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Am kommenden Mittwoch wird feststehen, wer für die nächsten vier Jahre Präsident der USA ist. Selten war eine Wahl so eng wie in diesem Jahr. Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch welche Folgen hat die Wahl? FundResearch gibt einen Überblick. „Ganz gleich welcher Kandidat gewinnt, er muss als Erstes die sogenannte fiskalische Klippe umschiffen – also den nach aktueller Gesetzeslage drohenden toxischen Mix aus Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen abwenden“, sagt Adrian Brass, Fondsmanager bei Fidelity Investment Management. Werde dieses Problem nicht gelöst, drohe neben den negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum auch eine erneute Herabstufung von US-Staatsanleihen durch die Rating-Agenturen. „Gewinnt Romney, wird er die Steuerentlastungen der Ära Bush weiterführen und ein Programm zum Bürokratieabbau auflegen“, ist sich Brass sicher. Ein Sieg des Republikaners dürfte sich positiv auf die Sektoren Verteidigung, Bildung, Tabak, inländische Energie sowie Banken und negativ auf den Häusermarkt und die Krankenversicherung auswirken. Bei einem Sieg des demokratischen Amtsinhabers, geht Brass ebenfalls von einer Verlängerung der Bush-Steuerentlastungen aus. Die Steuern für vermögende Privatpersonen werde Obama aber wahrscheinlich anheben. „Auf Sektorebene würde sich ein solches Wahlergebnis günstig auf die Gesundheitsbranche auswirken“, glaubt der Fidelity-Experte. „Für Luxuswaren und Tabak wäre sein Sieg schlecht.“ Aus Sicht der Märkte gehe es aber nicht nur darum, wer gewinnt. „Mindestens so wichtig ist ein deutlicher Sieg, damit der Präsident sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus kontrollieren kann.“ Gewinne der Wahlsieger nur über einen Teil des Kongresses die Kontrolle, könne es zu einem politischen Patt kommen, welcher die dringend notwendige haushaltspolitische Einigung gefährde.Die Wallstreet hingegen hofft auf einen Wahlsieg Romneys. 3,3 Millionen US-Dollar spendeten Angestellte der fünf größten Banken dem Republikaner, schreibt das Handelsblatt. Das sei in etwa so viel, wie Obama vor vier Jahren erhalten habe. Der Präsident hat die Zuneigung der Banken, deren Liebling er bei der letzten Wahl noch war, verloren. „Innerhalb der Finanzcommunity gibt es das Gefühl: Dieser Kerl hasst uns“, sagt ein Fondsmanager aus Boston der Zeitung. Spätestens seit Obama entdeckte, dass er mit Banker-Beschimpfung auf Stimmenfang gehen konnte, sei es zum Bruch zwischen ihm und der Wallstreet gekommen.Daniel Zindstein, Portfoliomanager der GECAM AG, hält Romneys Wahlprogramm für durchaus wirtschaftsfreundlich. Das liege nicht nur an der Fortführung der Bush-Steuererleichterungen: „Er plant zudem den Unternehmenssteuersatz von 35 auf 25 Prozent zu senken.“ Dieser sei der zweithöchste in den westlichen Industrieländern nach Japan (EUREX: FMJP.EX - Nachrichten) mit 40 Prozent. Er werde, neben einem massiven Anstieg der Regulierung  für kleine und mittlere Unternehmen, als Hauptbelastungsfaktor für Investitionen und Wachstum angesehen. „Darüber hinaus plant Romney eine Auslagerung der gesetzlichen Gesundheitsvorsorge Medicaid an die Bundesstaaten, was die Streichung eines großen Ausgabeblocks auf Bundesebene bedeuten würde“, so Zindstein. „Im Vergleich dazu möchte Obama in seiner zweiten Amtszeit nur wenige neue wirtschaftspolitische Veränderungen vornehmen.“ Seine Pläne zur Anhebung der Einkommenssteuersätze dienten lediglich der Sanierung des Staatshaushaltes, was jedoch nicht ohne Risiko sei. „Sowohl eine Einschränkung der Konsumaktivität als auch der Sparneigung ist denkbar“, glaub der Portfoliomanager. Während ersteres die wirtschaftliche Aktivität unmittelbar bremsen würde, beschränke eine geringere Sparneigung zukünftiges Wachstum. Da zum Jahreswechsel drei wirtschaftspolitische Entscheidungen anstehen, sei nach Ansicht Zindsteins ein Moderator im Weißen Haus gefragt. Jemand, der mehr verbindet als spaltet. Denn es laufen nicht nur die Steuererleichterungen aus. „Zudem wurden im Zuge der Anhebung der Schuldengrenze im vergangenen Jahr überparteilich automatische Ausgabenkürzungen beschlossen. Diese Einigung stellt keine der beiden Parteien zufrieden und dürfte neu verhandelt werden“, erwartet der GECAM-Experte. Außerdem werde zum Jahresende vermutlich die Schuldenobergrenze erneut erreicht, sodass auch darüber neu zu verhandeln sei. Für die Finanzmärkte erwartet Zindstein bei einer Wiederwahl Obamas keine großen Reaktionen. „Ein Machtwechsel im Weißen Haus hingegen könnte eine Nachwahlrallye bei Aktien verursachen, genießt Romney doch als Macher und undogmatischer Moderator einen guten Ruf in der Wirtschaft.“Für John J. Hardy, Head of FX Strategy bei der Saxo Bank, spielt es keine große Rolle, wer Wahlsieger wird. Die USA gewännen mit jedem der beiden Kandidaten. Aufgrund höherer Einwanderung und Geburtenraten sei der demografische Wandel weniger stark ausgeprägt als in anderen Ländern. Zudem profitierten die USA von billiger Energie: „Die Schiefergasrevolution in den USA ist eine wahrhaft beachtliche Leistung und beschert US-Unternehmen günstigen Strom“, sagt Hardy. Zudem sei die Ölproduktion gestiegen. „Da gleichzeitig der Verbrauch insgesamt zurückgeht, müssen die USA pro Tag rund drei bis vier Millionen Barrel weniger Öl importieren als noch vor fünf oder sechs Jahren.“ Schließlich könnte die Rückführung von Kapital aus dem Ausland positive Auswirkungen auf den US-Dollar haben. Amerikanische Unternehmen hielten immer noch mehr als eine Billion nicht ausgeschütteter Gewinne außerhalb der US-Grenzen. Dieses könne mit entsprechenden Steuererleichterungen, die an die Schaffung von Arbeitsplätzen geknüpft werden könnten, zurückgeholt werden. Und Steuererleichterungen, bzw. deren Fortführung, stehen bei beiden Kandidaten auf dem Wahlkampfzettel.(PD)

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