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Studie: Mit zunehmendem Alter werden Orgasmen weniger intensiv

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Eine erfüllte Sexualität bis ins hohe Alter ist das Ideal der meisten Menschen, doch zumindest in einem Punkt müssen wir alle irgendwann Abstriche machen: Forscher haben herausgefunden, dass die Intensität von Orgasmen mit der Zeit abnimmt. Immerhin herrscht in diesem Punkt Gleichberechtigung.

Eine Studie legt nahe, dass die Intensität von Orgasmen im Laufe der Zeit abnimmt. (Symbolbild: Getty Images)
Eine Studie legt nahe, dass die Intensität von Orgasmen im Laufe der Zeit abnimmt. (Symbolbild: Getty Images)

In einer im Wissenschaftsmagazin Nature vorgestellten Studie sind Wissenschaftler der Frage nachgegangen, wie stark sexuelles Verlangen und das subjektive Empfinden eines Orgasmus zusammenhängen. Dafür teilten sie 1161 heterosexuelle Erwachsene in drei Altersgruppen von 18 bis 34 Jahre, 35 bis 49 Jahre und 50+ ein. Diese ließen sie verschiedene Fragebögen zu ihrem persönlichen Hintergrund ausfüllen sowie eine Bewertungsskala ihrer Orgasmen und ihres sexuellen Verlangens.

Welche Komponenten spielen beim Sex eine Rolle?

Untersucht wurden in der Studie mit dem Titel ”Sexual desire and its relationship with subjective orgasm experience“ mehrere Zusammenhänge: Derjenige zwischen Geschlecht und Alter auf die persönliche Orgasmus-Erfahrung. Die Korrelation zwischen sexuellem Verlangen und dem Orgasmus. Und drittens, ob sich das Ausmaß des sexuellen Verlangens im Kontext sexueller Beziehungen auf das Erleben des Orgasmus auswirkt.

Rein sexuell betrachtet ist das klassische Beziehungsmodell nicht ideal

Das Ergebnis fällt einigermaßen ernüchternd für all jene aus, deren Ideal eine möglichst lange und monogame Partnerschaft ist: Demnach erleben Menschen mit zunehmendem Alter und in festen sexuellen Beziehungen den Orgasmus immer weniger intensiv. Dies betrifft anscheinend Frauen und Männer gleichermaßen. Die Grunderkenntnisse dieser Studie sollen für weitere Forschungen und klinische Studien verwendet werden.

Weil Orgasmus nicht gleich Orgasmus ist: So unterschiedlich kann sich der Höhepunkt anfühlen

Irgendwo im Hinterkopf haben wir noch die Information gespeichert, dass Sex im Alter immer besser werden soll. Tatsächlich gelangt man auf diverse Studien, die genau das unterstreichen, wenn man nur kurz "Sex im Alter besser, Studie" in der Google-Suchleiste eintippt. Da gibt es beispielsweise die Erkenntnis einer Umfrage von IllicitEncounters.com, wonach 37 Prozent der weiblichen und 34 Prozent der männlichen Teilnehmer angaben, dass die 40er das beste Alter seien, um Sex zu haben. Eine Untersuchung der Seite OKCupid kommt zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent der 20-Jährigen Probleme beim Erreichen des Höhepunkts haben, wohingegen es bei Frauen ab 40 Jahren nur noch 20 Prozent waren.

Eine Theorie, die überzeugt: Kommunikation ist das wichtigste Mittel

In ihrem vielbeachteten Buch "Why Good Sex Matters" beschreibt beispielsweise die Sex-Therapeutin und Neurowissenschaftlerin Dr. Nan Wise, dass sexuelle Probleme vor allem dann auftreten, wenn das sogenannte emotionale Gehirn aus dem Gleichgewicht gerät. Wir Menschen sind ihrer Meinung nach mit emotionaler Hardware oder alten "emotionalen Instinkten“ ausgestattet, die mit den ältesten Teilen des Gehirns verbunden sind - denen, die wir mit anderen Säugetieren teilen. Diese sollen uns helfen, uns zu verteidigen und uns zu mobilisieren, um die Ressourcen und Verbindungen zu suchen, die wir brauchen, um zu überleben und zu gedeihen.

Sexpause für die Beziehung? Das sagt eine Therapeutin darüber

Doch genau diese Kernemotionen können, wenn sie mit Abwehrkräften wie Angst, Wut oder Panik verknüpft werden, dazu führen, dass die Lust am Sex verlorengeht. Wenn dieses Gleichgewicht schwankt, gibt es ihrer Meinung nach verschiedene Wege, die aus dieser Einbahnstraße hinausführen. Den wichtigsten jedoch beschreibt sie in einem Gastbeitrag der britischen Glamour: "Nach meiner Erfahrung ist eines der größten Hindernisse für Paare das Abschalten einer ehrlichen, tiefen und prüfenden Kommunikation über ihr Sexualleben. Paare, die lernen, sich an die Grenzen dieser Probleme zu lehnen und in Verbindung zu bleiben, können die Fähigkeit zum lebenslangen sexuellen Potenzial fördern."

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