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Studie zeigt: Diese Menschen stecken sich besonders leicht mit Stress an

(Symbolbild) Eine neue Studie zeigt: Stress kann ansteckend sein. - Copyright: Getty Images/ Maskot
(Symbolbild) Eine neue Studie zeigt: Stress kann ansteckend sein. - Copyright: Getty Images/ Maskot

Es ist Montag. Mein Wecker klingelt um sechs Uhr. Während ich auf „Snooze“ drücke, frage ich mich, warum ich so schrecklich früh aufstehe. Dann dämmert es mir: Ich habe einen Arzttermin am Nachmittag. Dieser Termin schnürt meinen ohnehin knappen Zeitplan noch enger. Deswegen wollte ich früher anfangen zu arbeiten. Kaum klappe ich den Laptop auf, sehe ich, dass das halbe Team sich krankgemeldet hat. „Nicht auch noch das“, denke ich mir. Der Tag beginnt erst, doch ich bin bereits gestresst.

Mein Morgen ist sinnbildlich dafür, wie Stress durch externe Faktoren begünstigt werden kann: zu wenig Schlaf, Termindruck, Personalausfälle. Doch weiß die Forschung, dass Stress auch eine individuelle Angelegenheit ist. Heißt: Was mich heute Morgen gestresst hat, kann einen anderen völlig kaltlassen. Es sind demnach nicht allein objektive Reize, die Stress auslösen. Entscheidend ist die subjektive Bewertung einer Person darüber, ob sie in einer Situation Stress empfindet.

Eine neue Studie zeigt nun, dass Stress aber auch durch einen anderen Faktor begünstigt werden kann. Und zwar: durch andere Menschen. „Stressen euch eure Freunde?“, lautet der Titel der Studie, die offenlegt, dass Stress sich zwischen Menschen übertragen, also ansteckend sein kann. Wie das funktionieren soll und wie ihr euch davor schützen könnt.

Stress kann ansteckend sein – zeigt eine Studie

Forscherinnen und Forscher rund um Shihan Li von der Carnegie Mellon University wollten herausfinden, inwiefern sich Stress sich im Beisein anderer Menschen verändern kann. Dafür untersuchten sie in einer Längsschnittstudie das Stresslevel von Hochschulstudierenden. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden im Januar 2023 im „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht.

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Über sechs Monate hinweg maßen die Forscher nicht nur das Stressniveau der Probanden. Auch ermittelten sie drei ihrer wichtigen Persönlichkeitsmerkmale. Unter anderem untersuchten sie, wie stark ihr Neurotizismus ausgeprägt ist. Dahinter steckt die Tendenz, sich aufzuregen und Gefühlsschwankungen zu unterliegen. Auch untersuchten sie die Gewissenhaftigkeit der Probanden. Dahinter steckt die Neigung, sich selbst zu kontrollieren, sorgfältig vorauszudenken und vor allem Lösungen für Probleme zu finden. Zuletzt ermittelten sie auch, wie hoch die Kontrollüberzeugung der Studierenden ist – also wie überzeugt sie sind, eine Situation selbst beeinflussen zu können.

Für wen Stress ansteckend ist – und für wen nicht

Im Ergebnis stellten die Forscher fest, dass persönlicher Stress mit dem Stress des sozialen Umfelds zusammenhängt. Stress kann demnach ansteckend sein – jedoch spielen dabei auch bestimmte Faktoren eine Rolle. So ist Stress erstens vor allem dann ansteckend, wenn euer eigenes Stressniveau mit dem eures sozialen Systems vergleichbar ist. Einfach gesagt: Seid ihr auf der Arbeit etwa von Menschen umgeben, die ein gleich hohes Stresslevel wie ihr aufweisen, kann sich ihr Stress auf euch übertragen – und umgekehrt.

Zweitens fanden die Forscher heraus, dass diese Stressübertragung schwächer ausgeprägt ist, wenn ihr einen gering ausgeprägten Neurotizismus, ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit und eine hohe Kontrollüberzeugung habt. Einfach gesagt: Ihr steckt euch weniger wahrscheinlich mit Stress an, wenn ihr emotional eher stabil seid, lösungsorientiert agiert und davon überzeugt seid, Situationen beeinflussen zu können.

Warum ist Stress ansteckend?

Warum Stress ansteckend ist, konnten die Forscher nicht eindeutig klären. Sie vermuten jedoch, dass Menschen dazu neigen, die Reaktionen anderer Menschen zu nutzen, um Situationen besser einzuschätzen. So neigen Menschen beispielsweise dazu, die Reaktionen anderer Menschen zu beobachten und diese nachzuahmen, um sich besser sozial einfügen zu können. Jedoch wiesen die Forscher auch darauf hin, dass die Studie wiederholt werden müsse, zum Beispiel mit anderen Personengruppen, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Die Studie brachte aber eine wichtige Erkenntnis: Menschen, die viel Stress empfinden, neigen eher dazu, sich mit Menschen zusammenzutun, die ein ähnliches Stressniveau haben. Ein Teufelskreis, der zu noch mehr Belastungen führt. Diese Erkenntnis kann euch jedoch bei deren Bewältigung helfen. Solltet ihr euch häufiger gestresst fühlen, könne es demnach helfen, nicht nur auf offensichtliche Auslöser wie Deadlines zu achten.

Auch solltet ihr eingehend euer Umfeld studieren und euch ernsthaft fragen: Stecken mich die anderen mit ihrem Stress an? Vielleicht ist es in diesem Fall an der Zeit, dass ihr euch mehr mit Menschen umgebt, die weniger gestresst sind. Ich für meinen Teil werde das nächste Mal im Büro ganz besonders darauf achtgeben, wer auf meiner Stresswelle schwimmt – erst recht vor dem Hintergrund, wie sehr mich bereits ein Morgen im Homeoffice stressen kann.

Frau Burnout
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