Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.673,64
    -19,63 (-0,13%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.132,67
    +5,97 (+0,14%)
     
  • Dow Jones 30

    34.244,90
    -234,70 (-0,68%)
     
  • Gold

    1.865,80
    -13,80 (-0,73%)
     
  • EUR/USD

    1,2127
    +0,0021 (+0,17%)
     
  • BTC-EUR

    33.121,81
    +2.264,54 (+7,34%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.001,36
    +32,52 (+3,36%)
     
  • Öl (Brent)

    70,91
    0,00 (0,00%)
     
  • MDAX

    34.176,62
    +159,03 (+0,47%)
     
  • TecDAX

    3.508,40
    +33,02 (+0,95%)
     
  • SDAX

    16.393,76
    -7,87 (-0,05%)
     
  • Nikkei 225

    29.161,80
    +213,07 (+0,74%)
     
  • FTSE 100

    7.146,68
    +12,62 (+0,18%)
     
  • CAC 40

    6.616,35
    +15,69 (+0,24%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.129,34
    +59,92 (+0,43%)
     

Studie: Doppelt so viele Depressionen unter Schwangeren und jungen Müttern in der Pandemie

·Lesedauer: 3 Min.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen scheinen der Grund für den drastischen Anstieg an perinatalen Depressionen und Angstzuständen bei Frauen zu sein. Das legt eine Studie des Brigham and Women’s Hospitals nahe, die die Zeitschrift „Psychiatry Research“ veröffentlicht hat.

Für die Studie wurden über 1.100 schwangere und postnatale Frauen in den Vereinigten Staaten zwischen dem 21. Mai und dem 17. August 2020 hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit befragt. Das Ergebnis deutet auf einen erheblichen Anstieg an psychischen Erkrankungen hin: mehr als 36 Prozent der Frauen zeigten eindeutige depressive Verstimmungen. Vor der Pandemie lag die Rate der perinatalen Depressionen in den USA bei 15 bis 20 Prozent. Vergleichbare Zahlen zeigen auch Frauen in Deutschland. Laut der Deutschen Depressionshilfe weisen zehn bis 15 Prozent der Frauen nach der Geburt eine starke depressive Symptomatik auf.

Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der Frauen, die an Angstzuständen leiden. Eine von fünf Frauen berichten darüber. Bei einer von zehn Frauen wurde eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt. Die Autorin der Studie, Cindy Liu, betont, dass Frauen in der perinatalen Periode anfälliger für psychische Erkrankungen sind. Liu arbeitet am Brigham and Women’s Hospital in der Abteilung für Pädiatrische Neugeborenenmedizin und Psychiatrie. Anlass der Studie sei gewesen, herauszufinden, in welchem Umfang sich die Corona-Pandemie auf die Symptomatik der psychischen Gesundheit auswirkt.

Für die Studie verwendete sie standardisierte Kriterien, um Covid-19-bezogene Gesundheitssorgen und Erfahrungen von Trauer und Leid zu bewerten und zu vergleichen. „Wir wollten wissen, welche Auswirkungen es auf eine frisch gewordene Mutter hat, wenn sie nicht in der Lage ist, an den üblichen Ritualen rund um die Geburt und die Begrüßung eines neuen Familienmitglieds teilzunehmen. Die Antworten auf die Umfrage bieten wertvolle Einblicke und geben uns Hinweise, was wir machen können, um sie in dieser Zeit zu unterstützen“, erklärte die Co-Autorin Carmina Erdei.

Zu wenig Betreuung während der Schwangerschaft und danach

Etwa neun Prozent der Mütter gaben an, dass sie aufgrund der Pandemie ein starkes Gefühl von Trauer, des Verlusts oder der Enttäuschung spürten. Diese Gruppe neigt fünfmal so häufig zu psychischen Gesundheitsproblemen.

Etwa 18 Prozent, der befragten Frauen sagten, sie sorgten sich wegen der Gesundheitsrisiken durch Corona. Die Frauen dieser Gruppe neigten viermal häufiger zu diagnostizierbaren Symptomen psychischer Erkrankungen. Darüber hinaus konnten die Forscherinnen feststellen, dass Menschen mit vorangegangenen Diagnosen vor der Schwangerschaft etwa zwei- bis viermal öfter Zustände der Angst, Depressionen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung aufwiesen.

In den Kliniken mussten viele der üblichen perinatalen Hilfen aufgrund von Infektionsrisiken reduziert werden. Auch geburtshilfliche Praxen waren nicht in der Lage, nach psychischen Symptomen zu suchen.

Die Studie unterlag auch einigen Einschränkungen. Ein hoher Prozentsatz der Teilnehmerinnen war weiß und hatte einen Hochschulabschluss. Etwa 45 Prozent hatten ein jährliches Haushaltseinkommen von über 123.000 Euro. Die Forschung vermisse derzeit noch Perspektiven anderer wichtiger Bevölkerungsgruppen, sagte Liu.

Die Deutsche Depressionshilfe betont, dass eine Aufklärung über die Erkrankung wichtig sei, auch um potentielle Schuldgefühle dem Kind oder der Familie gegenüber entgegenzuwirken. Für den Verlauf einer postnatalen Depression sei es wichtig, dass „sowohl die Mutter als auch die Familie versteht, dass es sich dabei um eine behandelbare Erkrankung handelt“, heißt es auf der Internetseite für die Deutsche Depressionshilfe. Für die Behandlung ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

jk