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Tandemploy-Gründerinnen über ihr Jahr 2021: „Endlich getraut, ans Meer zu ziehen“

·Lesedauer: 4 Min.
Die Tandemploy-Gründerinnen Jana Tepe und Anna Kaiser (rechts) teilen sich die Herausforderungen als Co-CEOs.
Die Tandemploy-Gründerinnen Jana Tepe und Anna Kaiser (rechts) teilen sich die Herausforderungen als Co-CEOs.

Jana Tepe (35) und Anna Kaiser (38) haben vor acht Jahren Tandemploy gegründet. Zusammen, natürlich, denn das war Tandemploy damals: eine Jobsharing-Plattform. Inzwischen entwickeln sie mit ihrem Digital-Startup eine Software, die Mitarbeitende innerhalb von Firmen und für verschiedenste kollaborative und flexible Arbeitsformen miteinander vernetzt. Um Silos abzubauen, um Expertise und Erfahrung auszutauschen.

Die beiden Gründerinnen empfanden – wie die meisten – das Jahr 2021 als herausfordernd. Aber weniger schlimm, weil sie sich Aufgaben und Verantwortung teilen konnten, sagen sie. Gut getan habe ihnen auch die persönliche Entscheidung, endlich an Orte zu ziehen, an denen sie eigentlich leben wollten. Wie sich dadurch ihre Arbeitsweise verändert hat, das erzählen sie gemeinsam im Gründerszene-Fragebogen.

Was habt ihr in diesem Jahr neu über euch gelernt?

Jana Tepe: Dass man in so einem Ausnahmejahr besonders gut auf sich und seine Liebsten – und natürlich auch auf die Mitarbeitenden – Acht geben muss. Es ist ein Ausnahmejahr für alle, und wir sollten deswegen besonders umsichtig und freundlich miteinander umgehen.

Stichwort Mental Health: Wie haltet ihr euch psychisch fit?

Anna Kaiser: Es hilft sehr, dass Jana und ich uns gegenseitig haben, um den beruflichen Druck auszubalancieren. Das ist das Schöne, wenn man die Geschäftsführung seines Startups teilt: Wir entlasten und beruhigen uns gegenseitig im Alltag sehr. Hat eine von uns einen schlechten Tag, ist die andere meist positiver – und mobilisiert dadurch wieder neue Kräfte.

Tepe: Gemeinsam sind wir sehr resilient. Dadurch sind wir mit Tandemploy gut durch das Jahr gekommen und freuen uns tatsächlich auch schon sehr auf 2022. Privat haben wir beide ein extrem unterstützendes Umfeld – ohne das würde es wahrscheinlich auch ganz anders aussehen.

Die Homeoffice-Regelungen änderten sich in diesem Jahr mehrfach. Wie habt ihr die Änderungen gehandhabt?

Kaiser: Wir waren schon vorher sehr flexibel und aufgeschlossen gegenüber Homeoffice, haben unsere Regelungen dazu während der Pandemie aber nochmals deutlich ausgeweitet und expliziter gemacht: Bei uns dürfen alle Mitarbeitenden arbeiten, von wo sie möchten, sofern es ihr Team und ihre Aufgabe nicht negativ beeinflusst. Das haben viele auch genutzt, haben vom Meer oder aus den Bergen gearbeitet oder sind teils auch ganz an ihre Wunschwohnorte gezogen.

Tepe: Auch Anna und ich leben das vor. Ich bin während der Pandemie endlich ans Meer gezogen, in einen kleinen Ort in Fahrradnähe zur Nordsee. Das wollte ich schon länger, habe mich aber nie ganz getraut, den Schritt zu gehen. Ich dachte irgendwie immer: Unsere Mitarbeitenden müssen nicht zwangsläufig in Berlin sein, aber Anna und ich schon. Die Pandemie hat gezeigt: Selbst das geht! Man kann eine Geschäftsleitung teilen – und von verschiedenen Standorten aus arbeiten. Anna wohnt nun einen Großteil des Jahres am Bodensee und in Frankreich.

Kaiser: Wir haben außerdem eine gemeinsame kleine Wohnung in Berlin behalten und treffen uns regelmäßig dort. Auch das hatten wir so nie geplant – aber es funktioniert richtig gut! Das Berliner Büro wird übrigens trotz „Anywhere Office“ nach wie vor sehr gerne genutzt, wenn es die aktuellen Regelungen zulassen. Es gibt sehr viele in unserem Team, die das Bürogefühl lieben und brauchen und die Wochen, in denen wir uns mit vielen Kolleginnen und Kollegen dort treffen, sind immer sehr intensiv und besonders schön.

Wie würdet ihr die Entwicklung der Startup-Szene im vergangenen Jahr beschreiben?

Tepe: Die Startup-Szene wurde durch die Pandemie ganz schön durcheinander gewirbelt. Man konnte deutlich beobachten, dass es Gewinnerinnen und Verlierer der Krise gab. Das war natürlich in jedem Wirtschaftszweig und zweifelsohne auch bei großen und etablierten Unternehmen so – aber Startups haben diesbezüglich einfach deutlich weniger Puffer und Ressourcen, gerade in Deutschland. Wir haben befreundete Startups gesehen, mit zuvor sehr gut funktionierenden Geschäftsmodellen und vielen Mitarbeitenden, die extrem schnell viel Personal abbauen mussten, weil alle Hilfen zu spät kamen. Mit unbürokratischen Überbrückungshilfen für Startups hätte das ganz anders ausgesehen.

Kaiser: Die Corona-Hilfen gerade für innovative Tech-Startups kamen viel zu langsam, waren viel zu niedrig und dadurch zu wenig wirksam. Es ist eine Schande, was da passiert ist – mit diesem Bereich, der maßgeblich Innovation in Deutschland vorantreibt.

Was habt ihr in diesem Jahr besonders vermisst?

Tepe: Unbeschwertheit und Spontaneität, große Feste mit Freunden feiern, Konzerte, Urlaub. Nichts, was lebenswichtig wäre, ein großes Privileg, ich weiß. Uns ging und geht es in der Pandemie verhältnismäßig sehr gut. Ich habe das Meer in meinem Alltag um die Ecke. Aber trotzdem hat mir in diesem Jahr oft die Leichtigkeit gefehlt, dieses warme Gefühl ums Herz, wenn man wirklich viel Quality-Time mit geliebten Menschen verbringt, ohne ständigen Blick auf Uhr oder den Kalender – oder schon mit dem Corona-Schnelltest im Anschlag. Es war ein extrem intensives und durchgetaktetes Jahr mit vielen Bällen in der Luft. Oh, und ein besonders elementarer Punkt, der mir gefehlt hat: eine zuverlässige Kinderbetreuung. Da spreche ich wahrscheinlich für viele, die Gründung oder Geschäftsführung und Familie verbinden. Eine durch und durch verrückte Situation.

Habt ihr ein Hobby neu für euch entdeckt?

Kaiser: Ich habe schon vor der Pandemie ein neues Hobby angefangen, das mir dann auch während der Lockdowns viel Freude bereitet hat: Ich lerne Cello spielen! Ein wunderbares Hobby. Allerdings auch eines, bei dem man schauen muss, wo man es macht. Nicht alle Nachbarn sind zwangsläufig hocherfreut.

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