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Studie: Soja-Anbau in Brasilien gräbt sich selbst das Wasser ab

·Lesedauer: 2 Min.

RIO DE JANEIRO (dpa-AFX) - Der Schutz des Waldes hilft auch dem Soja-Anbau in Brasilien. Dies geht aus einer neuen Studie mit dem Titel "Conserving the Cerrado and Amazon biomes of Brazil protects the soy economy from damaging warming" in der niederländischen Fachzeitschrift "World Development" hervor.

Demnach reduzierte extreme Hitze den Ertrag von Sojabohnen auf einer Anbaufläche von 35,8 Millionen Hektar im Durchschnitt um etwa 100 Dollar pro Hektar und Jahr. Der Schutz des brasilianischen Amazonasgebiets und der Cerrado-Savanne könne hohe Temperaturen verhindern, die die Produktivität der Nutzpflanzen beeinträchtigt - was den Sektor schätzungsweise 3,55 Milliarden US-Dollar kostet.

In der Studie analysierten Wissenschaftler den Wert der Vegetation für die Soja-Produktion mit zwei sich ergänzenden Ansätzen: Soja-Einnahmen, die durch die Zerstörung von Wäldern und anderen Ökosysteme verloren gehen, und Soja-Einnahmen, die durch die Erhaltung dieser Ökosysteme generiert werden.

Die Studie erscheint zu einer Zeit, in der in Teilen Brasiliens Wassermangel und Trockenheit herrscht. Zudem verzeichnet das Amazonas-Gebiet die schlimmste Abholzung und die schlimmsten Brände seit mehreren Jahren. Zu Beginn der Trockenzeit in Amazonien läuten bei Umweltschützern und Klima-Aktivisten gewöhnlich die Alarmglocken.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gilt als Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung des Amazonas-Gebiets. Er geriet wegen verheerender Brände wiederholt heftig in die Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Zerstörung in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zu erschließen. Umweltbehörden und Kontrollorgane wurden gezielt geschwächt.

Dabei kommt Brasilien eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zu: Das Land verfügt mit einem Anteil in der Größe Westeuropas über einen großen Teil des Amazonasgebiets, das als CO2-Speicher gilt.

Nach einer im Juni vorgestellten Studie hat sich die Anbaufläche für Sojabohnen in Südamerika seit dem Jahr 2000 von 26 400 auf 55 100 Quadratkilometer verdoppelt. Agrarprodukte wie Soja gehen nach Daten des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums zuallererst nach Asien und dort vor allem nach China, aber auch in die Europäische Union mit Ländern wie den Niederlanden, Spanien und Deutschland, wo es zu großen Teilen für Tierfutter verwendet wird.

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