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"Transformers" oder "Die Welle": Die TV-Tipps für Fußball-Muffel

Tüftler Cade Yaeger (Mark Wahlberg) ist die Hauptfigur im vierten "Transformers"-Film. (Bild: ProSieben / (2016) Paramount Pictures. All Rights Reserved. TRANSFORMERS, its logo & all related characters are trademarks of Hasbro & are used with permission.)
Tüftler Cade Yaeger (Mark Wahlberg) ist die Hauptfigur im vierten "Transformers"-Film. (Bild: ProSieben / (2016) Paramount Pictures. All Rights Reserved. TRANSFORMERS, its logo & all related characters are trademarks of Hasbro & are used with permission.)

Keine Lust auf Fußball aus Katar zur Primetime? Wir empfehlen pro WM-Turnierabend drei lohnende TV-Alternativen für WM-Muffel: am Freitag mit Roboteraliens auf der Flucht, einer spannenden Jugendbuchverfilmung und einer Dreiecksgeschichte mit bösem Ende.

Argentinien und die Niederlande treffen am Freitag im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft aufeinander. Wem das egal ist, der findet auch an diesem Samstagabend drei lohnende Fiction-Alternativen.

Rainer Wenger (Jürgen Vogel) will seinen Schülern zeigen, dass das Thema Nationalsozialismus auch heute noch aktuell ist. Das gelingt ihm auf dramatische Weise. (Bild: RTL II )
Rainer Wenger (Jürgen Vogel) will seinen Schülern zeigen, dass das Thema Nationalsozialismus auch heute noch aktuell ist. Das gelingt ihm auf dramatische Weise. (Bild: RTL II )

"Transformers: Ära des Untergangs" (ProSieben)

Optimus Prime, der Anführer der gutwilligen Autobots - Alienroboter, die sich in Fahrzeuge verwandeln können -, hat sich zu Beginn von "Transformers: Ära des Untergangs" (ProSieben, 20.15 Uhr) in Texas verschanzt und wird dort als rostiger Truck von der neuen Hauptfigur in Bays Ballerparadies gefunden und wieder fit gemacht. Cade Yeager (Mark Wahlberg) heißt dieser Garagen-Tüftler. Dem amerikanischen Traum entgegenschraubend muss er sich auch um seine 17-jährige Tochter Tessa (Nicola Peltz) kümmern. Dass Optimus Prime nicht weiter für die Menschheit kämpft, sondern sich im romantisierten Cowboyland verstecken muss, hat einen guten Grund: Die Menschen, genauer gesagt die Agenten der CIA, machen Jagd auf ihn und seine Spezies. Der Nachrichtendienst versucht, alles Alien-Leben auf der Erde zu finden und zu zerstören. Um zu begreifen, dass hinter der Jagd auf Autobots mehr steckt als nur der Wunsch nach Frieden auf Erden, muss man nicht allzu früh aufgestanden sein. Natürlich geht es um Wirtschaftsinteressen. Die Materie, aus der die Roboter-ähnlichen Lebewesen bestehen, ist programmierbar. Alles Menschenmögliche lässt sich scheinbar damit kreieren - natürlich auch neue, selbststeuerbare Riesenroboterkampfmaschinen. Der zuweilen etwas cholerische und hochnäsige Erfinder Joshua Joyce (Stanley Tucci) lässt sich vom vielen Geld des US-Militärs locken. Es gibt wieder ordentlich Gerumms und -Gewumms im "Transformers"-Teil aus dem Jahr 2014 und dies ist abermals der beste Grund, sich über zwei Stunden lang volldröhnen zu lassen.

Minette (Veronica Ferres) spürt, dass etwas nicht stimmt und verfolgt ihren Mann bis in den Zug nach Prag. (Bild: ARTE / ZDF / Hendrik Heiden)
Minette (Veronica Ferres) spürt, dass etwas nicht stimmt und verfolgt ihren Mann bis in den Zug nach Prag. (Bild: ARTE / ZDF / Hendrik Heiden)

"Die Welle" (RTLZWEI)

"Nicht schon wieder das Dritte Reich", stöhnen die Schüler. Wer aus der jüngeren Generation hat das nicht schon selbst im Geschichtsunterricht gehört oder gar selbst in den Buchumschlag gemurmelt, wenn abermals der Nationalsozialismus auf dem Lehrplan stand. "So etwas wäre heute doch nicht möglich, dazu sind wir viel zu aufgeklärt", halten die Jugendlichen ihrem Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) vor. Was setzt man solchen naiven, aber nachvollziehbaren Aussagen entgegen? Wenger antwortet in Dennis Gansels Drama mit einem sozialen Experiment, das schon bald zum Selbstläufer wird: Die Schüler sehen sich fortan als "Die Welle", eine einheitliche Masse in Weiß, die jeden schneidet und unterdrückt, der nicht zu ihrer Gemeinschaft gehören will. Die Situation droht zu eskalieren ...

RTLZWEI wiederholt nun die Verfilmung von Morton Rhues Tatsachenjugendroman zur besten Sendezeit. Bei allen Ambitionen, die Dennis Gansel mit der "Welle" auf die Leinwand brachte, wurde aus dem Thriller-Drama doch ein recht poppiges Stück Aufklärung. Wahrscheinlich darum bemüht, gerade das junge Zielpublikum anzusprechen, spielt das Drehbuch mit der Sprache der Jugend, mit ihren Looks und Subkulturen. Getragen wird der Film jedoch von einem großartigen Ensemble, zu dem neben Jürgen Vogel unter anderen auch Max Riemelt, Frederick Lau, Jennifer Ulrich, Elyas M'Barek und Jacob Matschenz zählen.

"Mein Mann, der Mörder" (ARTE)

Wie wohltuend: Endlich mal ein Krimi ohne Kommissar. Regisseur Lancelot von Naso und sein Koautor Kai-Uwe Hasenheit versuchten sich an einer schlanken Hitchcock-Geschichte, einer Dreiecksstory, die nur für den wirklich Bösen ein schreckliches Ende nimmt. Dabei sieht es in "Mein Mann, ein Mörder" (ARTE, 20.15 Uhr) doch lange Zeit ganz anders aus. Ohne Umschweife kommt der Film aus dem Jahr 2013 zur Sache: Die Übersetzerin Minette (Veronica Ferres) beobachtet ihren Mann mit dem Fernglas dabei, wie er im Hotel wieder einmal mit einer anderen schläft. Relativ cool greift sie zum Handy, um Paul zur Einhaltung des geregelten Familienlebens zu ermahnen. Es gibt Kalbfleisch zum Abendessen, und die Kinder sind auch schon da. "Kalbfleisch", wiederholt Paul, den Ulrich Noethen spielt, indem er ganz wunderbar zwischen Liebhaber und bravem Familienvater balanciert. Wie leichtsinnig - die Bemerkung wird natürlich zum Auslöser eines Wutanfalls der Geliebten im Bett neben ihm. Von Nora (Esther Zimmering) wird ein gemeinsames Wochenende in Prag vorgeschlagen, das Klärung bringen soll. Paul indessen hofft auf einen finalen Paukenschlag. Allerdings hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Schon im Zug kommt es zu einem Eklat, und zu allem Übel ist auch noch heimlich Gattin Minette gefolgt. Schon fahrlässig nahe kommt sie den beiden und hört dabei mit, dass der eigene Mann keinesfalls von ihr und der Familie lassen will. Aber dann bekommt die Beobachterin auch mit, dass Nora vom gemeinsamen schweizerischen Schwarzgeldkonto weiß ...

Bis dahin ist alles ein feines Zug-Kammerspiel, an dem die saugkräftige Handkamera (Felix Cramer) größte Anteile hat. Auch im Verlauf einer durchaus schlichten Erpressergeschichte - Nora wurde ermordet, und deren Freund will beweisen, dass Paul der Täter war - hält der Ehe-Thriller sehr konzentriert die Spannung hoch.