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Studie: 13 Prozent der Haushalte bleibt nach Miete weniger als das Existenzminimum

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Wohngebäude in Berlin

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland bleibt nach Zahlung ihrer Mietkosten weniger als das gesetzlich festgeschriebene Existenzminimum zum Leben. Knapp 1,1 Millionen oder 12,9 Prozent aller Miethaushalte in Großstädten befanden sich zuletzt in einer solch schwierigen wirtschaftlichen Lage, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Besonders betroffen sind demnach Alleinerziehende: Jedes vierte alleinerziehende Elternteil hatte nach Zahlung der Mietkosten weniger Geld zur Verfügung als im Arbeitslosengesetz als Regelbedarf festgelegt.

Die hohen Wohnkosten verstärken laut Böckler-Stiftung die wirtschaftliche Ungleichheit immer weiter: Vor Abzug von Warmmiete und Nebenkosten verfügten die reichsten Haushalte laut Studie zuletzt über das 4,4-fache monatliche Nettoeinkommen eines Haushalts aus der niedrigsten Einkommensklasse. Nach Abzug von Warmmiete und Nebenkosten stieg dieser Faktor auf 6,7.

Grund ist laut Böckler-Stiftung, dass ärmere Haushalte einen bedeutend größeren Anteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Trotzdem lebten sie durchschnittlich auf deutlich weniger Wohnraum und in schlechter ausgestatteten Wohnungen.

"Die Wohnverhältnisse sind nicht nur Ausdruck, sondern selbst Faktor der sozialen Ungleichheit in unseren Städten", erklärten die Autoren der Studie. "Die ohnehin schon bestehende Einkommenspolarisierung wird durch die Mietzahlung verstärkt".

Für die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie werteten Forscher um den Stadtsoziologen Andrej Holm an der Humboldt Universität Berlin Wohndaten aus dem Mikrozensus 2018 aus. Die amtliche Haushaltsbefragung erfasst alle vier Jahre Daten zur Wohnsituation von Haushalten in Deutschland.

fho/ilo

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