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Treibstoffkrise im Libanon spitzt sich weiter zu

·Lesedauer: 1 Min.

BEIRUT (dpa-AFX) - Die Versorgungskrise im Libanon spitzt sich weiter zu. In der Hauptstadt Beirut und der Umgebung bildeten sich am Donnerstag, wie bereits in den vergangenen Tagen und Wochen, lange Schlangen an den noch geöffneten Tankstellen. Einige stehen dort Stunden an, ehe sie dann wegen des Benzinmangels wieder mit leeren Tanks und Kanistern abdrehen. Selbst im Bürgerkrieg (1975-1990) habe es keine solche Krise mit Blick auf den Treibstoff im Land gegeben, sagte Taxifahrer Mohammed Mali der Deutschen Presse-Agentur.

Wegen des akuten Treibstoffmangels wollen die Vereinten Nationen das kleine Land am Mittelmeer zusätzlich mit zehn Millionen Dollar (8,4 Mio Euro) unterstützen. Damit sollen Krankenhäuser und Wasserwerke, die ihren Strom mit Hilfe von Generatoren erzeugen, am Laufen gehalten werden, teilte das UN-Nothilfebüro Ocha mit. Mehr als 60 Krankenhäusern würde so geholfen. Das staatliche Energienetz liefert täglich nur noch ein bis zwei Stunden Strom. Die meisten Libanesen müssen daher täglich stundenlang ohne auskommen.

Zur humanitären Versorgung von rund 1,9 Millionen Menschen benötigt der Libanon laut Ocha im laufenden Jahr Hilfsgelder in Höhe von insgesamt 378 Millionen Dollar (319 Mio Euro). Die weiteren 10 Millionen Dollar könnten das Land eine oder höchstens zwei Wochen mit Treibstoff versorgen, sagte Energie-Experte Marc Ayoub von der Amerikanischen Universität Beirut (AUB).

In der Treibstoffkrise will auch der Iran nach Angaben der Hisbollah Öl in den Libanon liefern - trotz internationaler Sanktionen. Hassan Nasrallah, Chef der mit dem Iran verbündeten Hisbollah, hatte die Ankunft mehrerer Tanker mit Dieselöl an Bord angekündigt. Dabei warnte er die USA und Israel davor, das Schiff ins Visier zu nehmen. Am Donnerstag meldete die Hisbollah-nahe Zeitung "Al Akhbar", dass einer der Tanker syrische Gewässer erreicht habe.

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