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Teamviewer-Aktie: Warum die Probleme wahrscheinlich hausgemacht sind!

·Lesedauer: 3 Min.

Warren Buffett sagte einmal: „Ich investiere immer in Unternehmen, die ein Idiot leiten kann, denn eines Tages wird es einer tun.“ Etwas überspitzt trifft das Zitat aktuell auf Teamviewer (WKN: A2YN90) zu. Dies belegen die aktuellen Zahlen zum dritten Quartal 2021. Teamviewer konnte zwar seinen Umsatz um 8,9 % auf 127,7 Mio. Euro steigern, doch der Gewinn sank um 88,3 % auf nur noch 3,685 Mio. Euro.

Teamviewer leidet unter zu hohen Kosten

Die Aktie vollzog eine ähnliche Entwicklung. Sie verlor vom Hoch im letzten Jahr (2020) bis heute (03.11.2021) fast 73 % an Wert. Zwar hat sich das Wachstum des Unternehmens abgeschwächt, doch den wahren Grund für den starken Kurseinbruch liefern sehr wahrscheinlich die Managemententscheidungen selbst.

So stiegen die Vertriebs- und Marketingkosten im dritten Quartal 2021 in Summe um 32,228 Mio. Euro. Hätte sich Teamviewer hingegen etwas bescheidener gezeigt, wäre der Einbruch deutlich geringer ausgefallen. Bei gleichbleibenden Vertriebs- und Marketingausgaben wäre Teamviewers Gewinn sogar um 13,6 % auf 35,9 Mio. Euro gestiegen.

Das Unternehmen hat sich mittlerweile die Fehler eingestanden und verlängert deshalb den 2022 endenden Vertrag des Finanzvorstandes Stefan Gaiser nicht. Das Management wird zudem um einen Vertriebsvorstand erweitert. Im letzten Jahr (2020) hatte Teamviewer zwei teure Werbeverträge mit dem Fußballclub Manchester United und dem Mercedes-Formel-1-Team geschlossen. Schon damals begann die Aktie, aufgrund der heute zutage tretenden Folgen zu fallen.

Teamviewer hat das Problem erkannt

Die entscheidende Frage lautet nun: Kann Teamviewer wieder zu alter Stärke zurückfinden? Die Antwort lautet: Sehr wahrscheinlich ja, denn das operative Geschäft wächst und könnte sehr profitabel sein. Allerdings muss sich zeigen, wie schnell das Unternehmen nun seine zu hohen Ausgaben kürzt.

Das Problem wurde bereits erkannt, was durch folgende Aussage des CEOs Oliver Steil untermauert wird: „Das vergangene Quartal war herausfordernd. Auch wenn unser Billings-Wachstum und die Profitabilität weiter auf einem sehr attraktiven Niveau liegen, sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Das werden wir angehen und einige unserer Wachstumsinitiativen sowie unsere Kostenstruktur neu justieren. Details zu diesen Maßnahmen werden wir auf unserem Kapitalmarkttag präsentieren. Teamviewer ist mit der starken Position in Wachstumsmärkten, einem einzigartigen Finanzprofil und dem erweiterten Lösungsangebot hervorragend aufgestellt. Wir als Führungsteam sind deshalb von Teamviewers langfristigen Wachstumschancen auf Basis von globalen Megatrends voll überzeugt.“

Teamviewer hatte bereits am 6. Oktober 2021 seine Prognose reduziert. Zukünftig geht das Unternehmen von einem Billings-Wachstum im oberen Zehnerprozentbereich aus statt von bisher mindestens 25 %. Die Gewinnmargen sollen sich langfristig nur noch erholen und nicht mehr steigen.

Fazit

Wie profitabel Teamviewer sein kann, zeigt die operative Cashflowmarge. Sie liegt nach den ersten drei Quartalen 2021 bei 31,9 %. Aktuell könnte deshalb ein weiteres Warren-Buffett-Zitat zutreffen: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Sei ängstlich, wenn andere gierig sind.“

Der Artikel Teamviewer-Aktie: Warum die Probleme wahrscheinlich hausgemacht sind! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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