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Test: Sparangebote auf Online-Zinsportalen

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)


Wer derzeit Fest- oder Tagesgeld bei Banken anlegen will, schaut in die Röhre, was die Zinsen angeht. Doch Null- oder sogar Minuszinsen müssen nicht sein. Stiftung Warentest nahm die Sparangebote von Online-Zinsportalen ins Visier und fand einige Anbieter die überzeugen konnten.

Die Zinsen für Sparer sind im Keller. Bei vielen Banken gibt es gar keine Zinsen mehr fürs Fest- oder Tagesgeld, einige verlangen sogar Minuszinsen von ihren Kunden. Doch im Internet scheint in Sachen Zinsen immer noch etwas zu gehen, Renditen von bis zu drei Prozent im Jahr versprechen manche Anbieter.

Doch was steckt hinter solchen verheißungsvollen Angeboten von Internetzinsportalen? Stiftung Warentest machte die Probe aufs Exempel. „Ob sie empfehlenswert sind, hängt meist davon ab, wo die betreffende Bank ihren Sitz hat. Von bestimmten Ländern halten sich Zinsanleger besser fern. Einige Angebote enthalten zudem Bedingungen, die wir im Zinstest nicht akzeptieren. Der Sparer bekommt zum Beispiel keinen Zinseszins oder er muss ausländische Quellensteuern zahlen“, so die Experten in der aktuellen Ausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest.

Bei den Zinsportalen selbst handelt es sich übrigens nicht um Banken, sondern vielmehr um Vermittler. Die führen Angebote verschiedener Banken auf ihrem Portal zusammen. Das biete Anlegern durchaus Vorteile, denn wer sich einmal auf dem Portal angemeldet habe, könne unbürokratisch und kostenlos zwischen den Angeboten wechseln. Jedes Mal ein neues Konto zu eröffnen, sei somit unnötig.

Finanztest nennt die Eckzahlen zu den derzeit vier bestehenden Zinsportalen wie folgt: Das älteste heißt Weltsparen, ging 2013 an den Start und hat bereits Einlagen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vermittelt. 2014 folgte Savedo, es kann die Vermittlung von 300 Millionen Euro verbuchen und bietet neuerdings auch Gold- und Silberhandel an. 2015 kam Zinspilot dazu, das Unternehmen hat bisher eine Milliarde vermittelt. Der jüngste Mitstreiter heißt Zinsgold, eröffnete erst im November 2016 und ist eine Tochter der Berliner Internetholding Rocket Internet, die das Online-Modehaus Zalando an die Börse gebracht hat.

Auf den Zinsportalen fand Stiftung Warentest viele attraktive Angebote, aber einige hätten auch ihre Tücken, heißt es im Testbericht. Auf Weltsparen fanden die Experten die meisten Angebote ohne Haken, aber auch viele nicht empfehlenswerte, wie etwa die von Novo Banca, Alior Bank und KentBank.

Ein Währungsrisiko würden Anleger bei Zinsanlagen auf den Portalen üblicherweise nicht eingehen, auch wenn die Banken außerhalb des Euro-Raumes ansässig seien. „Weltsparen bietet auch ein paar entsprechend gekennzeichnete Anlagen in Fremdwährung an, zum Beispiel bei der norwegischen BN Bank. Als sichere Anlagen sind Angebote in Fremdwährung grundsätzlich ungeeignet“, erklären die Experten. Grund: Man traue den Sicherungssystemen ihrer Herkunftsländer nicht zu, eine größere Bankenpleite zu stemmen.

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Empfehlenswerte Angebote
Stiftung Warentest ermittelte auch eine ganze Reihe empfehlenswerter Angebote, die alle Testkriterien erfüllten. Bei Weltsparen waren es acht von 21, bei Zinspilot drei von fünf. Bei Laufzeiten von sechs Monaten, einem und zwei Jahren lag die in Österreich ansässige Addiko Bank im Test ganz vorn. Zu den Topprodukten bei Laufzeiten von einem beziehungsweise zwei Jahren würden zudem die Angebote der französischen BESV, der österreichischen Euram Bank und der britischen First Save Euro zählen. Für Anlagen mit zwei und drei Jahren Laufzeit empfehlen die Verbraucherschützer die britische Bank Close Brothers, deren Angebote auf Zinspilot zu finden sind.

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest zum Thema „Zinstest: Zinsportale“ finden Sie hier (kostenpflichtig).