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Studie: Lebensmittelverschwendung für zehn Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich

·Lesedauer: 2 Min.

Das Ausmaß der weltweiten Lebensmittelverschwendung ist nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF deutlich größer als bislang angenommen - mit erheblichen Auswirkungen auch auf den Klimawandel. 

Sojabohnenernte in Brasilien
Sojabohnenernte in Brasilien

Wie aus einer am Mittwoch vom WWF veröffentlichten Studie hervorgeht, werden jedes Jahr 2,5 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet anstatt auf dem Teller zu landen. Fast die Hälfte der Verluste fällt demnach bereits in der Landwirtschaft an.

Vor, während und direkt nach der Ernte gehen demnach 1,2 Milliarden Tonnen Lebensmittel für den Verzehr verloren. "Insgesamt erreichen etwa 40 Prozent der weltweit erzeugten Lebensmittel keinen Menschen", erklärte der WWF. Dafür beansprucht würden rund viereinhalb Millionen Quadratkilometer, also in etwa die Fläche der gesamten Europäischen Union.

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Daraus resultiert ein immenser Verbrauch nicht nur von Wasser, sondern auch Energie. Bislang seien Schätzungen davon ausgegangen, dass Lebensmittelabfälle für acht Prozent der Treibhausgase verantwortlich sind, erklärte der WWF. Die neuen Daten des "Driven To Waste"-Berichts, den die Umweltschutzorganisation in Zusammenarbeit mit dem britischen Lebensmitteleinzelhändler Tesco erstellte, deuteten jedoch darauf hin, dass es "sogar zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen sind". Dies entspreche "fast dem Doppelten der Emissionen, die von allen in den USA und Europa in einem Jahr gefahrenen Autos erzeugt werden".

Bislang wurde die Lebensmittelverschwendung von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) auf rund die Hälfte der nun vom WWF ermittelten 2,5 Milliarden Tonnen geschätzt. Der jetzt ermittelte Anstieg resultiere aus erstmals vorgenommenen Schätzungen der Verluste vor und während der Ernte beziehungsweise vor der Schlachtung, erklärte die Umweltschutzorganisation. Gleichzeitig sei das Volumen der Lebensmittelproduktion in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

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Zugleich wies der WWF drauf hin, dass auch in Deutschland die Datenlage zu Ursachen und Mengen der Lebensmittelverluste im Bereich der Primärproduktion nach wie vor lückenhaft sei. "Wir brauchen nach der Bundestagswahl dringend bundesweit eine systematische, regelmäßige und vergleichbare Erfassung der Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette", forderte WWF-Ernährungsexpertin Tanja Dräger de Teran. "Unser gemeinsamer Anspruch im Kampf gegen die Klimakrise und für den besseren Schutz von Boden und Gewässern muss sein, jede Ernte optimal zu nutzen".

 jm/hcy

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