich dem vergessenen Hobby wieder etwas mehr nachgehen. Um meine Leidenschaft zu teilen, habe ich meinen beiden Mitgründern zum Abschluss unserer Series-D-Finanzierungsrunde im Januar jeweils eine alte Vespa geschenkt.

Wofür hast du 2021 das meiste Geld ausgegeben?

Gemeinsam mit meinen Mitgründern haben wir uns in diesem Jahr als Angel-Investoren betätigt. Es macht unglaublich viel Spaß und erfüllt einen mit Stolz, wenn man sein Wissen weitergeben, all die Learnings der vergangenen Jahre anwenden und andere Gründer sowie Gründerinnen von Anfang an begleiten kann.

Welche Startup-News hättest du gern gelesen?

„Deutschland schafft signifikante Steuererleichterungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme“ wäre mein persönlicher Hit gewesen. Eine Schlagzeile wie diese würde endlich mal die Bedeutung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen in Deutschland aufzeigen. Denn die Schaffung von guten Rahmenbedingungen ist entscheidend, um für Tech-Talente noch attraktiver zu werden.

Von welcher Firma hättest du im vorigen Jahr Aktien gekauft, wäre sie an der Börse?

Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist für viele Unternehmen nach wie vor eine Herausforderung. Dementsprechend hatten viele Firmen starke Einbußen. Doch es gab es auch Erfolgsgeschichten. Startups wie Gorillas haben eine ganze Branche verändert. Das finde ich sehr beeindruckend.

Welchen Trend fandest du 2021 überbewertet? Und warum?

Zoom. Ich bevorzuge dann doch lieber das Treffen in Person.

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