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Was taugen Corona-Schnelltests?

·Lesedauer: 3 Min.

Auf Flügen oder in Altenheimen; Immer häufiger kommen Corona-Schnelltests zum Einsatz. Was steckt dahinter? Und wie sicher sind die Ergebnisse?

Ein Antigen-Schnelltest zum COVID-19-Antikörper-Nachweis soll schnell und einfach Gewissheit bringen. Foto: dpa
Ein Antigen-Schnelltest zum COVID-19-Antikörper-Nachweis soll schnell und einfach Gewissheit bringen. Foto: dpa

Nur wer negativ getestet ist, erhält seine Bordkarte. Dafür müssen die Lufthansa-Passagiere zunächst einen Nasen- oder Rachenabstrich über sich ergehen lassen und sich dann noch etwas in Geduld üben. In weniger als einer Stunde erhalten sie dann das Ergebnis.

Nicht nur bei der Lufthansa, sondern auch in Alten- und Pflegeheimen kommen die Schnelltests jetzt häufiger zum Einsatz, um Bewohner, Pfleger oder auch Besucher auf das Virus zu testen. Die Tests könnten helfen, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und die Pandemie einzudämmen. Hersteller, darunter große Medizinkonzerne wie Roche, Abbott oder Siemens Healthineers wittern ein großes Geschäft. Nach einer Liste der deutschen Arznei-Zulassungsbehörde BfArM gibt es in Deutschland mittlerweile über hundert Anbieter.

Bislang übersteigt die Nachfrage aber noch deutlich das Angebot. Der Schweizer Pharmakonzern Roche produzierte im Oktober weltweit 40 Millionen Tests – doch das reicht längst nicht. „Bei allen Herstellern sind die Antigen-Schnelltests derzeit ausverkauft“, sagt Roche-Chef Severin Schwan. In Kürze will Roche seine Produktion auf 100 Millionen Tests im Monat hochfahren.

Der Vorteil der Tests liegt in der schnellen Auswertung, der Nachteil in der zuweilen fehlenden Genauigkeit. Mit den klassischen PCR-Tests im Labor können die Schnelltests jedenfalls nicht mithalten. Die PCR-Tests können auch noch bei geringen Virenmengen erkennen, ob eine Infektion vorliegt – dazu wird das Erbgut in einem aufwändigen Verfahren im Labor vervielfältigt. Bei den Schnelltests sind die Möglichkeiten beschränkter – diese suchen gezielt nach den Proteinen, die auf der Virushülle sitzen. Ist die Virusmenge nicht groß genug, versagt das System. Dafür braucht es zur Auswertung nur ein paar Hilfsmittel und Teststreifen – und nicht gleich eine ganze Laborausstattung.


Wie unsicher die Tests sein können, erfuhr kürzlich auch Tesla-Visionär Elon Musk, der sich nach eigener Aussage gleich viermal kurz hintereinander mit Schnelltests eines US-Herstellers testen ließ - und dann zwei positive und zwei negative Ergebnisse angezeigt bekam.

Die meisten Schnelltests erreichen immerhin einen Sensitivitätswert von etwa 96 Prozent. Was bedeutet, dass 96 Prozent der Infizierten korrekt erkannt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass vier Prozent der Angaben falsch sind.

Die meisten Tests benötigen 15 Minuten. Zwischen den einzelnen Herstellern gibt es bezüglich der Genauigkeit allerdings einige Unterschiede:

  • Siemens Healthineers, die einstige Siemens-Medizintechnik, erreicht einen Sensitivitätswert von 96,72. Dazu kooperiert Siemens Healthineers mit dem texanischen Unternehmen Healgen Scientific.

  • Der Schnelltest von Roche, seit September auf dem Markt, erreicht eine Sensitivität von 96,52. Entwickelt wurde das Verfahren von einem südkoreanischen Partnerunternehmen.

  • Das Rostocker Biotechunternehmen Centogene stellt die Schnelltests für die Lufthansa bereit. Der Sensitivitätswert liegt nach eigenen Angaben bei 93.

  • Der US-Konzern Abbott entwickelte seinen Schnelltest namens in Eigenregie – dieser erreicht einen Wert von 91,4.

  • Das nordrhein-westfälische Biotechunternehmen Qiagen aus Hilden bei Düsseldorf hat bereits angekündigt, einen Schnelltest zu liefern, der innerhalb von 2 bis 15 Minuten ein Ergebnis liefert. In Deutschland ist der Tests allerdings noch nicht auf dem Markt. In den bisherigen Studien wurde ein Sensitivitätswert von 90 erreicht.

Bei den Tests muss freilich medizinisches Fachpersonal dafür sorgen, dass Abstrich und Auswertung ordnungsgemäß durchgeführt werden. Auch Apotheken dürfen nur an Fachpersonal verkaufen. Bei Laien sei die Gefahr zu groß, dass sie nur ein wenig im Rachen herumstochern und das Ergebnis dann zu ungenau ausfalle, heißt es zur Begründung.

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