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Strom sparen: Darum lohnt es sich nicht, auf Kerzen umzusteigen

Das Format Quarks hat durchgerechnet, ob es sich finanziell lohnt, auf Kerzen umzusteigen, statt den Raum weiter mit einer LED auszuleuchten.

Mit Kerzen beleuchten, um Strom zu sparen? Warum das finanziell keinen Sinn macht. (Symbolbild) - Copyright: Getty Images/ Jecapix
Mit Kerzen beleuchten, um Strom zu sparen? Warum das finanziell keinen Sinn macht. (Symbolbild) - Copyright: Getty Images/ Jecapix

Die Strompreise steigen derzeit rasant. Zugleich platzt das Internet aus allen Nähten mit den skurrilsten und originellsten Tipps zum Strom- und Energiesparen. Neben der Nutzung von Wärmflaschen und Blumentopföfen überlegen immer mehr Menschen, ihr Deckenlicht durch Kerzen zu ersetzen. Das Format Quarks hat durchgerechnet, dass der Umstieg auf Kerzen sich finanziell kaum lohnt – wenn er auch eine romantische Atmosphäre verspricht.

Warum Kerzen sich nicht zum Strom sparen eignen

„Ihr habt uns gefragt, ob es günstiger und sinnvoller wäre, die Wohnung mit Kerzen zu beleuchten. Wir haben mal durchgerechnet, was das bringt“, schreibt die Quarks-Redaktion auf Instagram. In ihrer Beispielrechnung sind sie von langstieligen Kerzen mit einer Länge von 19 Zentimetern ausgegangen, die jeweils sechs Stunden brennen. Pro Stück kostet eine solche Kerze 30 Cent. Zum Vergleich haben sie eine LED-Lampe mit sieben Watt, 806 Lumen und einer Lebensdauer von 10.000 Stunden herangezogen. Solch eine Lampe kostet 1,80 pro Stück.

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Eine Kerze hat etwa zwölf Lumen. Möchte man „optimales Licht“ haben, brauche man 50 bis 200 Lumen pro Quadratmeter. Möchte man einen kleinen Raum von acht Quadratmetern ausleuchten, müsse man also entweder eine LED-Lampe oder aber 67 Kerzen nutzen.

Geht man von einem derzeitigen Neukundenpreis von 55 Cent pro Kilowattstunde aus, kostet es etwa 0,4 Cent (0,004 Euro), um einen Raum für eine Stunde mit einer LED zu erleuchten. Dagegen steht der Preis von 3,34 Euro, möchte man den Raum mit 67 Kerzen für eine Stunde erleuchten.

Kerzen seien also im Vergleich zur LED also kein probates Mittel, um Strom und Geld zu sparen – wenn sie auch eine romantische Atmosphäre versprechen. Zudem sei auch die Wirkung anzuzweifeln, da Kerzen nicht nur Licht, sondern vor allem Wärme abgeben. LEDs haben dagegen einen Wirkungsgrad von bis zu 50 Prozent.

„Ist das überhaupt möglich, ohne die Bude abzufackeln?“

Instagram-User zeigen sich derweil irritiert durch die Beispielrechnung. So schreibt @jonasbuehner etwa: „Wer stellt denn bitte 67 Kerzen in einen 8qm großen Raum. Ist das überhaupt möglich, ohne die Bude abzufackeln?“ Ein @christoph_pli schreibt zudem: „Die Feinstaubbelastung darf bei Kerzen auch nicht vernachlässigt werden. Vor allem bei Duftkerzen.“

Und ein anderer User mit dem Namen @hakon_dlc schreibt, dass der Vergleich massiv hinke. Immerhin brauche es keine 67 Kerzen, um etwas sehen zu können. Er schreibt: „Das Licht, was ein Leuchtmittel abgibt, ist eigentlich total unnötig. Für einen 8qm² Raum reicht eine Kerze locker, um alles sehen zu können, nur zum Lesen braucht es mehr Licht.“

Kerzen? Immer nur in Maßen

Interessanterweise schreibt die Quarks-Redaktion in einem Beitrag auf ihrer Website selbst, dass Kerzen die Luftqualität in Innenräumen verschlechtern können. Zudem entstünden Schadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide. Sie schreiben: „Brennen mehrere Kerzen auf einmal, kann es sein, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten werden.“ Allerdings betonen sie auch, dass Kerzen nur für eine begrenzte Zeit brennen. Und dass die Grenzwerte sich darauf beziehen, dauerhaft den Schadstoffen ausgesetzt zu sein. Gesundheitsexperten gehen so davon aus, dass gesunde Menschen keinen Schaden nehmen, zünden sie ab und an eine Kerze an.

Selbst dann müsse man sich aber gewiss darüber sein, welche Kerzen man verwendet. So sind Kerzen mit Paraffin nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern können auch gesundheitsbedenkliche Stoffe entstehen lassen. Dabei sei das gelegentliche Abbrennen einer solchen Kerze nicht weiter bedenklich. Ein Raum, gefüllt mit über 60 Kerzen, lässt jedoch Zweifel aufkommen.

Wer diesen Winter also ein paar Kerzen entzünden möchte, um wenigstens etwas Strom zu sparen, sollte nicht das regelmäßige Lüften vergessen und zudem auf Kerzen setzen, die ein RAL-Gütesiegel besitzen. Dieses garantiert zumindest, dass im Hinblick auf Schadstoffe die Mindeststandards eingehalten und die Grenzwerte der Inhaltsstoffe nicht überschritten wurden. Quarks empfiehlt außerdem, auf einen kurzen Docht zu setzen, um die Schadstoffbelastung niedrig zu halten.

(lidi)

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