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Studie: Inflation trifft besonders Familien mit niedrigem Einkommen

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Familien mit niedrigem Einkommen leiden weiterhin am meisten unter der Inflation. Während sich die Warenkörbe für die deutschen Haushalte insgesamt in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt um 7,9 Prozent verteuerten, mussten Familien mit niedrigem Einkommen für ihre typischen Einkäufe sogar 8,9 Prozent mehr zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in seinem am Montag veröffentlichten Inflationsmonitor für den Monat Mai.

Gas, Strom, Heizöl und Nahrungsmittel sind laut IMK momentan die stärksten Preistreiber. Diese Waren des Grundbedarfs würden bei den Ausgaben ärmerer Haushalte sehr stark ins Gewicht fallen. Dagegen machten sie bei Haushalten mit hohem Einkommen einen deutlich kleineren Anteil des Warenkorbs aus. So hätten Singles mit hohem Einkommen mit lediglich 6,5 Prozent derzeit die geringste Inflationsbelastung.

"Der Preisanstieg bei Wohnenergie belastet Haushalte mit geringeren Einkommen überproportional und auch die Verteuerung der Nahrungsmittel schlägt sich stärker nieder", schrieben IMK-Direktor Sebastian Dullien und Inflationsexpertin Silke Tober. Dieser Trend könnte sich nach Einschätzung des IMK in den kommenden Monaten sogar noch weiter verschärfen, da bisher noch nicht alle Preissteigerungen von Haushaltsenergie im Großhandel an die Privathaushalte weitergegeben worden seien.

Besonders stark dürfte dieser Anstieg ausfallen, falls die Bundesnetzagentur im Rahmen des Notfallplans Gas tatsächlich den Versorgern erlaubt, die gestiegenen Bezugspreise unmittelbar an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterzugeben, betonten Dullien und Tober: "In diesem Fall könnten kurzfristig sogar Inflationsraten im zweistelligen Bereich erreicht werden." Auch das werde Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders drastisch treffen.

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