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Toyota stimmt nach Rückrufaktion milliardenschwerem Vergleich zu

Los Angeles (dapd). Mit einer Entschädigung in Milliardenhöhe umgeht Toyota in den USA einen teuren Prozess: Nach mehreren Rückrufaktionen wegen vermeintlich klemmender Gaspedale hat sich der japanische Autobauer zu einer Vergleichszahlung von 1,1 Milliarden Dollar (rund 834 Millionen Euro) bereit erklärt. Mit dem Geld sollen Eigentümer für den erheblichen Wertverlust ihrer Fahrzeuge entschädigt werden, teilte der japanische Automobilkonzern mit.

Es handele sich um den größten Vergleich, der im Zusammenhang mit Defekten an Autos jemals in den USA erzielt worden sei, erklärte der Anwalt eines Klägers, Steve Berman. "Wir kämpften immer weiter und haben schließlich trotz der Risiken des Prozesses eine aus unserer Sicht gute Einigung erzielt." Die Unterlagen für den Vergleich wurden am Mittwoch bei einem Gericht im kalifornischen Santa Ana eingereicht und müssen noch von einem Bundesrichter genehmigt werden.

In den Plädoyers wurde zunächst ein tragischer Unfall aus dem Jahr 2009 erläutert, der die Klageflut gegen Toyota losgetreten hatte: Ein kalifornischer Polizeibeamter und drei Mitglieder seiner Familie kamen damals in einem Vorort von San Diego ums Leben, als ihr Toyota-Lexus unvermittelt mehr als 193 Kilometer pro Stunde erreichte. Das Auto rammte einen Sportwagen, rollte eine Böschung hinab und ging in Flammen auf.

Mehr als 14 Millionen Autos zurückgerufen

Mehr als 14 Millionen Fahrzeuge wurden in der Folge wegen möglicher Probleme bei der Beschleunigung und Defekten an Bremsen von Toyota in den vergangenen Jahren in die Werkstätten zurückgerufen. Betroffen waren immer wieder Autos des Modells Prius. Mit dem Vergleich sollen nun Eigentümer entschädigt werden, die nach der Rückrufaktion ihre Autos mit Verlust verkauften.

Haltern, die ihre Fahrzeuge noch besitzen, soll eine bessere Garantie eingeräumt werden. "Wir haben einen Vergleich ausgearbeitet, der die Kunden an erste Stelle stellt und zeigt, dass Toyota zu seinen Autos steht", sagte Toyotas Vizepräsident Christopher Reynolds. Zudem sollen mit dem Vergleich zusätzliche Ausbildungsprogramme für Fahrer und neue Projekte zur Erforschung fortschrittlicher Sicherheitstechnologien finanziert werden.

Derweil rechnet Toyota für das laufende Jahr mit dem Verkauf einer Rekordzahl von 9,7 Millionen Fahrzeugen, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Noch 2011 hatte Toyota 22 Prozent weniger Autos abgesetzt. Nach den jüngsten Problemen will der Konzern im kommenden Jahr noch höher hinaus und 9,91 Millionen Fahrzeuge verkaufen.

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