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Top-Anwalt befürchtet ‘Tsunami’ an Insolvenzen in Deutschland

Richard Weiss und Fabian Graber
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Einer von Deutschland bekanntesten Restrukturierungsanwälten sieht einen Tsunami an Insolvenzen auf das Land zukommen. Staatshilfen hätten das Problem lediglich aufgeschoben.

Während Großunternehmen verschont bleiben dürften, werde die Welle kleine und Kleinstunternehmen - von Gastronomen über Pensionen bis hin zu Veranstaltungsmanagern und Logistikern - voll erfassen, so Frank Kebekus vor Journalisten am Dienstag.

Mit Esprit, Hallhuber, Vapiano und Maredo gab es in Deutschland in diesem Jahr zwar schon einige größere und prominente Fälle, die Gesamtzahl der Insolvenzen ist jedoch im ersten Halbjahr um 8,2% gefallen, so Erhebungen von Creditreform.

Dies liege zu einem guten Teil an staatlichen Krediten und der Aussetzung der Antragspflicht, so Kebekus, der die Insolvenz von Air Berlin begleitete und derzeit Sachwalter bei Galeria Karstadt Kaufhof ist.

Viel Steuergeld sei auch in “scheintote Unternehmen” geflossen, deren Geschäftsmodell bereits vor der Krise nicht funktioniert habe, so Kebekus. Viel von dem Geld “werden wir nie wiedersehen,” so der Experte.

Großunternehmen aus dem Tourismusbereich wie die Deutsche Lufthansa AG und die TUI AG, denen zusammen bereits 12 Milliarden Euro an Staatshilfe zugesagt wurde, könnten im Verlauf der Krise noch weitere Mittel benötigen, wenn Reisebeschränkungen fortbestünden und womöglich wieder lokale Ausgangssperren verhängt würden. Dann werde es erneut Bedarf für Staatshilfe über die KfW geben, so der Experte.

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