Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.399,65
    +202,91 (+1,34%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.034,25
    +34,81 (+0,87%)
     
  • Dow Jones 30

    34.698,51
    +149,98 (+0,43%)
     
  • Gold

    1.836,30
    +20,60 (+1,13%)
     
  • EUR/USD

    1,2164
    +0,0095 (+0,79%)
     
  • BTC-EUR

    47.286,45
    -97,84 (-0,21%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.494,98
    +59,19 (+4,12%)
     
  • Öl (Brent)

    64,95
    +0,24 (+0,37%)
     
  • MDAX

    32.665,02
    +364,65 (+1,13%)
     
  • TecDAX

    3.427,58
    +42,51 (+1,26%)
     
  • SDAX

    16.042,00
    +171,69 (+1,08%)
     
  • Nikkei 225

    29.357,82
    +26,45 (+0,09%)
     
  • FTSE 100

    7.129,71
    +53,54 (+0,76%)
     
  • CAC 40

    6.385,51
    +28,42 (+0,45%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.795,46
    +162,62 (+1,19%)
     

Trend zu Strafzinsen nimmt rasant zu: Über 300 Banken und Sparkassen drücken Kunden Extra-Kosten auf

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

Aufgrund der Corona-Pandemie sparen immer mehr Menschen ihre Geldeinnahmen, anstatt sie auszugeben. Doch die steigenden Anlagen bei den Banken bringen die Geldinstitute in die Bredouille. Denn die Banken müssen Strafzinsen für überschüssige Geldeinlagen zahlen. Das hat auch Folgen für die Kundinnen und Kunden. Immer mehr Banken verlangen Geld für Spareinlagen, berichtet das „Manager Magazin“.

Wie die Wirtschaftszeitschrift in ihrem Artikel berichtet, führten mehr als 100 Geldinstitute binnen der ersten 100 Tage des laufenden Jahres Strafzinsen ein. Aus Daten des Finanz-Vergleichsportals Verivox geht hervor, dass über 300 Banken und Sparkassen mittlerweile Negativzinsen, die als „Verwahrentgelt“ betitelt werden, von ungefähr 0,5 Prozent verlangen.

Die Pandemie hat diesen Vorgang in dem vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Die Sparquote in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf 16,3 Prozent gestiegen. Das entspricht einem neuen Rekordhoch. Eine Sparquote von 16,3 Prozent bedeutet, dass Menschen bei einem Nettoeinkommen von 1000 Euro 163 Euro zur Seite legen. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier erklärt: „Je mehr Spargelder sie annehmen müssen, desto größer wird der Druck auf die Kreditinstitute, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben.“

Die Freibeträge für Negativzinsen sinken

Derzeit müssen Geschäftskundinnen und -Kunden 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anlegen. Trotz Freibeträgen ist die Belastung für die Banken so hoch, dass sie zunehmend die Kosten in Form von Negativzinsen an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Für lange Zeit verlangten Banken Negativzinsen erst ab Summen von über 100.000 Euro. Mittlerweile sinkt der Grenzwert für Kundinnen und Kunden zunehmend, sodass Verivox zufolge mindestens 95 Geldhäuser mittlerweile Negativzinsen bereits ab einem Gesamtguthaben von 50.000 Euro oder weniger berechnen. Weitere Senkungen dieser Grenzwerte seien wahrscheinlich.

Die Privatkundin-Vorständin der Commerzbank, Sabine Schmittroth, beteuert gegenüber dem Handelsblatt, dass „an die breite Privatkundschaft […] keine Negativzinsen [weitergegeben werden]. Aber die Frage ist, wo das Ende der Breite ist.“ Bei der Commerzbank liegt der Freibetrag derzeit noch bei 100.000 Euro. Senkungen in der Zukunft werden nicht ausgeschlossen. „Der Anteil der Banken in Deutschland, die ihre Kundeneinlagen im Durchschnitt negativ verzinsen, nahm 2020 weiter zu“, hieß es auch im Monatsbericht der Deutschen Bundesbank für Februar.

Seit einiger Zeit sind zunehmend Unternehmen von Negativzinsen auf Sichteinlagen wie Giro- und Tagesgeldkonten sowie Termineinlagen betroffen. Die Deutsche Bundesbank bestätigt darüber hinaus, dass die Verzinsung auch bei Privatkundinnen und -Kunden einen Aufwärtstrend verzeichne. Allerdings seien Termineinlagen wie Festgeld größtenteils weiterhin positiv verzinst. Für die Veränderung oder Einführung von Negativzinsen reiche eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) allein nicht aus, betonen Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer. Diese seien nur zulässig, wenn das Verwahrentgelt explizit mit ihnen vereinbart wird.

Verivox vergleicht online die öffentlichen Preisangaben von etwa 1300 verschiedenen Geldinstituten. Am häufigsten gelten Negativzinsen für Tagesgelder, zu Teilen aber auch für Giro- und Verrechnungskonten. Darunter berechnen 18 Banken eine Gebühr für das üblicherweise kostenfreie Tagesgeldkonto. Verivox zufolge entstünden dadurch faktisch Negativzinsen, schreibt das „Manager Magazin“. Das Geld auf dem Konto würde weniger werden, auch wenn Banken keine ausgeschriebenen Negativzinsen aufweisen.

jk

Im Video: NGO-Bericht: Banken tun wenig für das Klima - im Gegenteil