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Der tragische Wahnsinn eines Schach-Genies

Andreas Pfeffer
·Lesedauer: 2 Min.

Robert James Fischer, von aller Welt nur Bobby genannt, fand 2008 seine letzte Ruhestätte am Ort seines größten Erfolgs. In Reykjavik auf Island liegt das vielleicht größte Schach-Genie der Geschichte begraben.

36 Jahre zuvor hatte sich Fischer im "Match des Jahrhunderts" in der isländischen Hauptstadt gegen Boris Spasski aus der Sowjetunion als erster US-Amerikaner zum Schach-Weltmeister gekrönt.

Im Alter von nur 29 Jahren und nach zahlreichen exzentrischen Ausbrüchen. Mehrfach stand das Duell vor dem Abbruch, die zweite Partie wurde wegen Nichtantretens sogar kampflos gegen Fischer gewertet.

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Es war ein Zweikampf, der 1972 nicht nur inmitten des Kalten Kriegs zum Duell der Systeme stilisiert wurde, sondern der auch weltweit Menschen in seinen Bann zog, die sich ansonsten wenig für Schach interessierten.

Schach: Bobby Fischer holt WM-Titel gegen Spasski

Es folgte ein Boom, der so nicht vorherzusehen gewesen war.

Doch Fischer sollte seinen Titel nicht verteidigen. Er zog sich immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück. Das WM-Duell gegen Anatoli Karpow verweigerte er, weil seine unzähligen Forderungen nicht erfüllt wurden. Im April 1975 wurde ihm der Titel aberkannt.

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Konnte man Fischers Eskapaden lange als kauzig oder exzentrisch abtun, wurden seine Äußerungen und Taten zunehmend untolerierbar.

1992 trat er auf der jugoslawischen Insel Sveti Stefan zu einem Rückkampf gegen Spasski an - inmitten des Bürgerkriegs.

Bobby Fischer: Exzentriker stirbt auf Island

Die Annahme des Siegerpreisgelds brachte ihm einen US-Haftbefehl ein, da er gegen das Wirtschaftsembargo gegen Jugoslawien verstieß.

Fischer reiste um den Globus, lebte zeitweise in Japan. Später leugnete er den Holocaust, begrüßte die Anschläge des 11. Septembers, ehe er auf Island politisches Asyl fand.

Dort starb er am 17. Januar 2008 an den Folgen eines Nierenversagens.