Suchen Sie eine neue Position?

Studie: USA werden Nettoexporteur von Öl und Gas

London (dapd). Die Welt steht nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) vor einer "Gezeitenwende" der weltweiten Produktion von Öl und Gas: Neue Techniken bei der Förderung machen die USA nach der Studie in einigen Jahren zum Netto-Exporteur bei den beiden wichtigsten Energieträgern der Welt. Ab 2020 wird mehr Erdgas aus den USA heraus- als hineinfließen, ab 2035 gilt das auch für Rohöl, wie aus dem am Montag in London veröffentlichtem World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) hervorgeht.

Gleichzeitig steigt die Produktion des Irak kräftig an: Ab 2035 wird das heute immer noch vom Krieg gezeichnete aber ölreiche Land der zweitgrößte Ölexporteur weltweit nach Saudi-Arabien.

Bisher müssen die USA - über Jahre der größte Energieverbraucher der Welt - große Mengen Gas und Öl importieren. Mit neuen Techniken werden aber zurzeit enorme bisher unerreichte Lagerstätten von Öl und Gas erschlossen. Nach Einschätzung der IEA handelt es sich dabei "um einen Gezeitenwechsel beim weltweiten Energiefluss".

Die IEA-Fachleute warnen aber vor der Hoffnung vieler Energiekunden, die Welle frischer Ölförderung könne den Markt überschwemmen und die Preise einbrechen lassen. Denn die Energienachfrage in China, Indien und dem Nahen Osten werde kräftig steigen, während in den klassischen Industrieländern kaum zusätzliche Nachfrage entstehe.

dapd