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Trigema-Chef Wolfgang Grupp garantiert jeden Arbeitsplatz, "wenn sie das tun, was wir anordnen"

·Lesedauer: 3 Min.

Der deutsche Textilhersteller Trigema ist als Bundesliga-Trikotsponsor und mit einem seiner Werbespots bekannt geworden, der immer vor der Tagesschau lief und in der ein Affe die Markenbotschaft "100 % made in Germany" anpreist. Seit Unternehmensgründung verweigert sich der Chef Wolfgang Grupp einer Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer. Doch wie ergeht es dem deutschen Traditionshersteller bislang in der Corona-Pandemie?

Kann Trigema trotz der Krise sein Versprechen halten und Jobs in Deutschland garantieren? Die Tageszeitung "Welt" hat ein Interview mit Wolfgang Grupp geführt, um diese Frage zu beantworten. Grupp erzählt, dass er in seinen 51 Jahren als Unternehmer schon viele Krisen habe kommen und gehen sehen, doch jetzt "stehen wir wahrscheinlich vor der schwersten Krise".

"Ich habe gesehen, was es bedeutet, eine große Betriebsfamilie zu sein"

Dennoch könne er "selbstverständlich jedem den Arbeitsplatz garantieren und Kurzarbeit gebe es nicht – wenn alle das tun, was wir anordnen." Im Gegenzug dafür fordere er seine Mitarbeiter in diesen Krisenzeiten aber auch besonders: "Ich habe gesehen, was es bedeutet, eine große Betriebsfamilie zu sein. Die Mitarbeiter haben überall, wo sie gebraucht wurden, mitgeholfen, Überstunden gemacht, samstags gearbeitet, weil wir durch die Maskenproduktion und die starke Nachfrage konstant im Engpass waren", so Grupp weiter.

Selbstverständlich muss Trigema auch mit Umsatzeinbußen umgehen, durch die Ladenschließungen verliere die Firma "jede Woche etwa eine Million Euro Umsatz". Tatsächlich sind die Produktionsanlagen jedoch weiterhin ausgelastet, denn trotz annullierter Bestellungen hat sich mit medizinischen Masken ein ganz neues Tätigkeitsfeld eröffnet. Bis Ende Juni 2020 hatte das Unternehmen einen Teil seiner Anlagen bereits auf Maskenproduktion umgebaut und über 2,3 Millionen Stück gefertigt.

Zudem nutzt das Unternehmen die Zeit, um seine Lagerbestände aufzufüllen und so für die anziehende Nachfrage nach dem Ende der Pandemie gewappnet zu sein: "Wir produzieren sehr stark auf Lager und hoffen, dass wir nach der Pandemie somit keine Lieferengpässe haben werden."

Auch hinsichtlich des Geschäftsjahrs 2021 gibt sich der inzwischen 79-jährige Grupp optimistisch: In seinen 51 Jahren der Geschäftsführung habe es nie eine negative Bilanz gegeben, und so werde Trigema auch diese, wahrscheinlich schwierigsten Monate auch problemlos durchhalten. "Wir haben ja hundert Prozent Eigenkapital und keinerlei Bankkredite, und somit kann der Umsatz auch kurzfristig mal sinken, in der Hoffnung, dass wir ihn später wieder reinholen können."

Sein Optimismus scheint sich jedoch auch auf andere Bereiche zu erstrecken. Grupp gibt an, nächste Woche einen Impftermin erhalten zu haben, doch trotz seines fortgeschrittenen Alters hätte er lieber anderen den Vortritt bei der Impfung gelassen: "Es geht mir ja gesundheitlich so weit gut, ich habe auch immer mit einer gewissen Disziplin gelebt."

Die langsame Impfstrategie der Bundesregierung sieht Grupp allerdings skeptisch und hinterfragt etwa die Entscheidung, den Impfstoff aus Preisgründen später zu bestellen als andere Länder. "Ein höherer Preis hätte sich sicher mehrmals gerechnet, wenn man dafür das längere Schließen der Geschäfte berücksichtigt, weil man auf den Impfstoff warten muss."

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im April 2021. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.

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