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Interview unter Tränen: Superstar hinterlässt Beklemmung

·Lesedauer: 2 Min.
Interview unter Tränen: Superstar hinterlässt Beklemmung
Interview unter Tränen: Superstar hinterlässt Beklemmung

Simone Biles wählte drastische Worte, um ihre Zerrissenheit auszudrücken. Und nach Angaben des Interviewers schossen ihr dabei die Tränen ins Gesicht.

„Wenn man sich ansieht, was ich in den letzten sieben Jahren alles durchgemacht habe, hätte ich nie wieder einem Olympiateam angehören dürfen. Ich hätte schon lange vor Tokio aufhören sollen“, sagte die wohl beste Turnerin der Geschichte im Gespräch mit dem New York Magazine, in der ersten großen öffentlichen Aufarbeitung ihres Aufsehen erregenden Olympia-Sommers.

Olympia-Drama vor den Augen der Welt

Der zeitweilige Rückzug der Topfavoritin bei den Spielen in Tokio wegen mentaler Probleme hatte die Welt bewegt und war für viele überraschend gekommen. Biles offenbarte nun, dass ihre mentalen Probleme schon vor langer Zeit begonnen hatten - und sie selbst das Ausmaß der Folgen falsch eingeschätzt hatte.

„Es war zu viel“, sagte die viermalige Olympiasiegerin mit Blick auf den riesigen Missbrauchsskandal um den ehemaligen US-Mannschaftsarzt Larry Nassar - wegen dem sie vergangene Woche auch im US-Senat gesprochen hatte: „Aber ich wollte nicht zulassen, dass er mir etwas wegnimmt. Also habe ich das solange verdrängt, wie mein Geist und mein Körper es mir erlaubten.“

In Tokio traf es den US-Superstar dann mit voller Wucht. Wegen einer mentalen Blockade bei Drehungen um die Längsachse sah die 24-Jährige keine andere Möglichkeit, als die Notbremse zu ziehen - und auf die Kritiker zu pfeifen.

Simone Biles wählt bedrückenden Vergleich

„Sagen wir, du hast bis 30 dein komplettes Augenlicht. Eines Morgens wachst du auf und kannst einen Scheißdreck sehen. Aber dir wird gesagt, du sollst normal weitermachen. Du wärst verloren, oder?“, sagte Biles: „Ich habe 18 Jahre lang geturnt. Ich bin aufgewacht und habe es verloren. Wie soll ich weitermachen?“

Trotz ihrer verzweifelten wie beklemmenden Worte: Biles bereut ihren Start nicht (“Alles passiert aus einem Grund“) und das Turnen hat die Rekordweltmeisterin noch nicht aufgegeben, derzeit tritt sie bei der „Gold over America“-Tour an.

Parallel kämpft sie aber mit therapeutischer Hilfe um ihre mentale Gesundheit - und wähnt sich in einem langen Prozess: „Daran werde ich wahrscheinlich 20 Jahre arbeiten.“

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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