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Die Top-Vermögensverwalter denken, dass wir im Jahr 2020 noch einen ANDEREN Börsencrash erleben könnten… was ich jetzt tue

Motley Fool Investmentanalyst
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs

Seit ihrem spektakulären Absturz im Februar und März haben sich die wichtigsten Börsenindizes in den letzten Monaten phänomenal erholt. Der S&P 500 Index ist um etwa 40 % gestiegen. In der Zwischenzeit ist der FTSE 100 – der am meisten beachtete Index Großbritanniens – um fast 30 % gestiegen.

Diese Markterholung wurde zweifellos von den Investoren begrüßt. Nach den Einbrüchen im Februar und März sehen die meisten Portfolios der Investoren jetzt viel gesünder aus. Allerdings würde ich mich jetzt noch nicht entspannen. Laut den Top-Vermögensverwaltern der Welt könnten wir im Jahr 2020 einen weiteren Börsencrash erleben.

Ein weiterer Börsencrash

Beunruhigend ist, dass in der Umfrage von Bank of America unter den Fondsmanagern im letzten Monat (eine Umfrage unter mehr als 200 Vermögensverwaltern, mit der die Stimmung der Anleger beobachtet werden soll) fast 70 % der Befragten angaben, dass sie den jüngsten Anstieg der Aktienmärkte für eine “Bärenmarktrallye” halten. Mit anderen Worten, sie erwarten, dass der Aktienmarkt wieder fallen wird. Die meisten Fondsmanager sehen keine ‘V-förmige’ wirtschaftliche Erholung von der Covid-19-Krise.

“Die Märkte sind bis zur Perfektion bewertet”, sagt Danny Yong, Chief Investment Officer beim Hedgefonds Dymon Asia Capital. “Die Stabilität der Aktienmärkte spiegelt nicht die Arbeitsplatzverluste und die Insolvenzen wider, die weltweit vor uns liegen. Ich glaube, dass wir später in diesem Jahr neue Tiefstände an den globalen Aktienmärkten sehen werden”.

Yong ist nicht der einzige Vermögensverwalter, der in naher Zukunft neue Tiefstände an den Aktienmärkten erwartet. Zum Beispiel schrieb der Hedgefonds Elliott Management kürzlich in einem Brief an die Investoren: “Unser Bauchgefühl sagt uns, dass ein 50-prozentiger oder noch tieferer Rückgang von der Februarspitze den globalen Aktienmärkten bevorstehen könnte”.

Die tiefste Rezession der modernen Geschichte

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum professionelle Vermögensverwalter einen weiteren Börsencrash erwarten. Der Coronavirus hat die Weltwirtschaft zerstört und die Wirtschaftsdaten sehen düster aus.

In den USA sind mehr als 40 Millionen Menschen arbeitslos und Analysten glauben, dass die Arbeitslosigkeit potenziell 20 % erreichen könnte.

Unterdessen hat die Bank of England kürzlich gewarnt, dass die britische Wirtschaft in diesem Jahr um 14 % schrumpfen könnte. Sie sagte auch, dass sich die Arbeitslosigkeit mehr als verdoppeln könnte, da das Coronavirus die tiefste Rezession der modernen Geschichte verursacht.

Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Aktienmärkte im Moment die kommenden wirtschaftlichen Probleme nicht widerspiegeln.

Natürlich sind Börsencrashs notorisch schwer vorherzusagen.

Ich werde nicht alle meine Aktien verkaufen, nur weil einige Investoren pessimistisch sind.

Aber angesichts der enormen wirtschaftlichen Unsicherheit, der die Welt im Moment ausgesetzt ist, halte ich es für vernünftig, über den Schutz des eigenen Portfolios nachzudenken.

Portfolio-Schutz

Also, was tue ich, um mein Portfolio zu schützen?

Nun, das erste, was ich tue, ist ein paar Portfolio-Anpassungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass ich im aktuellen Umfeld die richtigen Aktien halte. Wenn ich von den richtigen Aktien spreche, dann meine ich qualitativ hochwertige, widerstandsfähige Unternehmen, die langfristig attraktive Wachstumsaussichten haben.

Wenn wir einen weiteren Börsencrash sehen, werden einige Aktien wahrscheinlich mehr betroffen sein als andere. Zum Beispiel sind die Aktien von Barclays beim letzten Crash um etwa 60 % gefallen. Währenddessen sind die Unilever-Aktien nur um 22 % gefallen. Ich versuche, Aktien zu vermeiden, die spektakulär abstürzen könnten.

Zweitens lege ich einen Bargeldbestand an. Während ich in letzter Zeit eine Handvoll Investitionen getätigt habe, habe ich auch meinen Barbestand aufgestockt. Im Moment bin ich noch nicht voll investiert.

Etwas Geld im Hintergrund zu halten, gibt mir Optionen für den Fall eines weiteren Börsencrashs. Wenn die Aktienkurse wieder einbrechen, werde ich bereit sein, zuzuschlagen.

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Dieser Artikel wurde von Edward Sheldon auf Englisch verfasst und am 06.06.2020 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool UK besitzt Aktien von Unilever und hat Unilever empfohlen. The Motley Fool UK hat Barclays empfohlen. 

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