Deutsche Märkte geschlossen

Studie: Das Risiko einer Thrombose ist bei einer Covid-19-Erkrankung viel höher als bei einer Impfung — egal mit welchem Stoff

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 2 Min.

Das Risiko für seltene Hirnvenenthrombosen ist nach Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna fast genauso hoch wie bei dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca. Das berichteten Forscher der Universität Oxford am Donnerstag, als sie eine neue Studie vorstellten.

Die Forscher fanden aber auch heraus, dass das Risiko für die sogenannten zerebralen Venenthrombosen (CVT) nach einer Covid-19-Infektion etwa 100-mal höher ist als normal — und damit um ein Vielfaches höher als nach einer Impfung oder nach einer Grippe.

Laut den Forschern traten die gefährlichen Blutgerinnsel in vier von einer Million Fällen nach einer Impfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna auf. Beim Astrazeneca-Vakzin traf es fünf von einer Million Geimpften, zeigen Daten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird in diesem Zusammenhang derzeit noch untersucht. Nach einer Infektion mit Covid-19 kam es jedoch bei den 500.000 Studien-Teilnehmern in 39 in einer Million Fälle zu einer Hirnvenenthrombose. Das Risiko ist hier also um ein hundertfaches höher.

Erkenntnisse sollten bei Abwägung von Nutzen und Risiken der Impfungen berücksichtigt werden

Die Studienautoren sind zu zwei wichtigen Schlussfolgerungen gekommen: "Erstens erhöht Covid-19 das Risiko einer CVT deutlich. [...] Zweitens ist das Covid-19-Risiko höher als bei den aktuellen Impfstoffen, selbst bei Personen unter 30 Jahren." Dies solle bei der Abwägung von Risiken und Nutzen einer Impfung berücksichtigt werden, mahnen die Oxford-Forscher.

Künftig müsse noch weiter erforscht werden, ob die Hirnvenenthrombosen durch Covid-19 und die Impfstoffe durch die gleichen oder unterschiedlichen Mechanismen ausgelöst werden. Es sei ebenso möglich, dass die seltenen Blutgerinnsel bisher einfach nicht genug erfasst oder falsch kodiert wurden in den medizinischen Aufzeichnungen und daher Unsicherheit bezüglich der Genauigkeit der Ergebnisse bestehe. Die Studienautoten weisen ebenfalls darauf hin, dass alle Vergleiche mit Vorsicht interpretiert werden sollten, da noch immer Daten erhoben werden.

sgo