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Trotz Kurseinbruch – Deshalb sollte man den Fonds von Dirk Müller meiden

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs Börsencrash Crash an der Börse
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs Börsencrash Crash an der Börse

Zugegeben, der Dirk Müller Premium Aktien (WKN: A111ZF) ist gut durch die erste Phase der Krise gekommen. Eins der bekanntesten Gesichter der deutschen Finanzbranche hat einen großen Crash an den Börsen seit Jahren vorhergesagt und seinen Fonds entsprechend positioniert. Dadurch, dass der Fonds komplett gegen Kursverluste abgesichert war, ging der Einbruch im März quasi spurlos an ihm vorbei. Seitdem ist der Fonds weiterhin vollständig abgesichert und steht auf Jahressicht bei einem Kursrückgang von 5 %. Seit der Auflegung des Fonds in 2015 lief es auch nicht besser, sodass bis heute ein kumulierter Verlust von 7 % zu Buche steht.

Gleichzeitig hätte man mit dem Kauf des iShares Core World UCITS ETF (WKN: A0RPWH) eine Rendite von 37 % erzielen können und wäre sogar auf Jahressicht leicht im Plus. Jetzt wird es verrückt. Trotz dieser bescheidenen Leistung verzeichnete der Fonds von Dirk Müller bei dem Finanzvermittler AVL den höchsten Mittelzufluss im September. Laut „Fonds professionell“ verbuchte der Fonds zudem im ersten Halbjahr die zweithöchsten Nettozuflüsse bei allen betrachteten freien Finanzvertrieben. Wie ist diese Diskrepanz zu erklären?

Die Anlagemethode von Dirk Müller

Dirk Müller ist äußerst präsent. Er erklärt in Büchern, Fernseher und bei YouTube den Finanzmarkt. Zentrale Annahme ist dabei ein großer Crash der Wirtschaft, der mit einem Zusammenbruch des Bankensystems verbunden ist. Dadurch wäre kein Zugriff auf die angelegten Gelder möglich und es könnte im schlimmsten Fall zu einer Enteignung der Gläubiger kommen. Seinen Fonds schützt Dirk Müller, indem er restlos in Aktien investiert ist und gleichzeitig das Depot über Futures absichert. Seit Februar 2020 ist das Depot vollständig abgesichert. Der Fonds ist als Sondervermögen selbst im Insolvenzfall der verwaltenden Investmentgesellschaft vor dem Gläubigerzugriff geschützt.

Dazu einige Fragen von mir, die sich jeder interessierte Anleger stellen sollte. Halte ich die zentralen Annahmen von Dirk Müller für so wahrscheinlich, dass ich einen Großteil meines Vermögens auf diese Art absichern möchte? Würde ich den Fonds auch kaufen, wenn nicht der charismatische Mann aus dem Fernsehen dafür werben würde? Bei einem DAX-Stand von 8.255 Punkten fuhr der Fonds noch volle Defensive, passt das zu meiner Anlagephilosophie? Wann ist die Börse nach Meinung von Dirk Müller kein Casino mehr und es lohnt sich ein Einstieg? Bei einem DAX-Stand von 100 Punkten?

Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass man an der Börse Verluste in Kauf nehmen muss. Ich glaube, viele Anleger verstehen den Fonds von Dirk Müller als Alternative zu ihrem geliebten Sparbuch, der das Verlustrisiko ausschaltet, aber gleichzeitig wesentlich bessere Chancen nach oben bietet. Ich denke die letzten Jahre haben bewiesen, dass auch das Team um Dirk Müller diese Illusion nicht bieten kann. Fest steht nur, dass man jährliche Gebühren von 1,5 % für die Verwaltung bezahlen muss, die erst einmal verdient werden müssen.

Wie kann man sein Geld besser anlegen

Ich möchte dem Fonds von Dirk Müller seine Daseinsberechtigung nicht vollständig absprechen. Allerdings sollte er in meinen Augen nicht der Hauptbestandteil der Geldanlage, sondern höchstens eine kleine Beimischung sein. Risikoaverse Anleger sollten sich lieber Gedanken darüber machen, welchen Verlust sie maximal akzeptieren können. Diesen Betrag können sie in breit investierende ETFs investieren oder nach Vermögensverwaltern Ausschau halten, die nachweislich den Markt schlagen.

In meinem Fall sind das Terry Smith mit dem Fundsmith Equity Fund Sicav (WKN: A1W1RF) und Kristian Heugh mit dem Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund (WKN: A1J4Z0). Beide haben unter Beweis gestellt, dass sie mit ihren Anlagegrundsätzen und ihrer Aktienauswahl den Markt während eines Einbruchs wie dieses Jahr schlagen können, aber auch langfristig besser abschneiden. Beide Fondsmanager reduzieren die Anlagerisiken verstärkt über die Geschäftsmodelle und die Bewertung der investierten Unternehmen. Mit der Recherche der besten Unternehmen fahren sie wohl auch in Zukunft besser als Dirk Müller mit dem Warten auf den Zusammenbruch der gesamten Weltwirtschaft.

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Florian Hainzl besitzt Anteile am Fundsmith Equity Fund Sicav und Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

Motley Fool Deutschland 2020