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Tim Mälzer: Von Jamie Oliver lernte er, dass man mit dem Kochlöffel Mädchen angelt

Tim Mälzer (51) und Jamie Oliver (47) lernten sich nicht erst als Fernsehköche kennen, sondern einst in London, wo sie – noch gänzlich unbekannt – in der Küche des legendären Neal Street Restaurants unter der Leitung von Gennaro Contaldo schwitzten und ihr Handwerk lernten.

Beste Erinnerungen an die Anfangszeit

Tim Mälzer denkt noch heute gern an diese Monate zurück: "Die brillanteste Zeit meines Lebens", schwärmte er in dem Interview, das er der 'Gala' zusammen mit Jamie Oliver gab. Schon kurze Zeit später wechselte Jamie in das legendäre River Café, wo ein Zufall seine Karriere als Fernsehkoch startete. Während Jamie schnell berühmt wurde, musste Tim zu Hause Schläge einstecken: "Ich wurde ein paarmal von Typen verprügelt. Denn ihre Freundinnen sagten: 'Warum koche ich sieben Tage die Woche? Warum kannst du nicht wie Jamie sein?' Männer haben ein bisschen lange gebraucht, um zu kapieren: Kochen ist nicht nur etwas für Mädchen, sondern mit Kochen kommt man an die Mädchen ran!" Und so wie Jamie es von London aus tat, sorgte später auch Tim mit seiner eigenen TV-Karriere dafür, dass Kochen sexy wurde und sich immer mehr Menschen selbst an den Herd stellen, um etwas Leckeres und Gesundes zu kochen.

Tim Mälzer kämpft für die Gastronomie

Doch leider ist Tims Alltag nicht so sonnig, wie man annehmen könnte, denn wie die gesamte Gastronomie leiden auch seine Restaurants – erst unter den Lockdowns und komplizierten Auflagen während der Coronapandemie, jetzt unter den rasant steigenden Energiepreisen. Darum plädiert der TV-Koch für einen Strompreisdeckel, der gastronomische Betriebe zumindest ein wenig schützt: "Es wäre schön, wenn die Regierung deutlich machen würde, dass sie hilft, wenn wir aufgrund der aktuellen Veränderung vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, die an die Existenz gehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "So könnten die Strompreise – wenn diese ein maßgeblicher Anteil werden – gedeckelt werden und beispielsweise 75 Prozent der steigenden Energiekosten übernommen werden. Ein weiterer Parameter könnte ein Entgegenwirken bei der Umsatzsteuer oder anderen Fixkosten sein. Keiner schreit nach mehr." Dabei kämpfe er vor allem um Betriebe, die akut bedroht seien, und denke nicht in erster Linie an sich – auch wenn sich die Strompreise für seine Hamburger Bullerei zuletzt vervierfacht hätten: "Wir kommen da irgendwie durch. Das werden wir schaffen, wie wir auch Corona überstanden haben. Aber wenn wir uns als anderes Wirtshaus mit den gleichen Problematiken beschäftigen müssten, hätte ich da gerade noch ärgere Bedenken und Existenzängste." Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, wenn namhafte Köche wie Tim Mälzer und Jamie Oliver sich für ihre Branche starkmachen und auf deren Probleme hinweisen.

Bild: Georg Wendt/picture-alliance/Cover Images