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Dieser Teenager verblüfft die Tischtennis-Welt

Dieser Teenager verblüfft die Tischtennis-Welt
Dieser Teenager verblüfft die Tischtennis-Welt

Beim WTT Contender 2023 in Antalya wurden die Zuschauer am vergangenen Sonntag im Einzelwettbewerb der Männer Zeugen eines Finales, das an Spannung kaum zu überbieten war. Am Ende musste sich Deutschlands Nummer eins Dimitrij Ovtcharov in sieben Sätzen geschlagen geben.

Für seinen Kontrahenten Felix Lebrun ist der Erfolg ein Meilenstein seiner Karriere. Der Franzose feiert seinen ersten Sieg überhaupt bei einem WTT-Turnier. Das Besondere daran: Lebrun war bei seinem Erfolg genau 17 Jahre, einen Monat und zwölf Tage jung.

Als Lebrun auf die Welt kam, sammelte der mittlerweile 35 Jahre alte Ovtcharov bereits erste Erfahrungen in der Tischtennis-Bundesliga.

„Gegen einen Spieler wie Ovtcharov zu gewinnen, ist sehr wichtig für mich. Ich bin überglücklich“, strahlte der junge Franzose nach seinem Sieg im Gespräch mit L‘Équipe und sprach gleich eine Hoffnung aus: „Ich hoffe, es wird nicht das letzte Mal sein.“

Kein Europäer beim Einzug in die Top 10 jünger

Neben dem ersten WTT-Titel darf sich der junge Mann aus Montpellier noch über einen weiteren Höhepunkt freuen. Erstmals in seiner Karriere springt er in der Weltrangliste unter die besten zehn Spieler - genauer gesagt auf Rang neun und damit nur einen Platz hinter Ovtcharov, dem aktuell besten Europäer. Er ist weltweit der drittjüngste Spieler, dem der Einzug in die Top-Ten gelingt.

Für europäische Spieler hat er sogar eine neue Bestmarke aufgestellt. Lediglich der Japaner Tomokazu Harimoto (14 Jahre, zehn Monate, vier Tage) und der Chinese Fan Zhendong (16 Jahre, fünf Monate, neun Tage) waren bei ihrer ersten Top-Ten-Platzierung jünger.

Schaut man die Bilanz der vergangenen Wochen an, kommt dieser Erfolg jedoch nicht überraschend.

Seit Ende August hat Lebrun in 29 Spielen lediglich viermal verloren. Unter anderem hat er in Antalya auch noch Anton Kallberg (3:1) und Hugo Calderano, seines Zeichens die Nummer fünf der Welt, besiegt (3:0). Insgesamt hat der Rechtshänder in diesem Jahr bislang eine Siegquote von 71 Prozent.

Zudem hat Lebrun in diesem Jahr bei den Europaspielen triumphiert und im Team bei der Europameisterschaft Bronze geholt.

„Ich denke, der Auslöser waren die Europaspiele“, suchte er eine Erklärung für seinen Erfolgslauf: „Ich habe es geschafft, meinen ersten großen Wettkampf zu gewinnen und im Teamwettbewerb ungeschlagen zu bleiben, was mir Selbstvertrauen gegeben hat.“

Tischtennis: Lebrun abgezockt gegen Ovtcharov

Dieses Selbstvertrauen hat Lebrun auch im Finale gegen Ovtcharov bewiesen.

Im dritten Satz lag er bereits mit 2:9 hinten, konnte den Durchgang jedoch noch mit 15:13 für sich entscheiden. Er kämpfte sich auf 6:9 heran, „was schon ein kleiner Sieg für mich war“, beschrieb der Franzose die Situation und fügte hinzu: „Dann sagte ich mir, dass ich gar nicht so weit weg war. Ich versuchte, mir kleine Ziele zu setzen, nach und nach zurückzukommen.“

Das gelang ihm. Er ging mit 2:1 nach Sätzen in Führung und holte sich auch den folgenden Durchgang zum 3:1. Zwar schlug Ovtcharov nochmal zurück und erzwang den Entscheidungssatz, aber auch hier zeigte der Youngster eine für sein Alter ungewöhnliche Nervenstärke. Fünfmal wechselte die Führung in diesem Satz, lediglich zu Beginn konnte Ovtcharov auf zwei Punkte davonziehen, ebenso Lebrun am Schluss - dann aber zur Entscheidung.

„Ich wusste, dass ich die Chance hatte, in diesem Turnier weit zu kommen, aber ich habe nicht daran gedacht, zu gewinnen, es ist außergewöhnlich“, meinte Lebrun. Zudem habe sein Gegenüber bereits sechs olympische Medaillen in seiner Karriere gesammelt.

Frankreichs Chance auf eine goldene Zukunft

Damit könnte Lebrun eine erfolgreiche Ära für das französische Tischtennis einleiten. Erstmals seit März 2018 ist ein Spieler aus der Grande Nation wieder in der Top 10 geführt.

Damals stand Simon Gauzy auf Rang acht. Und es gibt noch einen weiteren Grund für Frankreich, auf eine goldene Tischtenniszukunft zu hoffen. Lebrun ist nicht allein. Sein Bruder Alexis ist 20 Jahre alt, hat sein Talent ebenfalls schon unter Beweis gestellt.

Anfang Oktober gewann das Lebrun-Doppel bei der WTT Star Contender in Lanzhou den Titel. Im Finale besiegte sie das chinesische Doppel Yingbin Xu und Shidong Lin.

Mittlerweile sind die Franzosen in der Doppel-Weltrangliste auf Platz sechs und damit das beste nicht-asiatische Duo. Erst auf Rang acht folgt Ovtcharov mit seinem Doppelpartner Patrick Franziska.

„Statt Legosteine hatten sie Schläger und Bälle“

Geht es nach Mama Lebrun, wurde ihren Söhnen der Erfolg in die Wiege gelegt. Vater Stéphane und sein Onkel Christophe Legoût (ehemalige Nummer 14 der Welt) waren ebenfalls als Tischtennis-Profis unterwegs.

„Sie wurden mit einem kleinen Ball geboren. Statt Schubladen mit Spielzeugautos und Legosteinen hatten sie Schubladen mit Schlägern und Bällen“, wird Dominique Lebrun von nouvelles-dujour.com zitiert.

Es sieht so aus, als würde man von diesen beiden in Zukunft noch öfter hören. Aus französischer Sicht am besten im kommenden Sommer, wenn die Olympischen Spiele 2024 in Paris stattfinden. Bereits zuvor könnte Felix Lebrun Deutschlands Nummer 1 Ovtcharov als besten Tischtennisspieler Europas abgelöst haben.