Werbung
Deutsche Märkte schließen in 34 Minuten
  • DAX

    18.320,14
    -310,72 (-1,67%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.949,45
    -84,98 (-1,69%)
     
  • Dow Jones 30

    38.459,67
    -252,54 (-0,65%)
     
  • Gold

    2.327,60
    -27,20 (-1,16%)
     
  • EUR/USD

    1,0771
    -0,0043 (-0,40%)
     
  • Bitcoin EUR

    62.756,85
    -2.125,62 (-3,28%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.424,94
    +11,99 (+0,85%)
     
  • Öl (Brent)

    78,83
    +0,33 (+0,42%)
     
  • MDAX

    26.186,21
    -586,71 (-2,19%)
     
  • TecDAX

    3.414,68
    -46,91 (-1,36%)
     
  • SDAX

    14.705,37
    -343,80 (-2,28%)
     
  • Nikkei 225

    38.720,47
    -156,24 (-0,40%)
     
  • FTSE 100

    8.158,79
    -56,69 (-0,69%)
     
  • CAC 40

    7.723,66
    -141,04 (-1,79%)
     
  • Nasdaq Compositive

    17.646,27
    +37,84 (+0,21%)
     

Techniken zum CO2-Entzug aus der Luft gerade erst am Start

OXFORD (dpa-AFX) -Der Ausstoß an Kohlendioxid steigt unentwegt. Viele Staaten haben zwar damit begonnen, das Treibhausgas aus der Atmosphäre zu ziehen. Doch für einen ausreichenden Klimaschutz genügt das einem großen Report zufolge noch nicht. Am wichtigsten beim Klimaschutz bleibe es weiterhin, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu vermindern, betont das Team um Erstautor Stephen Smith von der Universität Oxford. Doch bis Mitte des Jahrhunderts müsse die CO2-Entnahme und Speicherung auf 7 bis 9 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr steigen, heißt es in dem Report, der am Dienstag vorgestellt wurde. Nur dann könne die Erderwärmung wie in Paris vereinbart möglichst auf 1,5 Grad, zumindest aber auf deutlich unter zwei Grad, begrenzt werden.

Die Bundesregierung hat erst in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf zur Speicherung von in Anlagen anfallendem CO2 vor allem in der Nordsee beschlossen. Dabei soll es um derzeit technisch schwer vermeidbare Emissionen gehen, etwa in der Kalk- und Zementproduktion sowie der Abfallverbrennung.

Derzeit würden weltweit nur 2,2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr aus der Atmosphäre entfernt, hauptsächlich durch konventionelle Methoden wie Aufforstung und Wiederaufforstung, heißt es in dem internationalen Bericht "State of Carbon Dioxide Removal 2024" ("Stand der CO2-Entnahme 2024"). Moderne Verfahren ziehen bislang sogar nur 1,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft - und damit weniger als 0,1 Prozent der gesamten Menge, die entzogen wird.

Dazu zählen die CO2-Entnahme aus der Luft mit anschließender Speicherung oder die Verbrennung von Pflanzen, wobei das entstandene CO2 ebenfalls eingelagert wird. Pflanzen ziehen beim Wachsen CO2 aus der Atmosphäre. Ein anderes Verfahren produziert aus Pflanzen Biokohle, die in den Erdboden kommt.

WERBUNG

"Wir sind so ein bisschen da, wo wir bei den erneuerbaren Energien vor 30 Jahren waren", sagte Daniela Thrän vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. "Wir müssen uns heute überlegen, wie man gerade die neuen technischen Lösungen sozusagen auf die Straße bekommt." Nötig sei es, Demonstrationsanlagen zu bauen, wie es die USA bereits machten, und Lager für CO2 auszuwählen.

Derzeit besteht laut Report noch eine erhebliche Lücke zwischen den nationalen Vorschlägen der Länder für die CO2-Entnahme und den meisten Szenarien, die mit dem Pariser Temperaturziel vereinbar sind. Die genaue Größe der Lücke stehe jedoch nicht fest. "Eine kritische Unsicherheit besteht darin, wie die Tatsache zu berücksichtigen ist, dass die globalen Emissionen in den letzten Jahren nicht zurückgegangen sind, wie in den Szenarien prognostiziert", heißt es im Report.

Es sei gut, dass der Report die wichtigste Botschaft gleich zu Beginn präsentiere, sagte Simon Wolf von der Organisation Germanwatch: "Die Emissionsminderung bleibt der zentrale Hebel gegen die Erderhitzung und die bisherigen Bemühungen reichen bei weitem nicht aus." Zugleich sieht es auch Wolf als wichtig an, "rechtzeitig auf ein Maß an Negativemissionen zu kommen, dass wir für einen 1,5 Grad-kompatiblen Pfad brauchen".