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Als Armstrong zum Geächteten wurde

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Mit dem Unausweichlichen hatte sich Lance Armstrong bereits abgefunden. "Im Leben eines jeden Mannes kommt ein Punkt, an dem er sagen muss: Genug ist genug", verkündete der damals schon längst weltweit als Erzschurke des Radsports identifizierte Texaner im August 2012 mit dem ihm eigenen Pathos: "Und für mich ist diese Zeit jetzt.

Zwei Monate später, am 22. Oktober 2012, reagierte der UCI mit beispiellosen Sanktionen auf den beispiellosen Betrug des berüchtigtsten Dopers des Sportgeschichte neben Ben Johnson.

Der Rad-Weltverband sperrte ihn lebenslang und erkannte ihm auf der Grundlage jahrelanger Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA alle Erfolge seit 1998 ab.

Armstrong: Sieben Tour-de-France-Siege annulliert

Sieben Siege bei der Tour de France hatte Armstrong von 1999 bis 2005 gefeiert, binnen eines Tages rutschte er auf null zurück.

In einem dopingverseuchten Radsport-Reich war Armstrong der König der unerlaubten Methoden, nun wurde er zum Geächteten.

"Lance Armstrong hat keinen Platz mehr im Radsport, er muss vergessen werden", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.

Das freilich klappte nicht, auch weil sich Armstrong bis heute genüsslich als Stachel im wunden Fleisch seiner Sportart geriert, auf Fotos unter den sieben Gelben Trikots in seinem Keller posiert, per Twitter beständig das Geschehen kommentiert, als wäre nie etwas gewesen.

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Doper Armstrong: Reue zu keinem Zeitpunkt

Armstrong bekannte sich 2013 zu seinen Vergehen, Einsicht zeigte er aber nie.

"Wir haben getan, was wir mussten, um zu gewinnen", sagte er noch 2019 in einem Interview: "Es war nicht legal, aber ich würde nichts anders machen."

Vier Tage nachdem Armstrong aus den Siegerlisten getilgt worden war, beschloss die UCI, dass die Tourtitel nicht neu vergeben werden sollen.

Seitdem und für alle Zeit klafft eine Lücke in den Statistiken, bleibt eine offene Wunde zurück. Eine Narbe, eine ewige Mahnung.