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Tesla muss fast 50.000 Autos zurückrufen

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Dem E-Auto-Pionier Tesla macht ein Rückruf in China zu schaffen. Zehntausende aus dem Ausland importierte Tesla-Modelle der Reihen S und X müssen zurück in die Werkstatt. Darauf reagierte auch die Wall Street.

China ist ein wichtiger Markt für den E-Autopionier Tesla. Foto: dpa
China ist ein wichtiger Markt für den E-Autopionier Tesla. Foto: dpa

Schlechte Nachrichten für Elon Musks E-Autobauer in China: Auf Anordnung der chinesischen Aufsichtsbehörden muss Tesla insgesamt 48.442 Fahrzeuge der Modellreihen S und X in die Werkstätten zurückrollen. Hintergrund seien Probleme bei der Radaufhängung.

Der Rückruf gilt für den Großteil der importierten Fahrzeuge, die das Unternehmen in den letzten Jahren in China verkauft hat. Das zurückgerufenen Fahrzeuge wurden zwischen dem 17. September 2013 und dem 15. Januar 2018 hergestellt. Dies geht aus einer Erklärung der staatlichen Marktregulierungsbehörde vom Freitag hervor. Es gibt zwei verschiedene Aufhängungsfehler, und einige der zurückgerufenen Fahrzeuge haben möglicherweise beide, sagte die Behörde. Ein Tesla-Vertreter in China lehnte eine Stellungnahme ab.

Dies ist ein Rückschlag für den US-amerikanischen Elektroautohersteller, da er auf dem größten Automobilmarkt der Welt einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt ist. Die Tesla-Aktien gaben an der Wall Street um mehr als drei Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 411,64 Dollar nach.

China ist ein wichtiger Markt für den E-Autopionier, das Werk in Shanghai ein besonderes Prestige-Projekt des Gründers Musk. Tesla begann dort Anfang 2020 mit der Produktion. Danach wurden in der Regel nur noch wenige hundert Fahrzeuge pro Monat verkauft, die aus den USA importiert worden waren. Im Shanghaier Werk werden laut Tesla 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert. Die monatlichen Registrierungen von lokal hergestelltem Teslas liegen seit mehreren Monaten im Bereich von 11.000 und sind nach Angaben des staatlich unterstützten China Automotive Information Net im September auf 10.881 gesunken.

Abgesehen von der Rückrufmeldung in China läuft es bei Tesla allerdings sehr gut. Das fünfte Quartal in Serie hat der US-Autobauer schwarze Zahlen geschrieben und seine ambitionierten Jahresziele bestätigt. In den drei Monaten bis Ende September wurde ein Nettogewinn von 331 Millionen Dollar (279 Millionen Euro) erzielt, wie der Konzern am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Damit steigerte Tesla das Ergebnis im Jahresvergleich um satte 131 Prozent.

Der Umsatz wuchs um 39 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Tesla übertraf die Erwartungen klar, die Aktie reagierte bereits nachbörslich mit einem deutlichen Kursanstieg und ging am Donnerstag mit einem Plus von drei Prozent in den US-Handel. Mit den überraschend starken Quartalszahlen baut Tesla seine Erfolgsserie aus – seit der Gründung 2003 war das Unternehmen noch nie über über einen so langen Zeitraum profitabel.

Für Teslas Firmenchef Musk, der nebenher noch die Raketenfirma SpaceX und viele andere Projekte betreibt, ist der Höhenflug ein Triumph. Jahrelang schrieb sein Konzern tiefrote Zahlen, die Zukunft schien ungewiss. Nun lieferte Tesla sogar einen Rekord beim Betriebsgewinn - obwohl der Automarkt insgesamt erheblich unter der Corona-Krise ächzt. „Das dritte Quartal war das beste in unserer Geschichte“, durfte Musk nach Vorlage des Finanzberichts in einer Konferenzschalte mit Finanzanalysten feststellen

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