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Studie: Wirkstoff von Johnson & Johnson anscheinend weniger wirksam gegen Delta-Variante als Moderna und Biontech

·Lesedauer: 4 Min.

Der Einzelimpfstoff von Johnson & Johnson scheint eine schwächere Antikörperreaktion gegen die Delta-Variante hervorzurufen als die Doppelimpfungen von Moderna und Biontech/Pfizer. Das zeigt eine Studie von Forschenden der New York University, die am Dienstag auf einem Preprint-Server veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung nahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von drei verschiedenen Personengruppen Blut ab. Die erste Gruppe mit acht Probanden hatte eine Impfung mit dem Moderna-Vakzin erhalten. Die zweite Gruppe umfasste neun Probanden, die mit dem Wirkstoff von Biontech und Pfizer geimpft worden waren. Die dritte Gruppe mit zehn Probanden hatte den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen. Anhand der Blutproben verglichen die Forschenden die Antikörperreaktion gegenüber der Delta-Variante und dem ursprünglichen Stamm des Virus.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die mit den mRNA-Impfstoffen von Pfizer und Biontech oder Moderna geimpft wurden, im Durchschnitt eine dreimal geringere Antikörperreaktion gegen die Delta-Variante aufwiesen als gegen den ursprünglichen Stamm. Bei der Impfung mit Johnson & Johnson war die Reaktion gegen die Delta-Variante sogar 5,4 mal niedriger als gegen das Ursprungsvirus.

Verminderter Schutz

Wie die Studienautoren schreiben, könne die geringere Produktion von Antikörpern gegen die Delta-Variante nach einer Immunisierung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson "zu einem verminderten Schutz führen". In den USA gehen mittlerweile mehr als 80 Prozent aller Neuinfektionen auf die Delta-Vairante zurück. Und auch in Deutschland dominiert die Mutation und lässt die bundesweite 7-Tages-Inzidenz wieder steigen. Forschende gehen davon aus, dass die Delta-Variante etwa 50 Prozent ansteckender ist als die Alpha-Variante und eine Immunantwort leichter umgehen kann.

Ned Landau, der die Studie geleitet hat, sagte gegenüber dem US-Nachrichtenkanal CNBC, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass eine zweite Dosis eines Impfstoffes nötig ist, um guten Schutz gegen die Delta-Variante zu gewährleisten. Das könne das Vakzin von Johnson & Johnson sein oder eine Kreuzimpfung mit dem Wirkstoffen von Biontech oder Moderna.

Unterschiedliche Expertenmeinungen

Andere Experten sind allerdings noch nicht überzeugt von der kleinen Laborstudie, die noch nicht abschließend von anderen Wissenschaftlern in einem Peer-Review geprüft wurde. Sie gehen davon aus, dass auch eine Dosis von Johnson & Johnson ausreichend vor der Delta-Variante schützt. Ein Restrisiko, dass vollständig Geimpfte dennoch an Covid-19 erkranken bleibe zwar — die Impfung schützt aber auch vor einem schweren Verlauf.

Eric Topol ist Professor für Molekulare Medizin an der US-Forschungseinrichtung Scripps Research Institute. Er schrieb am Dienstag auf dem Nachrichtendienst Twitter, dass ihm die verminderte Antikörper-Antwort durch den Impfstoff Sorgen bereitet. Er fügte aber auch hinzu, dass die NYU-Studie nicht die T-Zellen-Antwort — eine weiterer Weg unseres Immunsystems das Virus zu bekämpfen — untersucht hat. Es wird angenommen, dass die T-Zellen-Antwort entscheidend ist, wie gut die entwickelten Vakzine gegen die Virus-Varianten schützen.

Peter Chin-Hong, Professor für Infektionskrankheiten an der Universität von Kalifornien sagte gegenüber dem Fernsehsender ABC10 News: "Wir können nicht zwangsweise eine Laborstudie auf das übertragen was letztendlich im realen Leben passiert." Er verwies zudem auf die Wirksamkeit des Vakzins von Johnson & Johnson gegenüber der Beta-Variante.

Behörden empfehlen noch keine Doppelimpfung

Die Studie der NYU hat auch die Antikörper-Reaktion auf diese Variante getestet. Diese nach einer Impfung mit Johnson & Johnson viel 6,5 Mal niedriger aus als gegen den ursprünglichen Stamm. Studien aus Südafrika, wo die Beta-Variante zuerst aufgetreten war, zeigten, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson zu 64 Prozent einen schweren Verlauf der Krankheit verhindert hat. Zu dem Zeitpunkt der Untersuchungen gingen 95 Prozent der Neuinfektionen auf die Beta-Variante zurück.

Daten aus Südafrika, die von der Forschungsinstitution South African Medical Research Council Anfang Juli veröffentlicht wurden, zeigten zudem, dass 94 Prozent aller Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson immunisiert wurden und sich dennoch mit Corona infizierten, nur leichte Verläufe hatten. Das Unternehmen selbst, verkündete am 2. Juli, dass ihr Corona-Impfstoff auch gegen Delta-Variante wirken sollte.

Bisher hat sich weder die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention noch die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration dafür ausgesprochen, dass Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, eine zusätzliche Dosis bekommen sollten. Bislang gebe es noch nicht genug Daten um diesen Weg zu unterstützen.

Dieser Text wurde von Franziska Telser aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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