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Tausende Puten in Niedersachsen wegen Vogelgrippe-Ausbruchs getötet

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Im Kampf gegen die Vogelgrippe sind in Niedersachsen erneut tausende Tiere getötet worden, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Im Landkreis Cloppenburg bestätigte sich der Verdacht auf den Vogelgrippe-Erreger H5N8, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte. In zwei Betrieben sollten demnach rund 21.000 Puten getötet werden.

Zuvor waren 10.000 Puten in einem Betrieb im Landkreis Oldenburg und jeweils rund 12.000 Tiere in zwei damit in Kontakt stehenden Betrieben im Landkreis Vechta getötet worden. In dem Puten-Betrieb im Kreis Oldenburg war ein Fall von Vogelgrippe festgestellt worden. Im Landkreis Northeim wurde das Virus in einem Kleinstbetrieb mit 18 Hühnern und sechs Enten entdeckt. Auch diese Tiere mussten getötet werden.

Wie das Virus in die geschlossenen Putenställe gekommen sei, sei weiter unklar, erklärte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) zu den neuen Fällen. Alle möglichen Wege müssten konsequent untersucht werden.

Das für Vögel hochgradig tödliche H5N8-Virus hatte sich in den vergangenen Wochen mutmaßlich über Wildvögel in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Vogelgrippe-Erreger treten in mehreren Varianten auf, die unterschiedlich ansteckend und tödlich sind. Einige können auch Menschen infizieren und Erkrankungen auslösen. H5N8 gehört nach bisherigem Kenntnisstand - anders als etwa H5N1 - aber nicht dazu.

Eine Übertragung der Viren auf Menschen etwa über Geflügelfleisch oder Eier aus dem Handel gilt nach Angaben der Behörden als theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Infektionen auf diesem Weg sind nicht bekannt.