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Suez-Kanal weiter durch 220.000-Tonnen-Containerschiff blockiert

·Lesedauer: 3 Min.
Satellitenaufnahme von der "Ever Given" im Suez-Kanal

Die Blockade des Suez-Kanals wegen des Containerschiffs "Ever Given" könnte Tage oder gar Wochen andauern. Der Eigentümer, die japanische Leasingfirma Shoei Kisen Kaisha, teilte am Donnerstag mit, es sei "extrem schwierig", das 400 Meter lange und 59 Meter breite Schiff wieder flott zu bekommen. Die Kanalbehörde erklärte offiziell, die Durchfahrt sei "temporär ausgesetzt".

An beiden Enden des Kanals stauten sich Schiffe. Weil die wichtige Handelsroute nicht benutzt werden kann und die alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika sehr viel länger ist, stieg zeitweilig bereits der Ölpreis, der am Donnerstag aber wieder nachgab.

Shoei Kisen Kaisha teilte mit, dass das Unternehmen zusammen mit der Firma Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) versuche, "das Schiff wieder flott zu bekommen, aber wir stehen vor extremen Schwierigkeiten". Die japanische Firma entschuldigte sich für den "großen Ärger", den der Unfall verursacht hat.

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, von der Blockade des Kanals seien derzeit fünf Schiffe des Unternehmens betroffen. Geprüft wird demnach nun auch die Option, die Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umzuleiten.

Bereits am Mittwoch hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie gewarnt, dass die Situation im Suez-Kanal die angespannte Lage im internationalen Container-Seeverkehr verschärfe. Schon jetzt seien internationale Logistik-Turbulenzen zu spüren. Zentrale Lieferketten drohten aufgrund mangelnder Container, unpünktlicher Schiffe und fehlender Transportkapazität ins Stocken zu geraten.

Die Kanalverwaltung (Suez Canal Authority, SCA) entsandte mehrere Schlepper zur "Ever Given", die mit ihrer Ladung auf dem Weg nach Rotterdam war, als sie im Suez-Kanal festlief und den Kanal in Diagonalstellung vollständig abriegelte. Ein neuer Bagger zur Unterstützung der Arbeiten sei unterwegs, hieß es am Donnerstag.

Auch ein Team der niederländischen Spezialfirma Smit Salvage machte sich auf den Weg, wie der Chef der Mutterfirma Boskalis sagte. "Das ist, könnte man sagen, ein gestrandeter Wal", beschrieb Peter Berdowski im niederländischen Sender Nieuwsuur die Lage. Die "Ever Given" wieder flott zu bekommen, könne "Tage oder Wochen dauern".

Sollte es nicht gelingen, den Containerriesen mit Hilfe von Schleppern wieder flottzumachen, müsse ein Teil der Ladung mit Kränen vom Schiff geholt werden, erklärte die Firma Braemar, spezialisiert auf Dienstleistungen für die Schifffahrt. Auch Braemar geht davon aus, dass dies Tage, vielleicht Wochen dauern könnte.

Die 25 Besatzungsmitglieder der "Ever Given" seien in Sicherheit, erklärte die Firma BSM in Singapur, die für das technische Management des Container-Schiffs verantwortlich ist. Es gebe keine Umweltverschmutzung und keinen Schaden an der Fracht.

Der 1869 eröffnete Suez-Kanal verkürzt die Handelsverbindung zwischen Asien und Europa. Die Strecke von Singapur nach Rotterdam verringert sich durch den Kanal um 6000 Kilometer gegenüber der Fahrt um das Kap der Guten Hoffnung.

Ägypten erzielte aus den Durchfahrtsrechten durch den Suez-Kanal im vergangenen Jahr einen Erlös von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. 2020 passierten fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße.

Der Suez-Kanal war schon mehrfach gesperrt - etwa in der Suez-Krise 1956, nachdem Ägypten den Kanal verstaatlicht hatte und deshalb von Israel, Großbritannien und Frankreich angegriffen worden war. Infolge des Sechs-Tage-Krieges zwischen Israel und Ägypten blockierte Kairo den Kanal von Anfang Juni 1967 bis Juni 1975. 2018 musste der Kanal nach einer Schiffskollision kurzzeitig geschlossen werden.

jm/ju