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ThyssenKrupp braucht langen Atem

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Essen (dapd-nrw). Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp rechnet in diesem Jahr noch nicht mit durchschlagenden Erfolgen seiner Sanierungsbemühungen. Erst im Anfang Oktober beginnenden Geschäftsjahr 2013/2014 erwartet der Konzern wieder steigende Umsätze und signifikante Ergebnisverbesserungen, wie er am Dienstag in seiner Zwischenbilanz für das erste Quartal 2012/2013 mitteilte.

Für das laufende Jahr geht ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) bei den fortgeführten Aktivitäten lediglich von einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau von etwa 40 Milliarden Euro aus. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll mit rund einer Milliarde Euro sogar um rund 400 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert liegen.

Nach den Milliardenverlusten im vergangenen Geschäftsjahr konnte ThyssenKrupp für die Zeit zwischen Oktober und Dezember 2012 für den Gesamtkonzern unter dem Strich zumindest wieder einen Mini-Gewinn von 35 Millionen Euro ausweisen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war noch ein Verlust von 460 Millionen Euro angefallen. Doch ist die Verbesserung vor allem auf den Wegfall von Einmalbelastungen und die Einnahmen aus dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts zurückzuführen.

Konzernchef Heinrich Hiesinger räumte ein: "Mit der heutigen Ertragskraft des Konzerns können wir noch nicht zufrieden sein." Er werde weiter mit Nachdruck daran arbeiten, das Wertpotenzial des Unternehmens erheblich zu verbessern.

Hiesinger will in den nächsten drei Jahren im Konzern zwei Milliarden Euro einsparen. Ein erster Schritt auf diesem Weg sei das vor wenigen Tagen angekündigte Optimierungsprogramm für das europäische Stahlgeschäft, das unter anderem den Abbau von mehr als 2.000 Arbeitsplätzen vorsieht, betonte der Manager.

Im operativen Geschäft leidet der Konzern nach wie vor unter der Wirtschaftskrise und seiner Abhängigkeit vom stark zyklischen Stahlgeschäft. Im europäischen Stahlgeschäft brach das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) im ersten Quartal um mehr als zwei Drittel auf 30 Millionen Euro ein. Besser liefen die Geschäfte bei Aufzügen und im Anlagenbau, die mit Auftragseingängen auf Rekordniveau glänzten.

Insgesamt verringerte sich der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten des Konzerns - also ohne die Sparten, die verkauft werden sollen - im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern fiel hier mit 29 Millionen Euro um 29 Prozent niedriger aus.

Seine Nettofinanzschulden konnte der Konzern vor allem dank des Verkaufs der Edelstahlsparte um rund 600 Millionen Euro auf 5,2 Milliarden Euro reduzieren. Weitere Impulse zum Schuldenabbau erwartet der Konzern durch den Verkauf seiner Stahlwerke in den USA und in Brasilien. Der Verkaufsprozess verlaufe nach Plan und man sei zuversichtlich, "im Laufe dieses Geschäftsjahres für beide Werke eine neue Perspektive zu finden", betonte das Unternehmen.

An der Börse verlor die ThyssenKrupp-Aktie bis zum Dienstagnachmittag rund ein halbes Prozent an Wert.

dapd