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Studie: Großteil der Zulieferer in Autobranche baut Elektrogeschäft auf

·Lesedauer: 3 Min.
E-Auto in Berlin wird geladen

Ein Großteil der Zulieferer in der Automobilbranche ist bereits dabei, sein Geschäftsmodell an künftige Formen der Mobilität anzupassen. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Deloitte und des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ergab, haben 80 Prozent der Unternehmen bereits mit der Umstellung auf Elektromobilität begonnen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnte jedoch vor einem Entwicklungsrückstand bei kleineren Zulieferungsunternehmen.

Für die Transformationsstudie befragten Deloitte und VDA im Frühjahr 2021 Zulieferungsunternehmen für Autoteile und -Zubehör. Insgesamt nahmen 83 Unternehmen an der Umfrage teil.

"Wie das Investitionsverhalten der Automobilzulieferer zeigt, gehen sie davon aus, dass der Absatz von Elektroautos weiterhin deutlich steigen wird", erklärte der Leiter der Abteilung Automobilindustrie bei Deloitte, Harald Proff. Ein Großteil der Unternehmen verfolge dabei ein Strategie des kontrollierten, langsamen Rückzugs aus dem Markt für Verbrenner. "Radikalere Strategien wie beispielsweise einen frühzeitigen schnellen Marktaustritt werden dagegen nur von einer Minderheit der Befragten gefahren", erklärte Proff weiter.

Insgesamt rechnen 88 Prozent der Zulieferer damit, dass der Verbrennungsmotor erst im Jahr 2030 oder später vollständig abgelöst wird. Obwohl die Zulieferer lediglich rund 15 Prozent ihrer Gewinne im Bereich Elektromobilität machten, investierten sie über 30 Prozent ihrer Forschungs- und Entwicklungsausgaben in diese Technologie. 85 Prozent der Zulieferer nutzten demnach ihre Gewinne aus dem Bereich Verbrenner, um Kompetenzen im Elektrobereich aufzubauen.

Die Corona-Pandemie wird von den Zulieferern laut der Studie eher als Beschleuniger der Transformation wahrgenommen. Lediglich bei 13 Prozent der Unternehmen bremste die Pandemie die Transformation aus, beispielsweise weil Gelder für Investitionen fehlten.

Wichtigstes Hindernis für eine schnellere Transformation war laut der Befragung ein Mangel an politischer Unterstützung und Planungssicherheit. Weitere Schwierigkeiten bereiteten demnach steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, ein langsamer Ausbau erneuerbarer Energien und der Fachkräftemangel.

Angesichts der grundlegenden Veränderungen in der Automobilbranche sahen lediglich zehn Prozent der Zulieferer keinen Grund, sich neu aufzustellen. Weitere fünf Prozent gaben an, die Automobilbranche komplett verlassen zu wollen oder sich durch Fusionen mit anderen Unternehmen zu konsolidieren.

Erst am Samstag hatte der französische Autozulieferer Faurecia angekündigt, 60 Prozent der Anteile des deutschen Zulieferers Hella aufzukaufen. Durch die Fusion entstehe ein "globaler Marktführer" mit Fokus auf emissionsfreie Mobilität. Faurecia konzentrierte sich bisher auf Wasserstoffantriebe, Hella soll das Portfolio nun mit Elektrifizierungslösungen erweitern.

Insbesondere bei kleineren Zulieferungsunternehmen besteht laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jedoch Nachholbedarf bei Innovationen im Elektrobereich. Das Institut wertete Patentanmeldungen bis zum Jahr 2018 aus. Das Ergebnis: Große Autohersteller meldeten bereits im Jahr 2017 erstmals mehr Patente für Elektroantriebe als für konventionelle Motoren an. Bei kleinen Zulieferungsunternehmen war der Anteil von Patenten im Bereich konventioneller Antriebe im Jahr 2018 hingegen immer noch 3,5-mal so hoch wie bei elektrischen Antrieben.

Insgesamt meldeten demnach im Jahr 2018 lediglich 37 der kleinen Unternehmensgruppen überhaupt Patente im Bereich Elektromobilität an, 126 Unternehmen waren hingegen im Bereich der konventionellen Antriebe aktiv. "Sollten die Unternehmen es nicht schaffen, ihre Forschung und Entwicklung zukunftsfähig zu machen, müssen sie in den nächsten zehn Jahren mit einem deutlichen Geschäftsrückgang und perspektivisch mit dem Verschwinden ihres Absatzmarktes rechnen", warnten die IW-Experten.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sprach angesichts der notwendigen großen Investitionen auch von großen Herausforderungen, insbesondere für mittelständische Unternehmen. "Viele investieren hier deutlich mehr als sie aktuell daran verdienen können", erklärte Müller. Die Unternehmen bräuchten deshalb mehr politische Unterstützung und Planungssicherheit.

fho/jm

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