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Takkt: Holt das Nordamerika-Geschäft den Zykliker aus dem Pandemie-Loch?

Henning Lindhoff, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Der Büromöbel-Versandhändler Takkt (WKN: 744600) aus Stuttgart rechnet mit anziehendem Geschäft ab dem zweiten Quartal 2021. Das operative Ergebnis soll im laufenden Jahr auf 100 bis 120 Mio. Euro steigen. Während der Corona-Pandemie ist es um 38 % eingebrochen. Der im vergangenen Jahr um 11,8 % auf 1,1 Mrd. Euro geschrumpfte Umsatz soll laut Prognose um 7 bis 12 % steigen.

Geschäftsmodell und Wachstumspotenzial des Hidden Champions überzeugen mich schon seit einigen Monaten. Das Management leistet hervorragende Arbeit und mit der Haniel-Gruppe steht eine starke Unternehmerfamilie als Ankerinvestor hinter Takkt.

Bietet der aktuelle Aktienkurs von 13,90 Euro (Stand: 9. April 2021) nun die Chance zum Einstieg?

Takkt konzentriert sich auf seine Kunden

Das Unternehmen liefert Mehrwert mit echten Problemlösern. Ganz gleich ob Hubwagen, Möbel, Verpackungsmaterial oder Gastronomieausstattung für Großküchen, über Takkt können gewerbliche Kunden so gut wie alles beziehen, was sie für ihre Geschäftsausstattung brauchen.

Im Vertrieb setzt Takkt auf eine Multi-Channel-Strategie: Außendienst-Mitarbeiter betreuen Firmenkunden vor Ort, genauso können die Kunden aber auch Online, via Telefon oder klassisch per Katalog bestellen.

Um im B2B-Versandhandel langfristig erfolgreich zu sein, gehört aber noch weit mehr dazu, als seinen Kunden ein breites Produktsortiment und flexible Bestellmöglichkeiten anzubieten. Bei Takkt stehen die konkreten Bedürfnisse der Abnehmer klar im Vordergrund. Lange Garantiezeiten, kundenindividuelle Lösungen und ein exzellenter Service binden Geschäftskunden langfristig an Takkt.

Auch für Lieferanten kann Takkt attraktive Vorteile bieten. Die Aufnahme in das Takkt-Sortiment erleichtert den Absatz enorm, denn es müssen keine eigenen Vertriebsnetze aufgebaut werden. Stattdessen erhält ein Lieferant sofort Zugang zu einer großen Kundenzahl in unterschiedlichen Ländern. Auf diese Weise können auch Markthürden überwunden werden, die ansonsten aufgrund unterschiedlicher Sprachen und rechtlicher Rahmenbedingungen gegeben wären.

Takkt besetzt eine lukrative Nische

Der Fokus auf das B2B-Geschäft ist aus zwei Gründen vorteilhaft:

  1. Takkt stellt das perfekte Bindeglied zwischen Lieferanten und Firmenkunden dar. Die Stuttgarter nutzen eine stark fragmentierte Lieferantenbasis und pflegen langjährige und eingespielte Kontakte. Auch auf der Kundenseite ist das Unternehmen breit diversifiziert. Es beliefert Kunden unterschiedlicher Größe und Branchen und ist daher relativ unabhängig von einzelnen Großaufträgen.

  2. Takkt hat sich frühzeitig die Marktführerschaft erarbeitet. Das Marktumfeld der zurzeit 18 Marken ist durch hohe Eintrittsbarrieren geprägt. Ein potenzieller neuer Wettbewerber muss zunächst signifikant in Marketing, IT und Logistik investieren und mehrjährige Anlaufverluste in Kauf nehmen, bevor er die branchentypischen Margen realisieren kann.

Während der Corona-Pandemie sind die Margen von Takkt deutlich eingebrochen, doch in den Jahren zuvor bewies die Firma eine für ein Handelsunternehmen eine gute Kostendisziplin. In den Jahren von 2011 bis 2019 pendelte die Nettomarge zwischen 6 und 8 %.

Takkt hat eine erfolgreiche Unternehmerfamilie im Rücken

Hinter Takkt steht ein starker Ankeraktionär: die Franz Haniel & Cie. GmbH aus Duisburg. Sie hält aktuell 50,2 % der Anteile. Die Familie Haniel ist als traditionsreiche Unternehmerfamilie zwar nicht selbst aktiv im Management tätig, hat aber sowohl den Aufsichtsrat als auch den CEO-Posten mit „eigenem Personal“ besetzt.

So war Dr. Felix Zimmermann (CEO) zuvor in der Zentralabteilung Finanzen der Haniel-Gruppe tätig. Mit Dr. Florian Funck und Thomas Schmidt sitzen zwei Vorstände der Franz Haniel & Cie. GmbH im Aufsichtsrat.

Die Aktie hat sich seit dem Corona-Tief gut erholt

Sie notiert aktuell bei 13,90 Euro. Dennoch sehe ich noch weiteres Potenzial. Auch wenn die mittelfristigen konjunkturellen Aussichten in Deutschland das Geschäft des Zyklikers noch einige Monate lang verhageln können, geben die internationalen Impfkampagnen Anlass zur Hoffnung. In Nordamerika erwirtschaftete Takkt im letzten Geschäftsjahr 42 % seines Umsatzes. Hier hat sich Takkt mittlerweile einen guten Namen als Gastronomie-Ausstatter gemacht. In Deutschland sind es nur 22 % und im restlichen Europa 36 %.

Die Aussichten stehen meines Erachtens relativ gut, dass die Umsätze mit Büro- und Gastronomieausstattungen, insbesondere in Nordamerika, ab Sommer 2021 wieder anziehen werden.

Die Aktie hat somit Luft nach oben. Und mit Blick auf das günstige Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,9 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,4 ergibt sich aktuell eine aussichtsreiche Einstiegschance.

Auch Dividendenjäger können frohlocken

Bis „Mr. Market“ das Potenzial der Aktie wiedererkannt hat, versüßt eine Dividendenrendite von 8 % die Wartezeit. Nachdem die Ausschüttung an die Aktionäre im Zuge der Pandemie letzten Jahres ausgesetzt wurde, möchte das Management nun an seine Dividendenpolitik der vergangenen Jahre wieder anknüpfen.

Neben der Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 0,55 Euro will es auch die ausgesetzte Basisdividende aus dem Vorjahr von ebenfalls 0,55 Euro nachholen – vorausgesetzt, die negativen Auswirkungen der Pandemie werden sich in den kommenden Wochen nicht deutlich verstärken.

Insgesamt 1,10 Euro Dividende pro Aktie sind ein starkes Argument. Am 11. Mai findet die Hauptversammlung statt.

Der Artikel Takkt: Holt das Nordamerika-Geschäft den Zykliker aus dem Pandemie-Loch? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Takkt.

Motley Fool Deutschland 2021