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Supermärkte: Was ist die "Stille Stunde"?

Grelles Licht und Dauerbeschallung aus den Lautsprechern – manchen Kunden ist das beim Einkaufen zu viel. Für Menschen mit Autismus sind das sogar so viele Reize, dass es ihnen fast unmöglich ist, in den Supermarkt zu gehen. Deshalb bieten einige Händler eine "Stille Stunde" an.

Zur
Zur "Stillen Stunde" wird im Supermarkt das Licht gedimmt. (Bild: Getty Images) (Getty Images/EyeEm)

Schnell nach der Arbeit noch in den Supermarkt, um ein paar Sachen einzukaufen. Chip raus kramen, Wagen schnappen und los geht's. In vielen Märkten dudeln Musik und Werbedurchsagen aus den Lautsprechern, dazu der Geräuschpegel durch andere Kunden, hupende Brotbackautomaten, das Piepen der Scanner an den Kassen und, und, und …

Wirklich entspannend finden das sicher die wenigsten Kunden. Für Menschen mit Autismus sind die vielen Geräusche, Gerüche und Lichtquellen aber nahezu unerträglich, weil sie nicht in der Lage sind, die Reize zu filtern. Die komplette Geräuschkulisse prasselt unaufhörlich auf sie ein.

Alles wird leiser

Um diesen und anderen empfindlichen Menschen ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten, führen immer mehr Supermärkte die sogenannte "Stille Stunde" ein. An bestimmten Tagen wird dann zu festgelegten Uhrzeiten der Stresspegel heruntergefahren: Musik und Lautsprecherdurchsagen werden abgeschaltet, das Licht gedimmt und die Scanner an den Kassen leise gestellt.

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Die Idee stammt ursprünglich aus Neuseeland. Ein Mitarbeiter der Supermarktkette Countdown mit einem autistischen Kind hatte die Idee zur "Quiet Hour". In Zusammenarbeit mit dem Autismus-Verband Autism New Zealand führte der Konzern daraufhin bereits in 2019 in 180 seiner Filialen die "Stille Stunde" ein.

In Ruhe einkaufen

Einmal pro Woche haben Kunden eine Stunde Zeit, in Ruhe einzukaufen. Countdown reduziert dann nicht nur die Beleuchtung und schaltet das Radio ab, auch die Mitarbeiter sind angewiesen, in dieser Zeit keine Einkaufswagen zusammenzuschieben und die Regalbestückung auf ein Minimum zu beschränken.

Dafür kassierte Countdown nicht nur großes Lob von Kunden mit Autismus. "Wir haben auch positives Feedback von einigen unserer älteren Kunden erhalten, die die 'Quiet Hour' wirklich genießen, sowie von vielen anderen Kunden, die das Einkaufen nur ein bisschen stressig finden und uns jetzt zu einer ruhigeren Zeit besuchen können", erklärt das Unternehmen auf seiner Internetseite.

Deutsche Märkte noch überwiegend zurückhaltend

Dem guten Beispiel folgten seitdem weitere Supermärkte etwa in Großbritannien, Irland, Polen und der Schweiz. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile erste Märkte mit einer "Stillen Stunde". Zwei Filialen von Edeka und Rewe in Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen übernahmen im vergangenen Jahr das Konzept. Dort können Kunden jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr in Ruhe einkaufen. Auch ein Rewe-Markt in Bielefeld macht mit und erklärt in einem YouTube-Video das Konzept:

Ein Edeka-Center in Wickede/Ruhr im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen, ist seit Februar dieses Jahres dabei und seit März können Kunden im Edeka-Center Baur in Konstanz in reizarmer Umgebung einkaufen. Ob noch weitere Märkte folgen, bleibt abzuwarten. Bei Aldi Nord ist zumindest bislang keine "Stille Stunde" vorgesehen.

"Uns ist ein angenehmes und einfaches Einkaufen bei #ALDI Nord wichtig. Wir setzen grundsätzlich keine Hintergrundmusik oder Werbedurchsagen in unseren Märkten ein. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunizieren zudem über Headsets und nicht über Durchsagen miteinander", ließ der Discounter im vergangenen Jahr über Twitter verlauten.

Lidl bietet in Irland eine "Stille Stunde" an, ob sie auch in Deutschland kommen wird, ist bisher nicht bekannt.

Im Video: Einkaufen an Ostern - Wann die Geschäfte auf haben