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Trotz Coronakrise: Die sozial-ökologische GLS Bank wächst und erwartet kaum Kreditausfälle

Atzler, Elisabeth
·Lesedauer: 3 Min.

Die GLS Bank vergibt mehr Kredite und gewinnt Kunden. Die Folgen der Corona-Pandemie spürt das Geldhaus kaum. Trotzdem bleibt es in der Nische. Ausruhen kann es sich da aber nicht.

Die sozial-ökologische GLS Bank hat ihr Geschäft trotz der Coronakrise ausgebaut. Im vergangenen Jahr erhöhte das genossenschaftlich organisierte Geldhaus den Kreditbestand um zwölf Prozent auf 4,2 Milliarden Euro – und damit stärker als die deutschen Genossenschaftsbanken insgesamt, deren Kreditvolumen 2020 um sechs Prozent auf 663 Milliarden Euro stieg.

Die Bochumer Nachhaltigkeitsbank zog auch erneut mehr Kunden an, wenngleich sie ihr vor Jahresfrist anvisiertes Ziel von netto 50.000 Neukunden klar verfehlte. Die Zahl der Kunden stieg netto um 38.000 auf 280.000, wie die GLS Bank am Montag mitteilte. Sie führt nun 204.000 private Girokonten.

Die Folgen der Coronakrise spürt die Bank kaum. Im vergangenen Jahr verdiente sie unterm Strich mit 9,5 Millionen Euro deutlich mehr als ein Jahr zuvor.

GLS-Chef Thomas Jorberg sagte dazu: „Wir sind relativ wenig von Insolvenzen betroffen.“ Das Geldhaus finanziere vor allem „sehr stabile Branchen“ wie etwa die Sektoren Bio-Lebensmittel, erneuerbare Energien und Wohnen.

Deshalb gebe es auch keine Corona-bedingten Wertberichtigungen aus Krediten, die ins Gewicht fielen, sagt Jorberg. Das gilt ebenso für 2021: „Wir erwarten auch in diesem Jahr keine großen Ausfälle.“

Mehr Wettbewerb bei Nachhaltigkeitsthemen

Die GLS Bank, 1974 gegründet, ist die größte sozial-ökologische Bank in Deutschland. Doch obwohl das Thema Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche immer wichtiger wird, spielt sie auf dem deutschen Bankenmarkt nur eine kleine Rolle.

Sie zählt 700 Beschäftigte und kommt auf eine Bilanzsumme von inzwischen gut acht Milliarden Euro. Zum Vergleich: Etwa zehn Genossenschaftsbanken, darunter regionale Volksbanken und Sparda-Banken, sowie etwa 30 Sparkassen sind größer als die GLS Bank.

„Wir sind in einer Nische“, sagte Jorberg. Obwohl es eigentlich einfach sei, stelle es für viele Menschen offensichtlich einen großen Schritt dar, die Bank zu wechseln. Er rechnet jedoch damit, dass die GLS Bank weiterhin wächst und auch 2021 die Kundenzahl steigt.

Für das Wachstum sieht er „keine Grenze am Horizont“. Allerdings müsse es begleitet werden von einer Transformation der Bank und mehr Mitarbeitern. Jorberg sieht die GLS Bank „gut aufgestellt“ im Wettbewerb um Werte und Sinn, aber das Geldhaus könne sich darauf nicht ausruhen.

Die GLS Bank achtet bei der Kreditvergabe an Unternehmen stark auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. So prüft das Geldhaus, ob die Kreditnehmer seine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Kunden nehmen vergleichsweise hohe Kontogebühren in Kauf

Es finanziert beispielsweise keine Firmen, die in irgendeiner Form zur Kohleenergiebranche gehören oder Fleisch aus Massentierhaltung erzeugen oder verarbeiten. Stattdessen ist die GLS Bank unter anderem stark bei erneuerbaren Energien engagiert.

Dafür nehmen Kunden vergleichsweise hohe Kontogebühren in Kauf: Wer über 28 Jahre alt ist, zahlt neben den Kosten für die Kontoführung einen Jahresbeitrag von 60 Euro.

Auch andere Banken sowie Vermögensverwalter und Investoren reklamieren zunehmend für sich, das Thema Nachhaltigkeit verstärkt zu verfolgen. Meist steht dabei das Thema Klimaschutz im Vordergrund.

Viele Geldhäuser haben mittlerweile eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie und schließen zum Beispiel Kohlefinanzierungen aus oder wollen diese zumindest senken. Umweltschützer kritisieren allerdings regelmäßig, dass etliche Banken nicht ambitioniert genug vorgingen.

Die Aufsichtsbehörden der Finanzbranche machen ebenfalls Druck. Sie treibt die Sorge wegen Klimarisiken um, die in den Bilanzen der Geldhäuser liegen. Die großen Geldhäuser in der Euro-Zone sollen künftig ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken offenlegen.

Kohle und andere fossile Energieträger gelten als wichtige Emittenten von Treibhausgasen und damit als Treiber des Klimawandels. Die Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist der Kern des Pariser Klimaabkommens von 2015.