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Türkisches Unternehmen stellt Stromversorgung im Libanon ein

·Lesedauer: 1 Min.

ISTANBUL/BEIRUT (dpa-AFX) - Ein türkischer Elektrizitätsversorger hat seine Stromversorgung im Libanon wegen ungelöster Zahlungsprobleme und nach Androhung rechtlicher Schritte eingestellt. Seine zwei Kraftwerksschiffe vor der libanesischen Küste erzeugten seit Freitag früh keinen Strom mehr, teilte das Unternehmen Karpowership mit. Der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge hatten die "Fatmagül Sultan" und die "Orhan Bey" dem Mittelmeerstaat seit 2013 Strom geliefert. Mit einer gemeinsamen Kapazität von rund 400 Megawatt deckten sie rund ein Viertel des landesweiten Strombedarfs.

Die Tochterfirma des türkischen Energiekonzerns Karadeniz erhob schwere Vorwürfe gegen die libanesische Regierung. Über die vergangenen 18 Monate seien Schulden in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar (82,6 Mio Euro) entstanden. "Wir waren 18 Monate lang äußerst flexibel mit dem Staat, lieferten Strom ohne Zahlung oder einen Zahlungsplan, weil das Land bereits sehr harte Zeiten durchmacht", hieß es in einer Mitteilung. In einem Umfeld mit "so direkten und unangemessen Risiken" könne aber keine Firma arbeiten.

Der Libanon ist hoch verschuldet und steht derzeit eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise durch. Stromausfälle gehören zum Alltag und viele Haushalte versuchen, ihren Bedarf mit selbst erzeugtem Strom aus Generatoren zu decken. Weil Devisen für Treibstoff fehlen, könnte die Versorgung ganz zusammenbrechen. Hohe Subventionen treiben zudem die Staatsverschuldung des Landes weiter in die Höhe - ein Teufelskreis, der auch das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber dem Staat erhöht, wie die Weltbank in einem Bericht zum Energiesektor schreibt.

Berichten zufolge forderte der libanesische Finanzstaatsanwalt zuletzt die Beschlagnahme beider Schiffe wegen Korruptionsvorwürfen sowie eine Geldstrafe in Höhe von 25 Millionen Dollar. Karpowership bezeichnete diese Schritte laut Anadolu als "ungerechtfertigt" und forderte einen Plan zur Schuldentilgung. Das Unternehmen drohte auch damit, die Stromversorgung komplett einzustellen.

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