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Studie: Das sind die nachhaltigsten Lebensmittel- und Getränkehersteller

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Immer mehr Verbraucher wollen beim Einkaufen nicht Geld sparen, sie achten vielmehr auf nachhaltig produzierte Lebensmittel und Getränke. Welche Hersteller sie warum bevorzugen, zeigt die aktuelle Nachhaltigkeitsstudie des Marktforschungsunternehmens Haus der Forschung.

Hauptsache gesund und umweltschonend. Immer mehr Verbraucher setzen auf nachhaltige Lebensmittel und Getränke. (Bild: Getty Images)

Ich bin nachhaltig, also bin ich. Umweltschonendes Handeln ist heute die Richtschnur nicht nur von immer mehr Verbrauchern. Auch eine zunehmende Anzahl an Unternehmen setzt auf Ressourcen schonendes Wirtschaften. Es gilt, den ökologischen Fußabdruck in der Summe möglichst vieler Bereiche unseres Lebens klein zu halten, um Erde und Menschheit auf lange Sicht nicht dem Untergang preiszugeben. Wie ernst viele Verbraucher und Produzenten das Thema nehmen, geht auch aus der aktuellen Facit-Nachhaltigkeitsstudie "Food & Beverage" des Marktforschungsunternehmens Haus der Forschung hervor.

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Die nachhaltigsten Unternehmen

Eines wird an der Studie, in der 2.500 Personen ab 18 Jahren 38 Marken aus der Lebensmittel- und Getränkebranche bewertet haben, deutlich: Verlierer sind die großen Markenhersteller. Wenn es um Klima- und Umweltschutz geht, gilt das Vertrauen der Verbraucher eher den mittelständischen und regionalen Lebensmittel-und Getränkeherstellern. Wie dem US-Unternehmen Beyond Meat, das nach Ansicht der Befragten mit seinen veganen Fleischprodukten der nachhaltigste Anbieter im Food-Bereich ist. Auf Platz zwei landet die bayerische Bio-Molkerei Andechser Natur, gefolgt vom Tiefkühlkost-Hersteller Bofrost aus dem nordrhein-westfälischen Straelen.

Bild: Facit - Haus der Forschung

Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt ist den Verbrauchern dessen Kommunikation wichtig. Im Food-Bereich erwarten sie von den Unternehmen eine verständliche und glaubwürdige Vermittlung nachhaltigen Handelns. Bei den Getränken kommt es ihnen neben Glaubwürdigkeit auch auf Transparenz der Markenkommunikation an. Das Kriterium erfüllt auch das Rosenheimer Unternehmen DrinkStar, das mit seiner "Heimatlimonade" Frucade auf Platz eins landet. Der zweite Platz geht an den Hersteller der Getränkemarke Bad Brambacher, dem die Verbraucher den Werbeslogan "Natürlichkeit im Einklang der Natur" offenbar abnehmen. Das "ehrlich gute" Kultgetränk Bionade landet auf Rang drei.

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Erwartung und Bereitschaft

33 Prozent der Befragten erwarten, dass Unternehmen ihre Produkte über alle Produktionsschritte hinweg nachhaltig herstellen. Von den Lebensmittelherstellern fordern 62 Prozent eine Produktion ohne schädliche Chemikalien. Bei den Getränken möchte jeder Zweite keine künstlichen Konservierungs- und Farbstoffe sehen. Auf einen niedrigen Zuckergehalt in den Erfrischungsgetränken legen 59 Prozent Wert. Fast die Hälfte der Befragten (41 Prozent) setzt auf Lebensmittel aus Deutschland. Hinsichtlich der Getränke ist einem von drei Teilnehmern dieses Kriterium wichtig. Dass ihnen regionale Produkte wichtiger sind als die Erzeugnisse großer Markenhersteller geben 78 Prozent an.

Die Verbraucher erwarten nicht nur von Unternehmen nachhaltiges Handeln, auch sie wollen ihren Beitrag leisten. 80 bzw. 77 Prozent der Befragten gaben an, beim Lebensmittel- resp. Getränkekauf einen eigenen Stoffbeutel zu benutzen, um Plastikmüll zu vermeiden. Rund zwei Drittel (65 Prozent) aller Studienteilnehmer kaufen streng nach Eigenbedarf ein, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Dafür nehmen 61 Prozent Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern in Kauf. Beim Getränkekauf zeigt sich die Opferbereitschaft der Verbraucher auch darin, dass 31 Prozent von ihnen für nachhaltige Alternativen einen Aufpreis zu zahlen bereit sind.

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