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Dieses Top-Familienunternehmen ist so günstig wie zuletzt im Jahr 2013 – lohnt sich jetzt ein Einstieg?

Investor denkt nach Aktien
Investor denkt nach Aktien

Die Aktien der Optikerkette Fielmann (WKN: 577220) haben seit Jahresbeginn 29 % verloren und notieren jetzt wieder auf dem Stand von Ende 2013 (Stand: 10.07.22, gilt für alle Angaben). Selbst zum Tiefpunkt der Corona-Krise, in der ein Großteil der über 900 Filialen geschlossen hatte, stand der Aktienkurs höher als heute. Was ist der Grund für diesen starken Kursverfall? Und ist die Fielmann-Aktie heute ein attraktives Investment?

Die aktuelle Geschäftsentwicklung

Das Hamburger Familienunternehmen ist Marktführer in Zentraleuropa. Mit über 600 Niederlassungen ist Deutschland der mit Abstand größte Markt des Unternehmens. Zudem ist Fielmann in weiteren 15 europäischen Ländern aktiv, auch in der Ukraine. Das Unternehmen fertigt selbst Gläser in einer zentralen Produktionsstätte und vertreibt seine Produkte, zu denen auch Hörgeräte gehören, in über 900 Niederlassungen sowie über Online-Shops.

In den letzten zehn Jahren stieg der Konzernumsatz um durchschnittlich 5 % pro Jahr, der Gewinn nach Steuern um durchschnittlich 1 %. Dabei ist anzumerken, dass der Gewinn im Geschäftsjahr 2021 noch 18 % unter dem Vor-Corona-Stand aus 2019 lag.

Im ersten Halbjahr 2022 stieg der Konzernumsatz um 8 %, das Ergebnis sank jedoch um 7 %. Die anhaltenden Auswirkungen der Coronapandemie, der Krieg in der Ukraine, eine auf Wachstum ausgelegte Kostenstruktur sowie ein veränderter Produktmix (mehr Sonnenbrillen und Kontaktlinsen mit geringeren Margen) wirkten sich negativ auf die Profitabilität aus.

Der Blick nach vorne

Für das Gesamtjahr 2022 erwartet das Management jetzt ein Wachstum des Konzernumsatzes von 7 % und einen Rückgang des EBT von 9 %. Obwohl das Unternehmen das aktuelle Marktumfeld „mit Sorge“ betrachtet, hält Fielmann mittelfristig an seiner Vision 2025 fest. Diese wurde im Jahr 2019 vom Sohn des Unternehmensgründers und Neu-CEO Marc Fielmann vorgestellt. Danach möchte das Familienunternehmen seinen Außenumsatz bis zum Jahr 2025 auf 2,3 Mrd. Euro steigern, der Vorsteuergewinn soll dann 350 Mio. Euro betragen. Ausgehend vom Jahr 2021 entspricht dies einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 4 % und einem Gewinnwachstum von 14 % pro Jahr.

Dies soll erreicht werden über eine stetige Steigerung der Filialanzahl besonders außerhalb Deutschlands. In 2021 wurden insgesamt 45 neue Filialen eröffnet. Bis 2025 sollen zudem zwei weitere Märkte erschlossen werden. Weiteres Wachstum könnte aus Übernahmen von Optikerketten – wie 2020 in Spanien – stammen. Darüber hinaus investiert Fielmann in seine Omnichannel-Plattform, eine 3D-Anprobe seiner Brillen sowie eine Verbesserung der Wertschöpfungskette. Insbesondere die Omnichannel-Strategie scheint sich auszuzahlen – im ersten Halbjahr 2022 wurden 31 % mehr Pakete versendet als im coronabedingt starken Vorjahr. Ganz generell sollte Fielmann davon profitieren, dass immer mehr Menschen eine Brille benötigen.

Bewertung und mein Fazit

Bezogen auf das Ergebnis aus 2021 beträgt das KGV 25. Da der Gewinn in diesem Jahr sinken soll, wird das KGV steigen. Selbst bezogen auf das bisherige Rekordergebnis aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegt das KGV bei 20. Gemessen an dem in der Vergangenheit eher geringen Wachstum finde ich diese Bewertung auch nach dem starken Kursrückgang noch recht hoch.

Sollte Fielmann die Ziele der Vision 2025 erreichen, würde sich die Bewertung schnell relativieren. Für mich ist dies jedoch aktuell noch nicht absehbar. Im aktuellen Marktumfeld sehe ich bei anderen Aktien bessere Einstiegschancen.

Der Artikel Dieses Top-Familienunternehmen ist so günstig wie zuletzt im Jahr 2013 – lohnt sich jetzt ein Einstieg? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

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