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Top-Aktien für 2023

In den Augen unserer Autoren könnten diese Top-Aktien für 2023 spannende Investitionsmöglichkeiten für langfristig orientierte Investoren darstellen.

Ralf Anders: Deutsche Börse

Die Deutsche Börse (WKN: 581005) macht seit vielen Jahren genau das, was echte Qualitätsaktien machen sollten: Sie zieht nach oben. Und das – abgesehen von einem kurzlebigen Coronaschreck – ohne die anderswo übliche Achterbahnfahrt.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Ihr Aushängeschild, die Börse Frankfurt, macht nur noch einen Bruchteil des heute weitgefächerten Geschäfts der Gruppe aus. Mit regelmäßigen Zukäufen und klugen Partnerschaften nutzt sie ihre starken Kernkompetenzen, um immer neue Assetklassen zu erschließen.

Herausragende operative Margen im Bereich von 50 % zeugen von der Innovationskraft und den Größenvorteilen, welche die Deutsche Börse ausschöpft. Eine gute Wahl, um mit neuem Mut in das frische Börsenjahr zu starten.

Ralf Anders besitzt keine Aktien der Deutschen Börse.

Caio Reimertshofer: CD Projekt

Meine Top-Aktie für den ersten Monat im neuen Jahr ist die von CD Projekt (WKN: 534356). Vor Kurzem wurde die Next-Gen-Version von dem Bestseller-Spiel The Witcher 3: Wild Hunt veröffentlicht. Vor diesem Release wurden bereits über 65 Mio. Kopien des Videospiels verkauft. Die neue Next-Gen-Version dürfte ein paar weitere Verkäufe einfahren sowie die Bekanntheit des Franchises erhöhen.

Ein wichtiger Punkt, denn CD Projekt hat einige neue Projekte in der Pipeline, die auf dem weltberühmten Franchise von The Witcher aufbauen. Bis zur Veröffentlichung dieser wird noch etwas Zeit vergehen, aber langfristig orientierte Anleger beschäftigen sich schon heute mit der Aktie von CD Projekt, die noch immer recht günstig notiert.

Caio Reimertshofer besitzt Aktien von CD Projekt.

Peter Roegner: Katek SE

Meine Top-Aktie für 2023 ist die Katek SE (WKN: A2TSQH). Die Unternehmensgruppe mit Sitz in München ist einer der führenden Elektronikdienstleister Deutschlands und produziert genau die Bauteile, die für die praktische Durchführung der Digitalisierung und für die zunehmende „Elektronifizierung“ der Welt gebraucht werden. Aber Katek ist noch mehr: Zum Angebot gehört der gesamte Lebenszyklus der Produkte von der Entwicklung über Materialmanagement, Serienproduktion und Prüftechnik bis zu Montage, Logistik und After-Sales. Die Zielmärkte dabei sind die üblichen Branchen der heutigen Zeit: Infrastruktur, E-Mobilität, Lifestyleprodukte, Internet der Dinge, Smart Homes, erneuerbare Energien, Healthcare und vieles mehr.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat Katek einen Umsatz von 495,7 Mio. Euro sowie eine operative Marge von 4,2 % erzielt. Das Management gibt als mittelfristiges Ziel einen jährlichen Umsatz von 1 Mrd. Euro bei einer operativen Marge von 10 % vor.

Eine Kapitalerhöhung hat ebenso auf den Kurs gedrückt wie die schwierige Situation auf den Beschaffungsmärkten. Somit kann die Aktie von KATEK derzeit rund 45 % unter ihren Höchstkursen erworben werden.

Peter Roegner besitzt Aktien der Katek SE.

Christof Welzel: Alphabet

Alphabet (WKN: A14Y6F) verfügt im Suchmaschinenmarkt über ein Monopol, mit dem es die Gewinne regelmäßig steigert. Im Juli 2022 kam die Google-Mutter im Suchmaschinenbereich auf einen Marktanteil von 83,84 %. Weit abgeschlagen auf Platz zwei folgte Bing mit 8,88 %. Yahoo kam mit 2,55 % auf den dritten Rang.

In den vergangenen zehn Jahren (2012 bis 2021) erhöhte sich der Umsatz von 46.039 auf 257.637 Mio. US-Dollar. Der Gewinn wuchs von 10.737 auf 76.033 Mio. US-Dollar. Dabei lag die durchschnittliche Gewinnmarge bei hohen 21,7 % und die Gesamtkapitalrendite erreichte im Mittel sehr gute 12,2 %. Die Eigenkapitalquote betrug Ende des dritten Quartals 70,8 %. Die Aktien sind derzeit günstig bewertet.

Christof Welzel besitzt keine Aktien von Alphabet.

Frank Seehawer: Talanx

Meine Top-Aktie für den Januar 2023 ist Talanx (WKN: TLX100). Das Unternehmen ist ein führender deutscher Versicherungskonzern aus Hannover. An der Börse fristet er jedoch ein Schattendasein.

Viel bekannter ist eines seiner Tochterunternehmen, die ebenfalls börsennotierte Hannover Rück. Sie ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit ein fester Bestandteil des DAX 40.

Allein diese Beteiligung deckt schon fast die Kapitalisierung von Talanx ab. Das Spannende ist aber, dass gerade die Hannover Rück aktuell ein gutes Geschäft mit zweistellig anziehenden Bruttobeiträgen schreibt.

Entsprechend zog der Aktienkurs in Richtung Allzeithoch an. Der Aktienkurs des Mutterunternehmens Talanx sollte daher etwas Nachholbedarf haben.

Frank Seehawer besitzt Aktien der Talanx.

Henning Lindhoff: AGCO

Das Thema Demografie wird am Silvesterabend sicherlich nicht erledigt sein. Eine steigende Weltbevölkerung bedeutet auch 2023, dass es mehr Menschen weltweit zu ernähren gilt. Und weil die Anbauflächen aufgrund des Klimawandels schrumpfen, ist es wichtig, dass die Landwirte ihre Ernteerträge nachhaltig ausbauen.

Ein echter Problemlöser auf diesem Sektor ist in meinen Augen der US-amerikanische Landmaschinenhersteller AGCO (WKN: 888282). Umsatz und operativer Gewinn stiegen in den vergangenen Jahren deutlich, teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Und mit Fuse hat AGCO eine interessante Plattform gebaut, dank der Landwirte ihre Effizienz sicherlich noch steigern werden. Die Wachstumsstory bleibt also spannend.

Das Management um CEO Eric Hansotia will den Umsatz bis Ende 2023 auf 14 Mrd. US-Dollar pushen. Der Gewinn je Aktie soll von aktuell 11,38 auf 13,50 US-Dollar steigen. Mit einem KGV von zurzeit 11,4 und einem KUV von 0,8 hat der Aktienkurs noch Luft nach oben.

Henning Lindhoff besitzt keine Aktien von AGCO.

Hendrik Vanheiden: Crowdstrike Holdings

Meine Top-Aktie für 2023 hatte ein katastrophales Börsenjahr 2022. Die Aktie des Cybersecurity-Spezialisten CrowdStrike Holdings (WKN: A2PK2R) fiel seit Jahresbeginn um 49 % (Stand: 23.12.2022).

Operativ ergibt sich jedoch ein komplett anderes Bild. Nachdem der Umsatz in den letzten drei Jahren explodierte (durchschnittliches jährliches Wachstum 80 %), setzte sich die positive Entwicklung in den ersten neun Monaten dieses Geschäftsjahres fort. Eine anhaltend starke Neukundengewinnung sowie die stetige Verbreiterung der Produktpalette führten dazu, dass der Umsatz um 57 % stieg, der Free Cashflow um 49 % höher als im Vorjahr ausfiel.

Ich sehe in 2023 und darüber hinaus eine weiterhin steigende Nachfrage nach den führenden Lösungen von Crowdstrike zur Abwehr von Cyberattacken. Daher finde ich die Bewertung mit einem Multiple von 36 auf den in diesem Jahr erwarteten Free Cashflow zu günstig.

Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Crowdstrike Holdings.

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Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), CD Projekt und CrowdStrike.

Motley Fool Deutschland 2023