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Traum-Comeback! Tor nach Sekunden sichert Reus Rekord

Ljubo Herceg
·Lesedauer: 3 Min.

Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten: Nach über 200 Tagen Verletzungspause trifft Marco Reus im DFB-Pokal wenige Sekunden nach seiner Einwechslung.

Was für ein Comeback!

Nach 216 Tagen stand Marco Reus in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg an der Seitenlinie bereit. Auf der Auswechseltafel wurde die Nummer elf von Borussia Dortmund angezeigt, nachdem dem BVB ein Freistoß zugesprochen worden war.

Der BVB führte bereits mit 4:0 gegen den MSV Duisburg, als Erling Haaland in der 57. Minute den Platz verließ und Reus auf den Platz kam. Von Mats Hummels erhielt der Kapitän zudem die Binde.

Und drei Sekunden nachdem Schiedsrichter Robert Kampka wieder angepfiffen hatte, stand es 5:0 für die Schwarz-Gelben. Torschütze? Marco Reus, der mit seiner ersten Aktion traf.

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BVB-Kapitän stellt neuen Tor-Rekord auf

Damit sicherte er sich zugleich den Rekord von Anthony Modeste als schnellster DFB-Pokal-Torschütze nach einer Einwechslung.

Die Ballannahme war der erste Ballkontakt von Reus, der Abschluss der zweite. Reus is back, die Leidensgeschichte hat ein überragendes Ende gefunden.

Jadon Sancho chippte den Freistoß in den Rücken der schlafenden Duisburger Abwehr, wohin der deutsche Nationalspieler durchgestartet war. Reus nahm den Ball perfekt an und schob ihn locker an MSV-Keeper Leo Weinkauf vorbei rechts unten ein.

Mit Comebacks kennt sich Reus aus

Eigentlich heißt es, dass ein Spieler - bis er wieder zur alten Top-Form zurückfindet - in etwa so lange benötigt, wie er verletzt war. Nicht aber Reus!

Der BVB-Kapitän widerlegt diese These eindrucksvoll: 2017/18 war Reus wegen eines Kreuzbandrisses 220 Tage ausgefallen. Nach seinem Comeback traf der Angreifer in den ersten vier Bundesliga-Spielen je einmal.

Im April 2017 setzte ein Muskelbündelriss den Dortmunder 32 Tage außer Gefecht. Nach seiner Rückkehr traf er in vier Partien vier Mal.

Und 2016/17 musste Reus aufgrund einer Schambein-Entzündung 176 Tage passen. Daraufhin trumpfte er in der Champions League im ersten Einsatz beim 8:4-Sieg gegen Legia Warschau mit zwei Toren und drei Assists mächtig auf, als wäre vorher nichts gewesen.

Zu guter Letzt: 2014 war Reus wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk 28 Tage lang zum Zuschauen verdammt. Dass er nichts verlernt hatte, zeigte der BVB-Kapitän in den ersten acht Einsätzen, als Reus fünf Treffer erzielte und zwei weitere auflegte.

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Reus-Comeback: Can und Favre voll des Lobes

Mit Comebacks kennt sich Reus aus - doch am liebsten würde der von Verletzungen geplagte deutsche Nationalspieler darauf wohl verzichten.

"Dass er direkt nach ein paar Sekunden das Tor macht, hat uns alle gefreut. Ich hoffe, dass er dieses Jahr gesund bleibt und viele Tore schießt", sagte Emre Can in der ARD nach dem 5:0-Erfolg und sprach das aus, was sich in Dortmund wohl alle wünschen.

Vor allem BVB-Trainer Lucien Favre, der voll des Lobes war: "Ich war selbst überrascht über das Tor. Sancho hat die Vorlage gegeben und schon war der Ball drin", sagte der Schweizer bei SPORT1. "Ich habe das gar nicht richtig gesehen. Es macht Spaß für den Trainer, das zu sehen. Marco Reus ist sehr, sehr clever. Er kann angreifen und auch sehr gut verteidigen. Marco spielt total richtig."

Am kommenden Samstag geht es für Reus gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach. Eine Einsatzgarantie wollte ihm Favre aber noch nicht aussprechen: "Er hat heute nur 30 Minuten gespielt. Wir werden sehen, ob es am Samstag für einen Startelf-Einsatz reicht.". Als Joker ist Reus aber fest eingeplant. Besser als in Duisburg kann es in dieser Rolle aber nicht laufen.