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Studentin in Frankreich wegen positiver Worte über Lehrer-Mord verurteilt

·Lesedauer: 2 Min.
Plakat für den ermordeten Geschichtslehrer Samuel Paty
Plakat für den ermordeten Geschichtslehrer Samuel Paty

In Frankreich ist eine 19-Jährige Studentin, die im Internet die islamistisch motivierte Ermordung des Lehrers Samuel Paty begrüßt hatte, zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Strafe wurde in dem Schnellverfahren am Freitag wegen "Verteidigung des Terrorismus" verhängt. Die Biologiestudentin muss außerdem ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren, in dem sie über die Grundwerte des französischen Staates unterrichtet wird.

Paty war vor einer Woche in einem Vorort von Paris von einem 18-jährigen Attentäter tschetschenischer Herkunft enthauptet worden, weil er Karikaturen des Propheten Mohammed im Unterricht gezeigt hatte. Die 19-jährige schrieb dazu im Onlinenetzwerk Facebook, der Geschichtslehrer habe es zwar nicht verdient gehabt, enthauptet zu werden, "aber zu sterben, ja". Aufgrund des Hinweises eines anderen Internetnutzers wurde sie daraufhin an der Universität von Besançon festgenommen.

Vor Gericht zeigte sich die junge Frau reuig: "Ich bedauere, dass ich diesen Kommentar geschrieben habe, ich entschuldige mich dafür". Sie habe die Worte "zu schnell" und "ohne nachzudenken" geschrieben. Sie verwies auch darauf, dass sie ihre Botschaft später selber gelöscht habe.

Paty war am Mittwoch von Präsident Emmanuel Macron bei einer nationalen Gedenkveranstaltung als "stiller Held" geehrt worden. Der Lehrer sei von "Feiglingen" ermordet worden, "weil er die Republik verkörperte", sagte Macron.

Paty hatte die Mohammed-Karikaturen seinen Schülern gezeigt, als es um das Thema Meinungsfreiheit ging. Die Bilder hatte die Satirezeitung "Charlie Hebdo" veröffentlicht, auf deren Redaktion in Paris wegen der Karikaturen im Jahr 2015 ein Anschlag mit zwölf Toten verübt worden war.

Seit dem Mordanschlag auf den Lehrer gingen die französischen Sicherheitsbehörden in dutzenden Einsätzen gegen Menschen und Vereinigungen vor, die mutmaßlich dem islamistischen Spektrum angehören oder nahestehen. Gegen ein halbes Dutzend Verdächtige leitete die Justiz Ermittlungsverfahren wegen Komplizenschaft bei der Mordtat ein, darunter gegen zwei Schüler und den Vater einer Schülerin. Der Täter selbst war kurz nach dem Anschlag in Conflans-Sainte-Honorine von der Polizei erschossen worden.

dja