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"Totenstille auf der Strecke ist doch undenkbar"

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Essen (dapd). Das Foto bringt Jochen Mass nur kurz in Verlegenheit: Es zeigt den Ex-Rennfahrer irgendwann in den 1970er oder 1980er Jahren mit freiem Oberkörper und zwei Boxen-Schönheiten an der Seite. "Ich weiß nicht mehr, wer das war", sagt der heute 66-Jährige dann knapp. Sein Kollege Hans Herrmann, inzwischen 84, schmunzelt: "Heute nennt man sie Boxenluder. Früher haben wir von Wanderpokalen gesprochen."

Die beiden gut aufgelegten Rennsport-Legenden sind an diesem Freitag die Stargäste der offiziellen Eröffnungsveranstaltung zur Essen Motor Show. Ab Samstag geht Deutschlands zweitgrößte Automobil-Messe wieder an den Start und rechnet während ihrer einwöchigen Dauer mit gut 340.000 Besuchern.

Die Motorsport-Branche feiert auf ihrer diesjährigen Veranstaltung ihre goldenen Zeiten mit einer Sonderschau zur Sportwagen-Weltmeisterschaft 1953 bis 1992. Es werden rund 1.000 kraftstrotzende Fahrzeuge präsentiert, und es gibt ein Nachdenken über neue Energien. Denn angesichts der Energiewende und der neuen Antriebe im Autoalltag will auch der Rennsport bei alternativen Kraftquellen nicht zurückstecken.

"Der Rennsport ist eine Chance für grüne Antriebstechnologien", sagt Karl Friedrich Ziegahn. Er ist Präsident des Deutschen Sportfahrer Kreises (DSK (KOSDAQ: 109740.KQ - Nachrichten) ), der mit rund 14.000 Mitgliedern europaweit größten Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsportfans. "Es ist klar, dass der Motorsport in 30 Jahren anders aussehen wird als heute. Wir müssen deshalb an unserer Zukunftsfähigkeit arbeiten."

Begeisterung über Hybridmodelle

Zu den Favoriten zählt Ziegahn dabei vor allem den Hybridantrieb. In Le Mans feierte Audi (Xetra: 675700 - Nachrichten) in diesem Sommer mit seinem R 18 den ersten Sieg von Dieselhybrid-Fahrzeugen beim legendären 24-Stunden-Rennen. Die Fahrzeuge vereinigen einen Diesel- und einen Elektroantrieb. Und schon vor zwei Jahren schickte Porsche auf dem Nürburgring mit dem 911 GT3 R erstmals ein solches Modell für ein Ganztagsrennen auf die "Grüne Hölle" genannte Eifel-Rennstrecke.

"Die Zukunft ist Hybrid", schwärmt auch Alexander Wurz, der 1996 als jüngster Sieger des Le-Mans-Klassikers Rennsport-Geschichte schrieb und dort im Sommer ein Hybridmodell von Toyota testete. "Das war wie ein Kick in den Hintern", beschreibt der 38-jährige Österreicher die Wirkung des Wagens.

Doch nicht nur am Hybridantrieb zeigt sich der Motorsport interessiert. Unterm Strich stünden schon heute an den Pisten sechs Tankstellentypen - für Benzin, Diesel, Biodiesel, Erdgas, Autogas und Strom, sagt Ziegahn: "Das zeigt, dass die komplette Antriebspalette im Rennsport bereits da ist."

Nur ein reiner, leise vor sich hin surrender Elektromotor in einem Rennwagen ist für die Autobauer bislang offenbar undenkbar. "Stellen sie sich vor, da stehen Tausende an der Rennstrecke. Und dann hört man nichts. Eine Totenstille auf der Piste ist doch undenkbar", zeigt sich Ziegahn überzeugt: "Ich denke, wir werden den Verbrennungsmotor im Motorsport noch sehr lange haben."

Mit solchen energietechnischen Themen war Hans Herrmann früher noch nicht konfrontiert. "Damals war alles vor allem sehr gefährlich", erinnert er sich an seine aktive Zeit in den 1950er und 1960er Jahren. "Wenn wir am Start waren, kam oft die Überlegung hoch, wen es als nächsten treffen wird." Heutige Rennen ließen ihn da oft nur noch staunen: "Es ist unglaublich, wie die Leute buchstäblich durch die Gegend fliegen - und es passiert nichts."

dapd

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