Suchen Sie eine neue Position?

ThyssenKrupp verabschiedet sich vom Edelstahl

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
TKA.DE13,22+0,38
OUTKF0,00

Essen (dapd). Ende einer Ära bei ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) : Deutschlands größter Stahlkonzern hat am Freitag den Verkauf seiner traditionsreichen Edelstahlsparte an den finnischen Wettbewerber Outokumpu abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen in Essen mit.

Durch die Transaktion entsteht ein neuer Weltmarktführer im Edelstahlsektor mit fast 17.000 Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 40 Prozent in Europa sowie 12 Prozent weltweit. Vor allem in den deutschen Edelstahlwerken droht im Zuge der Fusion allerdings ein spürbarer Stellenabbau.

Denn Outokumpu will durch den Zusammenschluss nach Angaben von Konzernchef Mika Seitovirta Synergieeffekte in Höhe von fast 200 Millionen Euro jährlich realisieren. Dazu sollen die Schmelzkapazitäten des fusionierten Unternehmens um rund 1,4 Millionen Tonnen reduziert werden.

Der Schmelzbetrieb im Inoxum-Werk in Krefeld soll bereits Ende 2013 geschlossen werden. Die Schließung des Schmelzbetriebs in Bochum ist für Ende 2016 vorgesehen. Daneben erwägt Outokumpu (Other OTC: OUTKF - Nachrichten) eine Reduzierung der Kaltwalzkapazitäten in Schweden.

Insgesamt dürften die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen in den nächsten vier Jahren zum Wegfall von bis zu 2.000 Arbeitsplätzen führen. Doch würden sämtliche Änderungen sozialverträglich durchgeführt, betonte das Unternehmen.

Finanzielle Entlastung für ThyssenKrupp

Den Grund für den drastischen Sparkurs offenbart ein Blick in die Bilanz: Nach einer Proforma-Berechnung erwirtschaftete das neue Unternehmen in den ersten neuen Monaten dieses Jahres einen Betriebsverlust von 365 Millionen Euro. Selbst nach dem Herausrechnen von Einmaleffekten blieb der Konzern tief in den roten Zahlen.

Für den sogar mit Milliardenverlusten kämpfenden ThyssenKrupp-Konzern bedeutet der Verkauf der Edelstahlsparte eine spürbare finanzielle Entlastung. Denn ThyssenKrupp erhält nicht nur eine Milliarde Euro in bar. Die Finnen übernehmen außerdem externe Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen der Edelstahltochter Inoxum. Außerdem behält ThyssenKrupp eine Finanzforderung gegen Outokumpu im derzeitigen Wert von rund 1,25 Milliarden Euro und erhält zusätzlich einen Anteil von 29,9 Prozent am neuen Unternehmen.

Die Geschichte der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte begann vor 100 Jahren. Am 18. Oktober 1912 meldete der Krupp-Konzern beim Reichspatentamt in Berlin die "Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandskraft gegen Korrosion erfordern" zum Patent an. Unter dem Markennamen Nirosta - ein Kunstwort für "NIcht ROstenden STAhl" - begann die Erfindung danach ihren Siegeszug um die Welt.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger begrüßte dennoch den Abschied vom Traditionsgeschäft. "Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt dafür gemacht, ThyssenKrupp erfolgreich in die Zukunft zu entwicklen", sagte er am Freitag.

dapd

Aktuelle Nachrichten

  • Börsianer feiern Tesla trotz 320-Millionen-Verlust

    Börsianer feiern Tesla trotz 320-Millionen-Verlust

    Der Elektroautobauer Tesla wird trotz roter Zahlen an der Börse gefeiert. Im vierten Quartal nahm der Verlust überraschend um fast das Dreifache im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf … Mehr »

    vor 2 Stunden 17 Minuten
  • Zahl der Twitter-Nutzer wächst nicht mehr

    Zahl der Twitter-Nutzer wächst nicht mehr

    Twitter hat im vergangenen Quartal aktive Nutzer verloren. Am Markt war mit einem wenigstens kleinen Wachstum gerechnet worden, die bereits schwer gebeutelte Aktie verlor im nachbörslichen Handel … Mehr »

    vor 2 Stunden 20 Minuten
  • Cisco begeistert Anleger mit Quartalszahlen

    Cisco begeistert Anleger mit Quartalszahlen

    Der US-Netzwerkriese Cisco hat einen überraschend starken Gewinnsprung zum Jahresende geschafft. Im Geschäftsquartal bis Ende Januar stieg der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 31 … Mehr »

    vor 2 Stunden 30 Minuten
  • Zynga weiter in roten Zahlen

    Zynga weiter in roten Zahlen

    Die Spiele-Firma Zynga ist erneut tief in die roten Zahlen gerutscht. Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von knapp 47 Millionen Dollar. … Mehr »

    vor 2 Stunden 32 Minuten
  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »